Posts tagged ‘Kurzgeschichten’

Pagalinis Morgenstunde

Start frei für meinem zweiten Beitrag zu Donnas Schreibprojekt bei „Donna schreibt!“. Wieder wird ein Anfangssatz für eine Geschichte vorgegeben. Diesmal: „Von Leidenschaft zu sprechen, war vielleicht nicht angemessen…“

Pagalinis Morgenstunde

Von Leidenschaft zu sprechen, war vielleicht nicht angemessen. Zu lustlos spulte Pagalini seine Liederliste ab. Kein Vergleich zu Zeiten, als die Amsel noch von der höchsten Tannenspitze weit und breit mit virtuosen Melodieläufen ihr Revier verteidigte. Die Artgenossen verstummten dann lieber und übten zunächst irgendwo im Maisfeld, um sich nicht zu blamieren. Pagalini war der Herr der Wipfel und Schornsteine, der Popstar unter den Amseln, was den Staren natürlich überhaupt nicht gefiel. Und selbst die Krähen standen etwas früher auf, um verzückt den Morgensonaten zu lauschen, obwohl sie selbst nicht den Hauch eines musikalischen Talents besitzen. Er genoss seinen Ruhm. Aber jetzt? Nein, leidenschaftlich war das monotone Geträller wirklich nicht. Nur noch laut. Und vor allem früh!

Zu früh für Donky, den Erpel, der nur ein Meter entfernt von Pagalini in sein Gefieder reinmeckerte. Er mochte Amseln noch nie, auch keine leidenschaftlichen. Er mochte niemanden, der ihn um 5 Uhr morgens weckt und vor allem nicht direkt neben seinem Ohr. Aber was blieb ihm anderes übrig, als das dröge Gepiepe Pagalinis zu erdulden, das nur noch an schlecht programmierte Handy-Klingeltöne erinnerte? Denn Donky bekam immer kalte Füße, wenn er in sicherer Entfernung im Schilf döste wie die anderen Enten. Also schlief er auf dem kuschelig mit Moos bedeckten Baum mitten im Park. Der Preis dafür war jedoch hoch und kostete drei Stunden Schlaf. (mehr …)

Juni 26 at 2010 10 Kommentare

Das wunderbare Weihnachtsbuch

Anton klopfte sich den Schnee von der Jacke. „Schau mal, was ich gefunden habe“, rief er und warf die Tür hinter sich ins Schloss. Ferdi blickte erstaunt auf das Buch, das ihm Anton entgegenstreckte. „Das große Weihnachtsbuch“, las Ferdi langsam mit geneigtem Kopf vor und zog die Augenbrauen hoch. „Was ist denn das?“ – „Ich weiß es nicht. Es lag auf einem Baumstumpf mitten im Wald und fiel mir sofort ins Auge. Kein Mensch weit und breit. Nur ein paar winzige Fußstapfen führten vom Buch in den Wald“, erklärte Anton.

Es war in der Tat ein schönes Buch. Goldene Ornamente verzierten den Buchdeckel, und die geschwungene Schrift war umgeben von fein gezeichneten Tannenzweigen. Ferdi blätterte in dem Buch, während Anton seine Stiefel abstreifte und ihm neugierig über die Schulter lugte. Bastelanleitungen für Christbaumschmuck, Rezepte für Lebkuchen, Noten für Weihnachtslieder und das alles mit vielen bunten Bildern ließen sie staunend auf die Treppe sinken. Nun lebten die beiden Holzfäller schon Jahrzehnte in dem kleinen Haus am großen Wald, aber von Weihnachten hatten sie noch nie etwas gehört. Auch im Dorf ging alles seinen gewohnten Lauf. So saßen sie eine halbe Stunde auf den Stufen und studierten den Fund, bis Ferdi anmerkte: „Wollen wir das mal ausprobieren. Klingt doch ganz nett, oder?“ Anton nickte nur mit dem Kopf und schaute mit offenem Mund den Scherenschnitt eines Engels mit Trompete an.

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Dezember 11 at 2009 9 Kommentare

3. Disziplin: Kerzenwachsen

Kids spezial

Der König des Waldkönigwaldes, 3. Disziplin

 

Hotz war wieder ein schlechter Verlierer und ließ sich auch nicht mit einem Unentschieden beim letzten Wettkampf „Quasselstrippen“ überreden. Kolumbi wollte ihm das zugestehen, weil Hotz ja auch kein Haarspray in den Ohren hatte. Dadurch konnte Hotz vielleicht nichts sehen. Wir finden, dass man zum Quasseln nichts sehen muss.

Donky , die Ente, mag Hotz’ Zickerei nicht, Kolumbi mag er dagegen sehr. Als dem Erpel angeblich mal ein Ast den Blick auf den Teich versperrte, fragte er Kolumbi, ob er was dagegen tun könne. Da Kolumbi noch nichts gegessen hatte, war die Arbeit in ein paar Stunden gemacht. Nun hat Donky freie Sicht, oder wir vermuten, besser freien Fall, ohne sich zu stoßen, wenn er nachts mal vom Baum in den See fällt. Donky schläft nämlich auf dem Baum. Das ist ungewöhnlich für eine Ente. Donky meint, er bekommt sonst kalte Füße. 

Na ja, jedenfalls sagte er Hotz, er wolle sich mal mit seinem Freund treffen. Hotz änderte seine Meinung spontan und er tritt nun heute zum Wettbewerb an. Dieser Freund ist ein Bussard, bei dem ab und zu auch mal ein Häschen auf der Speisekarte steht. Der Bussard findet zwar Hotz’ Haarspray ungenießbar, aber das weiß Hotz ja nicht. 

Heute steht also die dritte Disziplin des Wettbewerbes „König des Waldkönigwaldes“ auf den Programm: Kerzenwachsen.

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September 8 at 2008 1 Kommentar


Ausgewählt

Kurz und bündig

  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
  • Die meisten Beiträge entstanden aus Handspielen mit meinem Sohn Jan.
  • Hintergründe gibt es hier: Intro
  • Ein Steckbrief des Blogs, Kurzprofile der Figuren und Tipps zur Navigation unter: Neu hier!?
  • Stand der Abenteuer in der Kategorie (Sidebar): Stand der Dinge
  • Die Handfiguren sind im Text mit einem Link hinterlegt. Bei >Click< wird in einem neuen Fenster der Charakter vorgestellt. Alle kompakt unter: Akteure
  • Per Mouse over im Beitrag erhält man eine Kurzbeschreibung der Charaktere im Kästchen.

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