Posts tagged ‘Donna schreibt’

Der erste freie Feldlauf

Neue Runde in Donna’s Schreibprojekt. Diesmal wurde der Anfangssatz „Niemand hatte damit gerechnet“ vorgegeben.

Der erste freie Feldlauf

Niemand hatte damit gerechnet. Da war er sich sicher, so oft wie sie ihn übersehen hatten. Nur weil er keine Beine hatte, wie er meinte. Gefesselt blickte Kolumbi die goldene Dose empor. Mit glänzenden Augen kroch der Holzwurm die Trophäe hoch, schaute über die große Wiese und wartete. Vor ein paar Tagen war er buchstäblich meilenweit von diesem Triumph entfernt gewesen…

„Ich stürze mich jetzt vom Ast!“, rief Kolumbi in die Menge. „Aber weint nicht um mich!“ Der Holzwurm lugte vom Kastanienbaum in die Tiefe. Die anderen Tiere, die sich aus dem ganzen Park versammelt hatten, tuschelten aufgeregt. „Aaaah!“, schrie der Wurm und ließ sich fallen, bis er federnd ins Gras plumpste. Während er langsam erkannte, dass der Sprung doch nicht so lebensbedrohlich war wie gewünscht, tuschelten die Tiere munter weiter. Mühsam rappelte er sich auf und seufzte. Noch nicht mal seinen Tod hätten sie zur Kenntnis genommen. Stattdessen war ihnen sogar eine Pappe am Nachbarbaum wichtiger, die schon minutenlang für regen Gesprächsstoff sorgte.
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Oktober 23 at 2010 12 Kommentare

Pagalinis Morgenstunde

Start frei für meinem zweiten Beitrag zu Donnas Schreibprojekt bei „Donna schreibt!“. Wieder wird ein Anfangssatz für eine Geschichte vorgegeben. Diesmal: „Von Leidenschaft zu sprechen, war vielleicht nicht angemessen…“

Pagalinis Morgenstunde

Von Leidenschaft zu sprechen, war vielleicht nicht angemessen. Zu lustlos spulte Pagalini seine Liederliste ab. Kein Vergleich zu Zeiten, als die Amsel noch von der höchsten Tannenspitze weit und breit mit virtuosen Melodieläufen ihr Revier verteidigte. Die Artgenossen verstummten dann lieber und übten zunächst irgendwo im Maisfeld, um sich nicht zu blamieren. Pagalini war der Herr der Wipfel und Schornsteine, der Popstar unter den Amseln, was den Staren natürlich überhaupt nicht gefiel. Und selbst die Krähen standen etwas früher auf, um verzückt den Morgensonaten zu lauschen, obwohl sie selbst nicht den Hauch eines musikalischen Talents besitzen. Er genoss seinen Ruhm. Aber jetzt? Nein, leidenschaftlich war das monotone Geträller wirklich nicht. Nur noch laut. Und vor allem früh!

Zu früh für Donky, den Erpel, der nur ein Meter entfernt von Pagalini in sein Gefieder reinmeckerte. Er mochte Amseln noch nie, auch keine leidenschaftlichen. Er mochte niemanden, der ihn um 5 Uhr morgens weckt und vor allem nicht direkt neben seinem Ohr. Aber was blieb ihm anderes übrig, als das dröge Gepiepe Pagalinis zu erdulden, das nur noch an schlecht programmierte Handy-Klingeltöne erinnerte? Denn Donky bekam immer kalte Füße, wenn er in sicherer Entfernung im Schilf döste wie die anderen Enten. Also schlief er auf dem kuschelig mit Moos bedeckten Baum mitten im Park. Der Preis dafür war jedoch hoch und kostete drei Stunden Schlaf. (mehr …)

Juni 26 at 2010 10 Kommentare

Tauchfahrt nach Elin

Schreibprojekt von Donna: Sie gibt einen Anfangssatz vor und die Teilnehmer schreiben ihn als Geschichte weiter. Kreative  Sache, wie ich finde! Diesmal zu: „Perfekt, alles lief wie am Schnürchen…“

Tauchfahrt nach Elin

Perfekt! Alles lief wie am Schnürchen.
Das Boot lag am Rand des Teiches und Donky, die Ente, war auch schon vor Ort, um Red zu Wasser zu lassen. Tage lang hatte der Marienkäfer sein U-Boot vorbereitet. Die Etiketten von dem kleinen Schnapsfläschchen hatte er für eine einwandfreie Rundumsicht sorgsam abgeraspelt und den Verschluss mit etwas Kaugummi aus dem Abfallkorb abgedichtet. Eine kleine Feder steckte als Ruder im Verschluss und ließ sich leicht von innen bedienen.

Alles war fertig für den größten Tauchgang in der Geschichte des Parks: Der Expedition nach Elin. Red, der große Entdecker! Seine Artgenossen lachten ihn aus: „Elin? Das ist doch ein Märchen! Und gerade du willst es finden?“ Sie lachten ihn eigentlich immer aus. Red hatte nämlich keine Punkte auf seinem Rücken. Punkte sind aber sehr, sehr wichtig für Marienkäfer. So dachten es jedenfalls die Genossen mit Punkten, denn eigentlich haben die Punkte wenig Sinn und es ließe sich als Marienkäfer auch wunderbar ohne sie leben. Das sah Red zwar auch so, nur die anderen leider nicht. „Stimmt gar nicht!“, keifte er schnippisch zurück, „Elin gibt es, basta!“ Er hatte eine Mission, er alleine. Wie immer.

Die Legende von Elin, der gewaltigen Arena, versunken auf dem Grund des Ententeiches, war so alt wie der Park selbst. Tausende Insekten hätten einst auf der kreisförmigen Tribüne Platz gefunden, um Wettkämpfe zu bejubeln und ihre Helden zu feiern, nachdem diese unter großen Verlusten die Seile der verhassten Spinnennetze gekappt hatten. Auf der kleinen Anhöhe im Wald soll das Amphitheater gethront haben, nicht weit von der Straße, bevor Riesentrolle es entwurzelt und in den See gekippt hatten. Hunderte Ameisen ertranken nach der Krönungsfeier ihrer Königin. So wurde es seit Generationen jedenfalls überliefert. Und eine Generation dauert bei Insekten gar nicht mal so lang. Da kommen in ein paar Jahren viele Generationen zum Überliefern zusammen. Einige Kaulquappen meinten sogar, Elin schon mal gesehen zu haben, aber wer glaubt schon Kaulquappen? Kaulquappen finden Insekten-Theater auch ziemlich langweilig, so dass sie auch nicht weiter nachforschten.

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Mai 29 at 2010 19 Kommentare


Ausgewählt

Kurz und bündig

  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
  • Die meisten Beiträge entstanden aus Handspielen mit meinem Sohn Jan.
  • Hintergründe gibt es hier: Intro
  • Ein Steckbrief des Blogs, Kurzprofile der Figuren und Tipps zur Navigation unter: Neu hier!?
  • Stand der Abenteuer in der Kategorie (Sidebar): Stand der Dinge
  • Die Handfiguren sind im Text mit einem Link hinterlegt. Bei >Click< wird in einem neuen Fenster der Charakter vorgestellt. Alle kompakt unter: Akteure
  • Per Mouse over im Beitrag erhält man eine Kurzbeschreibung der Charaktere im Kästchen.

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