Posts tagged ‘Gedanken’

Gewöhnlich anders

Menschen, die betonen, wie anders sie doch denken und sind, leisten meistens einen Offenbarungseid ihrer Gewöhnlichkeit. Dabei finde ich gewöhnliche Menschen, die offen ihre Gewöhnlichkeit vertreten oft sogar deutlich andersartiger, als andersartige Menschen, die betonen, dass sie anders sind, weil sie nur anders sind, um nicht gewöhlich zu sein. Dabei sind sie so abhängig vom Gewöhnlichen, denn ohne gewöhnliche Menschen hätten sie kein Gegenpol, anders zu sein.

Juni 14 at 2009 8 Kommentare

Mahlzeit!

Das verstehe ich bis heute nicht. Da trödle ich verloren in der Firma auf das Klo und was höre ich? „Mahlzeit!“. Nun, das mag ja im weitesten Sinne dazugehören, aber sagt man das nicht vor dem Essen? So als kollegialen Ersatz von „Guten Appetit!“ vielleicht? Kollegen begrüßen sich mittags mit „Mahlzeit“, oder verabschieden sich sogar mit der Floskel. Also wenn sie in die Mittagspause gehen, um es deutlich zu sagen, quasi so als Ankündigung „Ich geh‘ dann mal was essen!“. Oder soll das eher eine Erinnerung sein?. „Jo, stimmt, bis dann!“, antworte ich dann auch meistens nur.

Am liebsten würde ich bei derartigen Grüßen beim Verlassen -ja Verlassen- der Kantine erst einmal aufklären. „Ja selbstverständlcih, gerne doch: Das Fleisch war gut durch, nur die Kartoffeln waren etwas von der Soße ertränkt. Beim Salat sollten Sie die Gurken aussortieren. Die Schale ist doch recht hart….“. Der Gruß muss doch eine Aufforderung gewesen sein, definitiv. „Guten Appetit!“ kann es ja nicht heißen, oder denkt der Kollege, ich hätte meinen Latz im Büro vergessen? Der Gruß überlebt auch wirklich nur anderthalb Stunden lang. Wenn ich zum Beispiel wegen Besprechungen erst um halb zwei essen gehe, wo die meisten schon gesättigt vor dem PC lümmeln, wird mir meistens ein „Guten Appetit!“ mit auf den Weg gegeben. Warum denn jetzt plötzlich das? Ist „Mahlzeit!“ nur von 11:45 -13:15 Uhr reserviert?

Mein Kollege hat immer die passende Antwort parat. Er erwidert einfach „Halbzeit!“. Das wird direkt überhört, bis man zehn Sekunden später ein irritiertes Stirnrunzeln registriert.

März 20 at 2009 9 Kommentare

Über dem höchsten Dach

Wenn ich Abstand brauche, schaue ich in den Himmel. Ich schaue mich um und warte. Ich warte, wie er sein Gesicht verändert.

Mein Blick  endet immer knapp über dem höchsten Dach. Denn bis hierher ist der Himmel überall gleich. Ich ersehne keinen blauen Himmel oder ein Ende der Dunkelheit, sondern stelle mir vor, wann und wo ich genau diesen Himmel bewundern durfte im Zusammenspiel mit einem Moment, der mir gut tat.

Egal ob blau, violett oder grau, bewegt oder still, hell oder dunkel, trüb oder strahlend, sternenklar oder sternenlos: Für jeden Himmel habe ich eine besondere Erinnerung genau bis zum höchsten Dach.

Und machmal habe ich Glück, dass mich ein Windhauch oder eine Sturmböe noch etwas näher an den Himmel heranführt. Als wollen sie sagen: "Komm‘ kurz mit!" Und dann komme ich kurz mit. Kurz über das höchste Dach.

März 14 at 2009 1 Kommentar

Zum Wohl (2)

Wenn ich in mir teils fremder Gesellschaft das Glas hebe, weiß ich nie was ich sagen und machen soll. „Prost“ klingt so spelunkenmäßig, „zum Wohl“ sagen meine Eltern, „Cheers!“ wirkt etwas weltmännisch protzig. Und zu warten und dann auf „Prost“ einfach mit „Prost“ zu antworten, finde ich zu einfallslos, ein „Dito“ dagegen pseudolustig. Manchmal zwinkere ich dann nur zu. Bei der Wahl eines „Auf die, den oder das…“ muss auch was Sinnvolles folgen. Mir fällt da meistens nur „die Zukunft“, „den schönen Abend“ oder „die Liebe“ ein.  Schlimmer noch, wenn jemand etwas vorgibt wie zum Beispiel „Auf dass wir öfter so nett zusammensitzen!“ oder andere peinliche Gesprächslückenfüller. Muss ich das dann wiederholen? Oder nicke ich nur wohlwollend und murmele „Ja, ja!“?

Anschließend gleich die nächste Herausforderung: Stoße ich an oder hebe nur das Glas? Wenn einer anfängt, muss jeder mit jedem seine Gläser klingen lassen. Stimmt doch, oder?  Das muss anscheinend eisern durchgezogen werden. Aber wenn ich anstoße, darf ich mich dann über Kreuz mit anderen Anstoßern über den ganzen Tisch beugen? Bei 8 Leuten müsste man übrigens insgesamt 7+6+5+4+3+2+1 mal anstoßen, also 28 x. Da ist das Essen schon kalt.

Und dann noch dieser Zwang zum Augenkontakt. Das ist doch kaum zu schaffen ohne Rotweinflecken. Zur Strafe gibt es dann bekanntlich sieben Jahre schlechten Se.xx . Ich hab schon 154 Jahre zusammen, fragt sich nur mit wem.

Am liebsten würde ich, sobald die Gläser gefüllt sind und das Essen auf dem Tisch steht, einfach ohne viel Palaver gleich losspachteln…Ich glaube, ich mache mir gerade unnötig Gedanken…

März 5 at 2009 10 Kommentare


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