Posts tagged ‘gesellschaft’

Über das Zuhören

Niemand lässt sich gern sagen, dass er nicht zuhören kann. Gälte man dann im Widerspruch zu einem modernen Menschen als nicht aufgeschlossen, unsensibel oder sogar selbstdarstellerisch.

„Ich weiß doch, was du gesagt hast. Zuerst hattest du das, dann das, dann das erzählt.“ ist zum Beispiel eine beliebte Rechtfertigung, um den Vorwurf auszuhebeln. Ein Gesprächsprotokoll wäre ideal, um Gesprächsanteile zu analysieren. Dann könnte man sogar beweisen, dass man geantwortet hat. Und wie soll das ohne Zuhören denn bitte schön sinnvoll gehen?

Nun ist dem kommunikationsbewanderten Zeitgenossen natürlich auch der Begriff „Aktives Zuhören“ bekannt. Rein technisch gesagt also das Zuhören inklusive Nachfragen, begrifflich vor allem belegt im therapeutischen oder gar professionellen Gespräch (z.B. im Vertrieb). Wie ein Teppich, den man dem Partner ausbreitet, damit er nicht verloren auf kaltem Boden rumtapst. Er begeht ihn aber immernoch selbst. Kennt man und macht man natürlich.

Nur leider wird der Begriff oft zu eigenem Gunsten interpretiert. Ich erfahre oft, dass ein Thema in eigenen Gedanken weitergeführt wird. Besser noch: Einen Aufhänger für eigene Erfahrungen zu finden, die auch gleich kundgetan werden müssen. Das Nachfragen ist dann Mittel zum Zweck.

Sicher ist es hilfreich, mal ein eigenes Beispiel durchzuspielen, um sich tiefer in den Gegenüber zu denken, aber nur kurz und präzise, gefolgt von einem „Meinst du das auch so?“  Ansonsten wird das eigene Beispiel das Thema und es geht es dem Gegenüber mehr um das „Erzählen wollen“ und nicht „Verstehen wollen“.  Wenn es hoch kommt, entsteht ein Austausch über das Gesagte, aber nicht über das was dahintersteckt.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Das menschliche  Reinversetzen oder mindestens die Neugier auf den anderen wird meistens überlagert von der eigenen Selbstreflexion. Der eigene Mikrokosmos beherrscht das Szenario. Der angebliche Zuhörer ist mit sich selbst beschäftigt. (mehr …)

Oktober 11 at 2011 8 Kommentare

Die (Ohn)Macht des Netzes

Nun kann mir jeder vor die Nase halten, dass die ePetition zur Internetsperre von Inderk-Oprno-Seiten (Ihr wisst schon) mit 130.000 "Unterschriften" ja irgendwie (fast) erfolgreich war und dass die Webgemeinde der Blogger und Forenuser politisch etwas bewegt hat, aber ich wage die These:

Es gibt keine Bewegung über das Netz und wird sie auch nicht geben. Es gibt keine Macht des Netzes, die gesellschaftliche und politische Strukturen beeinflussen kann.

Es existieren vielleicht Meinungsbildner in Blogs und unterstützende Instrumente für eine bessere Kommunikation, die vor allem in totalitären Systemen immens wichtig sind. Der Keim eines Wandels, eines Widerstands, einer ideologischen, politischen, kulturellen oder sozialen Idee sprießt jedoch nur in einem Boden, der durch realen Schweiß getränkt wird. Die virtuelle Gesellschaft ist aber nur ein Layer über der realen und bleibt eine diffuse Projektion ohne Bindung.

Dem Argument , dass sich der Widerstand nur von der Straße auf das Internet verlagert, das gern gegen die These einer desorientierten, opportunistischen Gesellschaft (wahlweise auch Jugend) ohne Mumm angeführt wird, kann ich deshalb nicht ganz folgen. Denn abgesehen von seinem Nickname setzt niemand etwas ein. Das Web bietet die Mittel, ein Strohfeuer zu entfachen oder ein real entfachtes Strohfeuer durch kräftiges Pusten ein Weilchen hell lodern zu lassen in der Hoffnung, dass es doch irgend jemanden auf dem falschen Bein erwischt. Zum Nachlegen braucht man jedoch festes Holz, quasi einen echten Keil.

Jedem Politiker sei eigentlich geraten: Sitz ein Problem aus! (wenn es nicht gerade in der heißen Wahlkampfphase auftritt). (mehr …)

April 16 at 2010 5 Kommentare

Kindergeburtstags-Fastfood

…und das fünfte Mal ist Jan zu einem Kindergeburtstag in einer dieser Hüpfburgen-Scheunen eingeladen. Gummihügel, Tretautos, Ballkanonen und Pizzableche für den gemieteten Tisch mit lustigen Pappbechern und dem Plastik-Überraschungspaket. 6 Euro pro Kind, glaube ich.

Hier gibt es zwar null Kreativität und hier passiert nur etwas, wenn den lieben Kids auch das entsprechende Equipment vorgesetzt wird, aber die Eltern haben ihre Ruhe.

Und den lieben Kleinen gefällt es. Logisch, an Big Mäcs als Grundnahrung kann man sich ja auch gewöhnen.

November 2 at 2008 9 Kommentare

Väter reloaded

Es ist schon eigenartig.

Ich suche nach Vätern und finde Männer.

Ich suche nach Eltern und finde Mütter.

Väter-Blogs, also Beiträge die sich um Freizeit, Erziehung, das neue Rollenverständnis, Probleme mit Kindern aus Vater-Sicht befassen, finden kaum statt (mit Ausnahmen ). Blogs, die sich als Väter-Blogs bezeichnen, betreiben Männer, die über Ihre eigenen Hobbys und Christi-Himmelfahrt-Fantasien extra außerhalb der Familie reden wollen. "Echte Männersache" eben, weg vom ewigen Familienvater-sein-müssen.

Mutter-Kind-Blogs dagegen mit ergiebiger Foto-Dokumentation überschütten das Internet…und werden gelesen! Höchtswahrscheinlich von Müttern.

Aber wo sind aber Väter? (mehr …)

September 29 at 2008 5 Kommentare

Von Spinnen und Individualisten

Spinnen mag niemand. Ich kenne jedenfalls niemanden. Wir haben auch eine Spinne bei uns. Igitte heißt sie und ist sehr scheu. Sie sagt, Sie sei häßlich. Dass bestätigt Donky gern. Sie hat auch nur 5 Beine, weil Donky ihr drei im Schlaf abgebissen hatte, als sie sich in seinem Gefieder wärmen wollte. Aus Versehen. Seit dem ist er allerdings auf Geschmack gekommen.

Kolumbi findet Igitte hübsch. Er ist der einzige, der das findet und damit auch ihr einziger Freund. Jan findet sie auch nicht so hübsch, sagt es aber nicht. Das ist auch gut so.

Exkurs:

Ich finde, man muss nicht alles sagen. Sprüche wie "Ich sage eben, was ich denke!", "Ich bin eben ehrlich." oder ähnliches zeugen von einem falsch verstandenen Individualisus.

Das ist sowieso so eine Sache mit dem Individualismus.

Für viele ist es ganz wichtig, sich abzugrenzen, um individuell zu sein. Natürlich durch Ihre differenzierte Meinung und ihre Art des Umganges. Dabei sind das nichts anderes als Punker, die denken, dass sie durch Lebenseinstellung und Outfit der Gesellschaft Paroli bieten.

Dabei definieren sie sich an der Gesellschaft. Ohne sie, den Spießern, würde ihre Haltung verpuffen, weil sie nur relativ ist.

Gleiches gilt im Prinzip für "Individualisten", die sich jetzt eben nicht durch Kleidung und "Fuck you" abgrenzen, sondern offen zur Schau gestellter eigener Meinung und Unangepasstheit a la "Nimm mich, wie ich bin oder lass es!". Ich lass das dann oft lieber. Kommt manchmal auf den Tonfall an.

Der Punk von gestern ist heute ein besonderer Job oder zumindest ein besonderes Verhalten im Job. Wenn das nicht hilft ein besonderes Hobby und im Notfall hilft auch das Buch auf dem Nachttisch. Sätze, wie "Ich habe das nicht mehr nötig" (Anm: Gefärbte Haare, Lederjacke oder so) pulverisieren sich selbst. Denn wer etwas nicht mehr nötig hat, hat dafür einen Ersatz. In diesem Fall eben oft zur Schau gestellter Individualismus oder eine Familie. Vielleicht auch ein Kind ("Seraya-Alexa" heißen diese meistens) und grenzen sich auch natürlich von aneren Kindern ab.

Es gibt aber auch echte Individualisten, die absolut denken und handeln. Manche mag ich trotzdem nicht. Und angepasste Biedermänner. Manche mag ich trotzdem.  Sind eben alles Menschen.

Ende Exkurs

Zurück zu Igitte.

Sie findet sich nicht fotogen und ließ sich leider nicht filmen. Kolumbi hat versucht, sie zu locken:

September 5 at 2008 7 Kommentare


Ausgewählt

Kurz und bündig

  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
  • Die meisten Beiträge entstanden aus Handspielen mit meinem Sohn Jan.
  • Hintergründe gibt es hier: Intro
  • Ein Steckbrief des Blogs, Kurzprofile der Figuren und Tipps zur Navigation unter: Neu hier!?
  • Stand der Abenteuer in der Kategorie (Sidebar): Stand der Dinge
  • Die Handfiguren sind im Text mit einem Link hinterlegt. Bei >Click< wird in einem neuen Fenster der Charakter vorgestellt. Alle kompakt unter: Akteure
  • Per Mouse over im Beitrag erhält man eine Kurzbeschreibung der Charaktere im Kästchen.

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