Posts tagged ‘Erziehung’

Authentisch

Erziehung ist ein Fass ohne Boden. Gerade wieder akut, als unser Filius aus Passivität heraus in der Schule zu seinem Nachteil etwas aufgeschoben und damit verpasst hat. Was, ist hier unwesentlich. In solchen Augenblicken, in denen die "Schuldfrage" gar nicht recht zu stellen ist, zwinge ich mich selbst  zu fragen, was ich wirklich will. Und hierfür benötige ich selbst eine Orientierung, die mich zu einer Lösung führt.

In diesem Sinne ist dies hier kein semiwissenschaftlicher Aufsatz oder gar Anleitung, sondern ich formuliere mal aus, was mich gerade beschäftigt. Nach dem Motto "Schreiben reinigt!". Jeder hat hier seine  Landkarte. Wer will, schaut einfach mal auf meine.

Wer sich mit Kindern befasst, hat in der Regel bestimmte Erziehungsgrundsätze. Hier stehen oft Begriffe wie Konsequenz, Dialog, Selbsterfahrung, Wertevermittlung, Grenzsetzung und -ausdehnung im Fokus, die sich bei aller Richtigkeit oft genug gegenseitig beißen. Uns hilft hierbei ein Leitmotiv, das wir über den "Erziehungsauftrag" (schlimmes Wort) stellen: Authentisch sein .

Authentizität ist aber ein sehr schwammiger Begriff. Das klingt erstmal nach "Machen, wie einem gerade zumute ist." Das Gegenteil von Konsequenz. Und eine wissenschaflich klingende Rechtfertigung für Pseudo-Individualismus a la "Du must mich so nehmen, wie ich bin". Deshalb kurz mal ein Abriss, was wir darunter im Rahmen von Erziehung verstehen: (mehr …)

Dezember 12 at 2008 Hinterlasse einen Kommentar

Die hohe Baumschule

„Ich gucke mich noch ein wenig um!“, rief Hotz, der Hirschhase und schaute angestrengt von links nach rechts über die Wipfel der angrenzenden Baumschule. Er saß etwas eingezwängt in einer Astgabel und sein linkes Ohr büßte etwas Spannkraft ein. Das Haarspay verlor langsam seine Wirkung und musste eigentlich dringend aufgefrischt werden.

„Die Maulwürfe müssen mal wieder ihren Dreck wegmachen!“. Hotz konnte sogar die entfernte Weide mit den wahllos verteilten Erdhäuflein erkennen. Er hatte wirklich einen guten Überblick über sein ‚Reich‘ als selbsternannter König des Waldes. Hoch über dem Waldboden umklammerte er einen dünnen Zweig für ein besseres Gleichgewicht. „Nur weil Maulwürfe blind sind, heißt das noch lange nicht, dass ich mir diese Sauerei anschauen muss.“, schimpfte er mit erhobener Stimme.

Tock, tock, tock. „Und Herr Specht hält die Mittagspause nicht ein.“ Seine Stimme überschlug sich: „Du da, Ruhe jetzt! Sonst ist was los!“. Tock, tock, tock. TOCK, TOCK, TOCK!

„Ich muss hier mal andere Saiten aufziehen!“, erboste sich Hotz und fuchtelte mit seinen Vorderläufen. Nur mit Mühe konnte er sich gerade noch an dem dünnen Zweig halten.

Unten knackten die Hirsche teilnahmslos einige Eicheln. „Hmmm“, brummten sie. Vor mehreren Stunden hatte Hotz ihren Rehen das Schmatzen abgewöhnen wollen. Hirsche mögen nicht, wenn man sich in ihre Angelegenheiten einmischt.

„Igitt! Könnt ihr Borkenkäfer euch nicht eine andere Rinde suchen? Und überhaupt! Habe ich euch das erlaubt?“ Zwei Borkenkäfer krochen langsam in ein Loch auf dem kranken, morschen Ast. Der schmeckte und würde auch weiter schmecken, Hotz hin oder her. „Krzzz!“, klang es verdächtig unter Hotz‘ Blume. Der Ast drohte jeden Moment unter der Last von Hotz Gewicht abzubrechen. Hotz hielt den Atem an.

„Darf ich jetzt wieder runter?“, flüsterte Hotz und blickte nach unten, ohne sich zu bewegen. 

Für einen kurzen Augenblick war das zermahlende Knorpsen von Hülsenfrüchten das einzige Geräusch im Wald. „Hmmm“, brummten die Hirsche und waren mit ihrer ‚Baumschule‘ als Erziehungsmaßnahme sehr zufrieden.

November 20 at 2008 4 Kommentare

Die Rollen der Rollen

Playmobil, Barbie, wilde Agentenkämpfe oder das Karnevalskostüm: Rollenspiele haben einen festen Platz in der Kinderwelt. Meist aber spielt das Kind allein oder mit anderen Kindern.

Eltern spielen –im wahrsten Sinne des Wortes- nur selten eine Rolle. Vielleicht in ganz jungen Jahren, wenn das Kuscheltier mit piepsiger Stimme einige beruhigende Worte zum Einschlafen murmelt oder Papa als Jens Lehmann im Tor steht und Poldi den Ball in den oberen Winkel semmelt. Aber aus meiner Erfahrung selten als eigenständige Welt oder Figur. 

Dabei haben virtuelle „Kunstfiguren“, ob in Puppenform oder als Schauspielrolle, auch pädagogisch ihren eigenen Charme: 

Dieses Blog ist ja quasi ein Extrakt aus Rollenspielen zwischen meinem Sohn und mir. Eher ein spontanes Ergebnis, meist ohne Plot und Drehbuch. Ich will nun um Himmels willen nicht behaupten, dass diese abgefahrene Welt „pädagogisch wertvoll“ ist. Aber die Dynamik, die sich um die Figuren aufbaut, hat interessante Nebeneffekte neben dem reinen kreativen Zeitvertreib. 

Betonung liegt auf „Nebeneffekte“: Rollenspiele nie instrumentaliseren! Das wird schnell durchschaut, ist nur noch Krampf und kann alles zerstören.

Trotzdem habe ich mal fünf Effekte pseudo-pädagogisch rausgefiltert, wie ich Donky schon „missbraucht“ habe:

(mehr …)

Oktober 15 at 2008 7 Kommentare

Väter reloaded

Es ist schon eigenartig.

Ich suche nach Vätern und finde Männer.

Ich suche nach Eltern und finde Mütter.

Väter-Blogs, also Beiträge die sich um Freizeit, Erziehung, das neue Rollenverständnis, Probleme mit Kindern aus Vater-Sicht befassen, finden kaum statt (mit Ausnahmen ). Blogs, die sich als Väter-Blogs bezeichnen, betreiben Männer, die über Ihre eigenen Hobbys und Christi-Himmelfahrt-Fantasien extra außerhalb der Familie reden wollen. "Echte Männersache" eben, weg vom ewigen Familienvater-sein-müssen.

Mutter-Kind-Blogs dagegen mit ergiebiger Foto-Dokumentation überschütten das Internet…und werden gelesen! Höchtswahrscheinlich von Müttern.

Aber wo sind aber Väter? (mehr …)

September 29 at 2008 5 Kommentare

Ente auf der Autobahn

Die Bande trudelt ein!

Gonky , Donkys Bruder ist der einzige aus dem Ausland, nämlich aus Südafrika, der zur Vorstellung kommt. Buchhilde und Finkel leben im Allgäu am Forggensee. Gonky ist aber noch nicht da!

Die ersten 5000 km klappten für Gonky ganz gut, dann ein kleiner Sandsturm, 3000 km weiter einen Freund in Italien besucht, ab über die Alpen und ab Karlsruhe zu Fuß auf der Autobahn. Leider Stau! (Vielleicht gestern im Radio gehört: „A5, 4 Kilometer zwischen Bruchsal und Kronau Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn“).

Er hätte eigentlich irgendwann auf die A 61 abbiegen müssen, denn wir leben in Bonn.

Wir, das sind mein Sohn Jan, 8 Jahre, meine Frau und ich, Christian. Die Bande begleitet uns seit 3 Jahren.

Angefangen hat alles mit Donky, der Ente:

(mehr …)

August 20 at 2008 Hinterlasse einen Kommentar


Ausgewählt

Kurz und bündig

  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
  • Die meisten Beiträge entstanden aus Handspielen mit meinem Sohn Jan.
  • Hintergründe gibt es hier: Intro
  • Ein Steckbrief des Blogs, Kurzprofile der Figuren und Tipps zur Navigation unter: Neu hier!?
  • Stand der Abenteuer in der Kategorie (Sidebar): Stand der Dinge
  • Die Handfiguren sind im Text mit einem Link hinterlegt. Bei >Click< wird in einem neuen Fenster der Charakter vorgestellt. Alle kompakt unter: Akteure
  • Per Mouse over im Beitrag erhält man eine Kurzbeschreibung der Charaktere im Kästchen.

In Monaten

Kategorien

Immer aktuell

Kalendersuche

Mai 2020
M D M D F S S
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
__________

Fotos (Press red button)

Press button
free hit counters
Add to Technorati Favorites