Posts tagged ‘Nonsens’

Mein erstes Gedicht

Ich kann nicht dichten, doch ich will.
So haltet bitte kurz mal still.
Schon jetzt ist das kein guter Reim.
Ach, lass ich’s lieber einfach sein.

Gut, ein Versuch ist es noch wert.
Nur dass sich niemand dann beschwert
und gleich die dicke Keule schwingt
und mir ’ne schlechte Wertung bringt.

a a b b, a b b a,
bei c c d war ich nicht da.
Und fragt mich nicht nach dem Sonett!
Wenn ich das nur behalten hätt‘.

Am liebsten sind mir solche Reime,
die sich nicht reimen, also keine.
Doch hab‘ ich mich jetzt festgelegt
und wähle nun den schweren Weg.

Ja, ich weiß, der war nicht rein.
Was Bess’res fiel mir grad‘ nicht ein.
Immerhin steht jetzt das Schema.
Nur leider kenn‘ ich gar kein Thema.

So kommt es wie es kommen muss:
Bevor es losgeht, ist schon Schluss.
Der Dank gilt meinen Lesern nun,
sich diesen Blödsinn anzutun.

Juli 2 at 2010 11 Kommentare

Dinge am Rande des Lebens (1)

Im Moment tut sich ja nicht viel. Die Blogwelt dämmert etwas dahin und auch bei mir ist tote Hose. Jedenfalls hier in der Öffentlichkeit. Ich schreibe zur Zeit laaaange Geschichten, die im Blog sowieso kein Schwein liest und und sonst ist alles schon gesagt: Gyros Pita ist ab jetzt Drecksfraß und unsere Lena hatte einen Schnupfen.

Umso mehr Grund, eine neue Reihe zu eröffnen. Ich biete hier ein neues Podium für Dinge, die sonst im Alltag nur beiläufig und lieblos ausgenutzt werden. Vergessen, übersehen, missachtet! Keine schöne Sache. Einmal im Leben im Mittelpunkt stehen. Wer will das nicht?

So lasst uns über einen Gegenstand reden, der immer die Drecksarbeit machen muss, sonst aber oft genug ausgetrocknet nach Wasser lechzt: Der Lappen!

Lappen haben kein schönes Leben. Sie dürfen nie den Lohn ihrer Arbeit bewundern und werden stattdessen über Rohre oder Duschen gelegt (ihre großen Brüder, die Aufnehmer, alternativ auch über Eimer). Sie schaffen die Basis für Wohlbefinden und Athmosphäre. Den Ruhm heimsen sich dann aber  Haarspray oder Tischdeko-Kerze ein, je nachdem von welcher Lappenart wir reden.  Nun ist das Schicksal eines Einweg-Küchenwischlappens vielleicht noch trostloser als das der Frottee-Variante im Bad. Wertschätzung sieht jedoch anders aus, als in zweifelhaften Ritzen Versäumnisse vergangener Tage auszumerzen.

Mein Verhältnis zu Lappen ist schwierig. Um Missverständnisse vorweg auzuräumen: Man kann auch im realen Leben mit mir ohne Sicherheitsabstand reden. Ich kann nur eine Eigenschaft an Lappen überhaupt nicht leiden, obwohl sie dafür gar nichts können: Sie quietschen. Ja, und zwar so wie Kreide auf der Tafel oder Gabel auf dem Teller. Meine Bekannten teilen zwar meine Ansicht nicht, aber das Auswringen von Lappen treibt mir regelmäßig einen Schauer über den Rücken.

Die Konsequenz ist, dass entweder stundenlang der Lappen in der Dusche vor sich hin tropft und so das Einschlafen zum Leid meiner Lieben erschwert (und mir auch, aber das ist nicht mein eigentliches Problem). Oder ich überflute den Tisch, da ich nach der Befeuchtung des guten Stücks nicht weiter zurückdosiere. So wird mir regelmäßig der Zugang zu Lappen verwehrt. Dabei würde ich ihn ja schon gern mal näher kennenlernen. Man muss ihm ja zugute halten, dass er von selbst nicht quietscht. So werde ich gleich mal in die Küche gehen und das rosa Tuch, dass über dem Wasserhahn hängt, meine Aufwartung machen. Trocken, versteht sich.

Wenn ihr irgendwelche Erinnerungen an Lappen habt, lasst euren Gedanken freien Lauf. Sie werden es euch danken!

Mai 11 at 2010 11 Kommentare

Schwierige Diagnose

Kolumbi klagt über Schwanzschmerzen. Das hatte uns etwas verwundert, röchelte er doch eher aus der Nase oder dem nasenähnlichen Dingsda vorne am was weiß ich. Wenn Holzwürmer röcheln, klingt das wie ein batteriebetriebener Mickey Mouse – Wecker mit leerem Akku. Deshalb fragten wir auch, ob er vielleicht eher Halsschmerzen habe. „Nein!“, betonte er. „Ich habe gar keinen Hals!“ Stattdessen habe er einen Bauch. Man röchelt jedoch selten aus dem Bauch. Das wäre schon stark verharmlosend. So einigten wir uns auf die Brust, was aber immernoch nicht Kolumbis Schwanzschmerzen erklärt.

Der Schwanz ist doch auch beim Holzwurm nur die Verlängerung des Rückens und ziemlich weit von der Brust entfernt. Und dann noch auf der anderen Seite. Außerdem dürfte ein Holwurm ohne Hals auch keinen Nacken besitzen, sodass der Rücken direkt in den Kopf mündet. Soweit die Theorie.

Kolumbi meint aber sogar, dass sein Kopf direkt am Schwanz ansetzt, völlig rückenfrei. Dem widersprachen wir jedoch energisch, weil der Bauch dann ziemlich in der Luft hängen würde ohne rückseitigen Gegenpart. Kolumbi hat aber gar nichts gegen frei schwebende Bäuche. Sein Bauch wäre außerdem fast überall, auch hinten.

Um die Verwirrung komplett zu machen: ‚Hinten‘ ist bei ihm in der Regel oben und nur bei besonders steilen Bäumen hinten. Da unser Rücken jedoch zweifelsfrei hinten und nicht oben ist, wäre das gar nicht vergleichbar. Bei ihm ist hinten der Schwanz und wir haben ja auch keinen Schwanz hinten. Dann braucht er ja im Umkehrschluss auch keinen Rücken zu haben. Und überhaupt: Wo hört ‚hinten‘ (oder besser ‚oben‘) bei runden Würmern seitlich überhaupt auf? „Stimmt auch wieder“, räumten wir irritiert ein und verzichteten freiwillig auf den Rücken.

Wissenschaftliche Abbildung: Klick für Großansicht

Wenn nun der Schwanz, der gleichzeitig der hintere obere Bauch ist, quasi schnurstracks an den Kopf grenzt, dem gegenüber direkt die Brust liegt, die faktisch der Hals ist, aber dieser ja eigentlich wie der Bauch auch nicht nur vorn unten zu finden ist, sondern ansatzlos dem hinteren oberen Schwanz entspricht, kann man großzügig auch von Schwanzschmerzen sprechen.

Ja, so musste es sein! Jedoch hatten wir ein begleitendes Symtom bei dieser Diagnose nicht berücksichtigt! Als Kolumbi heftig nieste und das ziemlich weit vorne, beförderte ihn der Rückstoß wie eine Weingummi-Rakete gegen das Bücherregel. Der Holzwum mag zwar Bücherregale, aber nicht wenn er mit voller Wucht dagegen knallt. „Aua! mein Schwanz!“, war auch der folgerichtige Kommentar. Aha!

Also finale Diagnose: bronchialinduziertes, redirektional ausstrahlendes Distalsyndrom mit temporärer Rektalamnesie.

November 23 at 2009 7 Kommentare


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