Posts tagged ‘peinlich’

Klassentreffen

„Ich hoffe, mein Unterricht hat Ihnen was gebracht“, bemerkte mein ehemaliger Deutschlehrer mit fast bettelndem Blick.
„Klar, ich spreche immer noch deutsch“, meinte ich verlegen.
Er bohrte tiefer. „Und Faust?“
„Habe ich auch noch, sogar zwei.“ Ich ballte selbige in den Taschen und räusperte mich. ‚Jetzt bloß nicht auf’s Sonett oder Werthers Leiden kommen’, dachte ich, ‚dann wird’s peinlich.’
Lehrer auf Klassentreffen sind wirklich arme Schweine, wenn sie erkennen müssen, dass das Resultat ihrer aufopferungsvollen Arbeit in den Niederungen der hintersten Gehirnwindung ihrer Ex-Schüler verschollen ist. Aber auch ich hatte wenig Lust, dies gleich schonungslos zu offenbaren.
„Ich muss dann mal“, sagte ich und zeigte auf das WC.

Gerade inhalierte ich beim Durchatmen den WC-Stein vor mir, als sich Herr Reimer neben mich stellte. Seine grauen Haare waren inzwischen weiß.
„Was macht der Pythagoras?“, fragte er schmunzelnd zum Einstieg.
Ich hielt unverrichteter Dinge inne. „War…war der auch in unserer Stufe?“, stotterte ich und scannte mein Gedächtnis nach ausländischen Mitschülern. Herr Reimers Blick verfinsterte sich.
„A Quadrat plus B Quadrat gleich C Quadrat, meine ich, wissen Sie das nicht mehr?“
Ich schluckte und errötete. „Ach so, doch, klar, aber ich arbeite mit Excel.“
„Den kenne ich jetzt nicht.“ Er seufzte und ergänzte: „Manchmal weiß ich nicht, für was ich das eigentlich gemacht habe.“
Schnell schloss ich meinen Reißverschluss und versuchte zu trösten:
„Kurvendiskussionen gehören zu meinem täglichen Ritual.“ Ich dachte da zwar mehr an mein letztes Gespräch mit Martin über Sandra und Yvonne, aber ich stahl mich mit einem flüchtigen Winken schnell aus der Toilette, bevor sich Herr Reimer für gezielte Rückfragen komplett entleert hatte. (mehr …)

November 17 at 2010 8 Kommentare

Verdrängte Musik (Stöckchen)

Oha, ich dachte der Kelch geht an mir vorüber, aber nun hat mir Schildmaid ein Stöckchen zu geworfen, in dem ich meine peinlichste CD offenbaren soll. Da ich stark masochistische Züge habe, setze ich mich jetzt dem Spott der Bloggemeinde aus.

Dazu muss man wissen, dass ich in der frühen Teenie-Zeit ein echter Softie war. Auch ich hatte wie Schildmaid eine Vorliebe für Mike Oldfield. Ansonsten eben das übliche Charts-Gewumsel aus dem Radio. Später versuchte ich mich mit einigen Bomastrock-Klasikern wie „Saga“ zu emanzipieren. Kläglich!

Dann schlug jedoch das Pendel gnadenlos und völlig unkontrolliert aus. In Lifestyle, Interessen und auch der Musik. Aus soft wurde hard. Hardrock. Gut, Bon Jovi vermied ich, aber das war kein gutes Zeichen.

Stattdessen Ozzy Osbourne, Queensryche und…ja ich hatte wirklich eine CD…Manowar! Diese Band ist die nietenleder- und fleischgewordene Peinlichkeit. Neben der untenstehenden CD, die sich in meinem Besitz befand (betone: befand!) bedient sich die Band mit immer nahezu gleichen Cover so Titeln wie „Warriors of the world“, „Triumph of steel“ oder „Louder than hell“.

(bei Musicline.de)

(bei Musicline.de)

Hier kann man mal reinhören (auf eigene Gefahr!)

Es wird noch schlimmer: Ich habe sie live gesehen! Zu meiner Entschuldigung darf ich anführen, dass dies im Rahmen eines Festivals stattfand (Achtung, jetzt wird es doch wieder peinlich: des „Metal Hammer Festivals“). Über meine Klamotten mag ich gar nicht reden. Tue ich auch nicht.

Letztendlich ebenete mir diese bis gerade noch geistig getilgte Irrphase den Weg zu wirklich interessanten Bands wie Faith no more (immernoch Extrem-Fan von Mike Patton), Living colour oder später Rage against the machine…und vertretbaren Klamotten.

Ich fröne somit immernoch gern harten Klängen (neben mittelalterlicher Instrumentalmusik, elektronischer Avangarde, Irish Folk und Soundtracks von Tom Newman). Aber nietenfrei.

So, Schluss mit dem Exhibitionismus. Miki, Freidenkerin und Raven dürfen auchmal ran…

Januar 11 at 2009 18 Kommentare

Mit „a“ wie Hallo!

Warum schreibe ich jedes Jahr "Halloween" falsch mit "e"? Ist das denn so schwer?

Ich forsche nach Gründen:

  • Weil ich Halloween überflüssig finde und in mein Gedächnis zwängen muss, obwohl ich als bekennender "Guinness"-Fan damit schon vor Jahren in Irish-Pubs konfrontiert wurde.
  • Weil es eine Band gibt, die "Helloween" heißt (Mieser Speed-Metal), die vor 20 Jahren bekannt war, bevor überhaupt irgendjemand in Deutschland Schlitze in Kürbisse geschnitzt hatte.
  • Weil es eben englisch "Hello" heißt und nicht "Hallo".
  • Weil in den "Halloween"-Filmen "Halloween" öfter gesprochen als geschrieben wird.
  • Weil es im Jugendzentrum (Jan war dort auf der Party) falsch ausgeschrieben war!!!

So, außer im Video habe ich diesen peinlichen Ausrutscher klammheimlich in den Beiträgen korrigiert.

Oktober 31 at 2008 3 Kommentare


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  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
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