Posts filed under ‘mir & uns’

Edinburgh Horror (Nicht unter 18 J.)

Ich sag‘ es gleich: Es war blanker Horror. Abgetrennte Gliedmaßen, apathische Schreie,  freie Hirnmasse, eine eingeschlossene Frau im brennenden Taxi, überall Blut und ein ein kleines Kind, das mit starrem Blick die Szene verfolgte. Und ich hielt diesen grausamen Augenblick mit meiner Kamera fest. Ab hier dürfen nur ganz Hartgesottene weiterklicken. Ich muss… sorry…oh mein Gott…

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Oktober 13 at 2011 8 Kommentare

Jameson on the rocks

Und schon wieder einen Monat her…

Fantastische Idee, anstatt zwei Dosen Bier eine höhere Potenz mit kleinerer Dosierung zu wählen. Ob ich dadurch beim Aufstieg auf den Derryclare (Connemara, Irland) mein T-Shirt einmal weniger auswringen musste, ist allerdings zweifelhaft. Zumindest haben wir in Jamesons Gesellschaft den Gipfelblick genießen können und haben deshalb beinahe den Bus verpasst (unten, nicht auf dem Gipfel. Da war nämlich nur Gipfel. Und zwischen diesem und der Bushaltestelle Moor, der „Abkürzung“ sei Dank.)

Jameson on the rocks

Oktober 13 at 2011 3 Kommentare

Prosommer

Oh Sonne, was kann ich dafür,
dass ich hier wohn‘ nicht artgerecht,
die falsche Zone (Wetter schlecht),
gemäßigt, fern der Côte d’Azur?

Warum wurde ich Sonnensohn
in dieses Land nur strafversetzt?
Ich bin und bleibe, tief verletzt,
ein Irrtum der Evolution.

Für Liegestühle, Meeresbad
und Grillbesteck fühl‘ ich nun mal
mich anatomisch ideal:
Was soll ich hier bei achtzehn Grad?

Oh Sonne, ich vermiss’ dich so,
ach komm’ (doch halt’ die Nächte kühl)
zum Wochenende, nicht so schwül,
und bitte sonst nach dem Büro.

Juli 27 at 2011 2 Kommentare

Kritikfähige Drachen

Jan (11) hatte in der letzten Deutsch-Klassenarbeit die Aufgabe, ein Märchen fortzusetzen. Schön lebhaft und phantasievoll geschrieben, was auch entsprechend belohnt wurde.

Ich möchte euch jedoch nicht eine Passage nach zwei DIN 4 Seiten vorenthalten, die entstand, just nachdem die Lehrerin „Noch zwei Minuten!“ in den Klassenraum warf:

… Diesmal war es ein Fuchs, dem er wieder folgte, bis dieser vor einer Höhle stehen blieb. Der Dummling bedankte sich ein drittes Mal und schritt hinein.
„Hallo? ist da jemand?“, fragte er ängstlich. Auf einmal stolperte er über etwas. Es war eine Drachenklaue! Doch er entdeckte auch den Pilz. Er nahm ihn und schlich hinaus.
Plötzlich packte ihn die Klaue, mit letzter Kraft befreite er sich. Doch der Drache folgte ihm. Aber anstatt ihn zu töten, sprach er: „Entschuldigung!“

(Dann noch etwas blala Thron besteigen blabla heiraten und glücklich bis an ihr Lebensende blabla in Rekordzeit)

Ich liebe straffe Handlungen. Also, falls sich mal jemand verhaspelt und wieder mal nicht zum Ende kommt, wie ich jetzt gerade, einfach mal sagen:

„Entschuldigung!“

Juli 25 at 2011 1 Kommentar

Antisommer

Ohne dass ich hetze, flitze,
läuft der Saft in meine Ritze.
Bleibe kleben, wenn ich sitze.
Weil ich schwitze, schwitze, schwitze.

„Einen Tag lang, auch bei Hitze!“
Mieses Deo, machst du Witze?
Eine Stunde wär’ schon spitze.
Denn ich schwitze, schwitze, schwitze.

Wo sind Hagel, Donner, Blitze?
Wolkenbruch! Mensch Himmel, spritze!
Schauerchen? Paar kleine, klitze?
Nein, ich schwitze, schwitze, schwitze.

Juli 15 at 2011 4 Kommentare

Midlifecrisis oder was?

War da was? Da muss doch was sein! Hey, ich habe inzwischen über 40 Lenze auf dem Buckel und ich finde, dass die Zeit reif ist. Die Midlifecrisis steht an. Nicht, dass sie Besitz von mir ergriffen hat. Nein, ich kann die Zahl 40 problemlos artikulieren. 40, 41,  42… Bei 49 mache ich vorsichtshalber mal Schluss.  Aber das ist doch nicht die Ruhe vor dem Sturm, oder?

Ich muss mir vorhalten lassen, dass ich nicht vorgesorgt habe. Ich habe bei der Wahl meiner Bleibe keinen Platz für den Kickertisch einkalkuliert, wie wahrscheinlich die Mehrzahl der 30-Jährigen Hypothekenzahler. Ich war auch noch nicht in Tibet. Und die letzten 200 € habe ich nicht für Bungee-Springen vom Matterhorn ausgegeben, sondern für einen neuen Durchlauferhitzer. Auch mit der Wahl meiner Sportart habe ich kein rechtes Fingerspitzengefühl. Anstatt  den jungen Spunden beim Golf noch zeigen zu können, was Erfahrung ausmacht, spiele ich Volleyball in einer Gurkentruppe, wo jeder seine kaputten Knochen oder Pfunde über das Feld schleppt. Ich besitze noch nicht mal einen Motorradführerschein. So grenzt man sich nicht ab!

Ich habe für die anstehende Suche nach dem Sinn des Lebens nicht vorgesorgt.  So ist es.  Gut, ich spende immerhin ab und zu für die Welthungerhilfe. Das ist doch auch was! Nicht ganz  vergleichbar mit unzähligen Rechtsanwälten und Bauingeneuren, die sich nach dem Dachgeschossausbau der eigenen Resozialisierung widmen. Gern mit einem Engagement im Lokalbüro von  "Amnesty International" oder dem Bau eines Kinderspielplatzes. Aber: Ich tue was! Zumindest passiv. Dass ich in Kürze berühmter Autor werde, möchte ich auch nicht unerwähnt lassen.

Sonst warte ich, wann sie denn kommt, die Midlifecrisis, und mache nichts Voreiliges. Maximal schreibe ich vielleicht noch mal einen Artikel darüber. Ich will mein Pulver ja nicht vorher schon verschießen.

Juni 25 at 2010 4 Kommentare

Damals und heutzutage

Neulich traf ich einen Freund. Und mit neulich meine ich eine noch voll im Saft stehende Erinnerung, wie eine Perle auf meinem aktuellen Lebensstrang. Neulich gehört quasi noch zu heute, nur knapp neben vorhin.

Wir hatten uns lang nicht gesehen. Und wie das bei solch Treffen mit alten Freunden ist, folgte auf das neugierige Abklopfen der Gegenwart mit „Was machst du so?“ schnell das nostalgische „Weißt du noch?“, als wir gemeinsam in der alt vertrauten Musikkneipe zur dämmerigen Tanzecke schauten. Schon allein die Fragestellung deutet darauf hin, dass wir diese Ereignisse, die wir nun wie ein Puzzle im Dialog aufarbeiteten, ja auch vergessen hätten können. So lang ist es her. Das muss man sich mal vorstellen. Und damit nicht genug. Ja, wir nahmen das Wort tatsächlich mehrmals in den Mund: Wir sprachen von damals. Hiermit bekenne ich mich dazu, es benutzt zu haben. Ich bin ein Damals-Sager. Dieses Wort endete lange Zeit für mich irgendwo im Krieg oder knapp danach. Es war fest verbunden mit Schilderungen meiner Großeltern über die dramatische Zeit. Alles danach war eher vor ein paar Jahren, also mehr oder weniger direkt vor neulich. Ansonsten benutzte ich das Wort vielleicht noch für Diskussionen über das Mittelalter oder Napoleon.
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Juni 8 at 2010 7 Kommentare

Wunschperspektive

Wenn man sich nichts wünscht, außer nichts verlieren zu wollen, was man sich zuvor sehnlichst gewünscht hat, ist man dann wunschlos glücklich oder wird der Wunsch dann nur durch die Angst ersetzt?

Januar 26 at 2010 4 Kommentare

Die ideale Wiedergeburt

Wie ein Adler über den Wolken schweben. Ohne Grenzen, nur der Schrei der Freiheit hallt durch die Lüfte. Adler werden bevorzugt als geeignetes Tier für eine wunschgemäße Wiedergeburt genannt. Dazu noch einen gewissen Herrschaftsanpruch und möglichst weit oben in der Nahrungskette. Das ging auch an mir lange nicht vorbei. Ja, ein Adler wollte ich lange Zeit nach meinem Tod sein. Jetzt mal unabhängig davon, ob der Wunsch realistisch ist und ob ich doch eher extrem weit unten in der Hierarchie sogar Pflanzen mit Mineralien versorge, konnte ich mich mit dem Gedanken gut anfreunden. Zumal ich zur der Zeit nicht fliegen konnte.

Inzwischen ist mir aber bewusst, dass so ein Adler auch nichts zu lachen hat. Erstens fliegt er da ziemlich einsam ohne Unterhaltung durch die Gegend und viel von der kilometerweiten Bergsicht hat er auch nicht, da er viel zu konzentriert auf süße Kaninchen oder ähnliche Leckereien achtet. Und das nur, weil er einen Mordskohldampf hat. Nichts mit Segelidylle. Dazu muss man satt sein. Zu allem Überfluss noch der windige Horst in eisiger Kälte. Nein, der Adler hat seine Premiumstellung für das Leben danach mit dieser nüchternen Einschätzung eingebüßt.

Aber apropos Kaninchen. Die schnucklige Alternative zum Adler. Aber wo? Freie Wildbahn? Also als Fluchttier lebt man  in ständiger Angst vor unkalkulierbaren Übergriffen. Und selbst im Stall als Streicheltier wäre man der Willkür rabiater Vorschulkinder ausgesetzt, die einen immer zum ungünstigsten Zeitpunkt wahlweise von Salatblatt oder Hinterteil der Mitbewohnerin entreißen. Nach den Kindern kommt direkt der Koch als Horrorherrchen. Keine Chance! Und nun? (mehr …)

Januar 11 at 2010 6 Kommentare

Scheiß Wetter

So, Schluss jetzt mit Sommer und Hitze! Ich warte auf den November: Luftige 9 Grad und erfrischenden Nieselregen. Eine Wonne! Ich kann was ausziehen oder mehr anziehen, wie es gerade passt. Im Sommer ist dagegen irgendwann die letzte (vertretbare) Hülle gefallen.

Ich weiß, ich stehe mit der Meinung ziemlich alleine da. 99% der Deutschen bevorzugen 35 °C. Damit sind sie Opfer des fatalen Irrtums der Evolution, die sie ohne zu fragen in die gemäßigte Zone setzte. Und das, obwohl sie physiologisch doch eigentlich für die Liegestühle der Costa del Sol geschaffen sind. Und wenn nach drei Tagen Hitze schließlich doch 99% der besagten 99% über das Wetter in Deutschland meckern, dann liegt es an der Art der Hitze, die ja in Deutschlang ganz anderes ist als in TUI-Land. So schwül und so. Alles Quatsch: Hitze ist Hitze. Und Hitze ist Schwitzen.

Überhaupt: Sommer ist langweilig! Ich gucke rechts, links und nach oben und alles ist blau. Und eine halbe Stunde später auch. Nichts passiert in der Landschaft, außer dass ich muffige Luft atme, als ob ich meine Nase in einen Fön halte. Keine spektakulären Wolkenspiele, dafür alles zweidimensional wie die Millionen langweiligen Urlaubs-Postkarten von irgendeinem x-beliebigen Strand, der letztendlich auch nicht anders aussieht wie die XXL-Version des aufgekippten Sandes im Freibad. Und dafür Tausende Euro den Reiseanbietern in den Rachen schieben. Na ja, man ist ja über den lokalen Abzock-Wochenmarkt gegangen und hat dabei Land und Leute kennengelernt („Ganz schön aufdringlich, diese Tunesier!“). Schwaches Alibi. 1000 € für 3 Wochen Sonnengarantie. Das ist der einzige Grund. Und danach 49 Wochen gefangen im falschen Land.

Apropos Sand: Völlig überflüssig, nein sogar lästig. Hängt monatelang in den Klamotten, mindestens aber in den Schuhen und für jedes Foto muss ich aufwändig meine Kamera aus einer Tüte kramen, weil mir das Zeugs sonst die Mechanik ruiniert. Andererseits. Was soll ich überhaupt fotografieren?

„Aber ist es nicht schön, abends bei einem gekühlten Getränk lange draußen auf der Wiese am Grill oder im Biergarten zu sitzen?“ Bei dieser Floskel werde ich fast weich, denke aber unmittelbar danach an die 12 Stunden, die ich vorher ertragen musste. Kneistend und blinzelnd, weil ich regelmäßig meine Sonnenbrille vergesse oder verliere, so dass ich anschließend erst einmal mit einer hartnäckigen Gesichtslähmung zu kämpfen habe. Im Sommer sitzt man im Biergarten draußen, im Winter drinnen. So einfach ist das. Nur mit dem Unterschied, dass ich draußen grundsätzlich im zielstrebigen Dunst einer meterweit entfernten Zigarette sitze. Und Grillen? Na, dann eben nicht, wenn’s nicht geht! Pizza ist doch auch lecker, oder?

Ja, ok, ich mag Sonne, schon allein wegen der Glückshormone, die das Teufelsding freisetzt. Ich möchte ja nicht zum Selbstmörder mutieren wie die ganzen armen Skandinavier. Das wird zum Herbst ja ganz schlimm bei denen. Aber Sonne eben ohne Sommer. 10 Monate ohne Juli und August. Den Juni sei noch denen gegönnt, die sich sonst das Leben nehmen würden, wie die ganzen Skandinavier. Nur Sonne wie an einem frischen Frühlingstag oder im goldenen Oktober, leicht gehemmt und zurückgezogen. Eine Sonne, die Aktivitäten anregt und nicht verbrennt.

Allen 99% verkappten Südländern wünsche ich noch einen knackigen Rest-Sommer. REST! Natürlich nicht so lange und nicht so schwül und nicht im Büro und nicht nachts, aber vor allem…NICHT BEI MIR!! Den restlichen 1% sage ich nur: Bald ist es vorbei!

August 18 at 2009 10 Kommentare

Macke

Würfelspiel ab 2 Personen

Alter: Für alle, die schon bis 5000 rechnen können

Erforderlich: 5 Würfel, Würfelbecher, Block, Stift

Geeignet:

für ungedeckte Holztische, für DIN 4 Speisekarten als Unterlage, für Bifi-Pausen bei Kilometer 43, für Regen drinnen,  für Sonne draußen, in der Pause zwischen Pizza Tonno und Erdbeerbecher, mit Blick auf die Lahn bei einem gekühlten Weilburger Pils

Nicht geeignet:

für federnde Frisbeescheiben-Innenseiten, für laute Keramiktische, für Terrassenplätze direkt am Geländer, für Gras, für Regen draußen, neben einem Weinglas, mit abgebrochenen Bleistiften, beim Radfahren, zwischen Isomatten im Zelt nach 22 Uhr ohne Taschenlampe.

Regeln:

Werte gefallener Würfel:

  • 5 (Wert 50)
  • 1 (Wert: 100)
  • 3er Pasch (3 Würfel einer Zahl auf einem Wurf. Wert: 2-6 entspricht 200 – 600; 1 entspricht 1000). Ein Pasch kann nicht gesammelt werden.

Zug:

Spieler 1 beginnt:

Der Spieler kann bei jedem Wurf einen oder mehrere Würfel mit Wert (bzw. einen Pasch)  rauslegen oder den Zug beenden.

Würfelt der Spieler weiter, so kann bei jedem Wurf zusätzliche Würfel rauslegen. Die Chance auf Würfe mit Werten wird jedoch immer geringer. Der Spieler darf auch Würfel mit Wert erneut würfeln. Beispiel: 5 wird wegen geringen Wertes von 50 nicht rausgelegt in Hoffnung auf eine 1 (Wert: 100) oder einen Pasch (Wert: mindestens 200). Mindestens ein Würfel muss jedoch bei jedem Zug rausgelegt werden.

Zugende:

  1. Der Spieler notiert die Summe der Würfelwerte, vorausgesetzt im letzten Wurf fielen Würfel mit Werten 1 oder 5 bzw. Pasch (Beispiel: 2 x 1  + 1 x 5 aus dem ersten Wurf und 1 x 5 aus dem zweiten Wurf ergeben 300 Punkte).
  2. Sind bei einem Wurf weder Würfel mit Wert 1 oder 5 oder ein Pasch gefallen, ist der Zug beendet und der nächste Spieler beginnt. Es werden für diesen Zug 0 Punkte für den Spieler notiert. Dabei ist egal, ob der Spieler vorher bereits Punkte rausgelegt hat.
  3. Sind alle 5 Würfel rausgelegt, muss/darf der Spieler erneut mit allen Würfeln weiterspielen. Fällt jedoch kein Würfel mit Wert oder ein Pasch, sind alle vorher gewürfelten Punkte verloren und der Spieler notiert eine 0. (Beispiel: Rausgelegt: 3er Pasch mit Einsern und 2 x 5 entsprechen 1100 Punkte. Alle Würfel werden erneut gewürfelt: 2 x 6, 2 x 3, 1 x 4. Die 1100 Punkte verfallen und der Spieler notiert: o!)

Spielende:

Wer zuerst 5000 Punkte erreicht hat, gewinnt. Ist die Runde noch nicht beendet, haben die restlichen Spieler noch einen Nachwurf. In dem Fall gewinnt der Spieler, der die höchste Punktzahl über 5000 erreicht.

Juli 24 at 2009 Hinterlasse einen Kommentar

Welcher Grußtyp bin ich?

Ich oute mich jetzt mal. Netten Bekannten, die ich aber nicht als meine Freunde betrachte, gebe ich am liebsten nur die Hand. Bisschen herzlicher vielleicht, mit beiden Händen oder kurzen Griff an die Schulter (Obama macht das auch so), aber das reicht. Keine Umarmungen, bei denen ich regelmäßig  immer die falsche Seite wähle, um so entweder peinliche Kopfstoßer oder Lippenberührer zu verursachen. Ganz nebenbei schleppe ich dabei den ganzen Abend irgendein fremdes After Shave oder Parfum mit mir rum.

Das wirkt alles etwas steif, wenn ich nach einer hemmungslosen Begrüßungsorgie mein „Hallo zusammen!“ in die Runde winke. Aber es kürzt die Zeremonie wohltuend ab, so dass ich oft auch Erleichterung in vielen Augen erkennen kann. Vor allem bei denen, die sich noch nicht als Handschüttler geoutet haben und das Spiel mit pointierter Offenenheit nur notgedrungen mitmachen.

Der Daumengriff-Shaker war lange Zeit mein Ausweichgruß (nur bei Männern natürlich). Das wirkte locker, war es aber nicht. Meistens merkte ich, dass mein Gegenüber auch ein verkappter Handschüttler war. Also schüttle ich seit dieser Erkenntnis doch einfach die Hand und beide strahlen über beide Backen bei soviel Unverkrampftheit.

Mit dem dreifachen Luftwangenkuss (nur bei Frauen natürlich) freunde ich mich langsam an. Etwas Körperdistanz und wenn ich weiß, auf welcher Seite ich anfange, hat es sogar etwas diskret Vornehmes. Sonst jedoch nicht. Bei guten Freunden sieht das etwas anders aus. Die knuddle ich, was das Zeug hält, auch wenn sie eigentlich bekennende Handschüttler sind. Da müssen sie durch.

Ach, tat das gut! Nach diesem Befreiungsschlag darf sich hier jetzt jeder hemmungslos outen. Natürlich nur, wer will.

Juni 5 at 2009 5 Kommentare

Über dem höchsten Dach

Wenn ich Abstand brauche, schaue ich in den Himmel. Ich schaue mich um und warte. Ich warte, wie er sein Gesicht verändert.

Mein Blick  endet immer knapp über dem höchsten Dach. Denn bis hierher ist der Himmel überall gleich. Ich ersehne keinen blauen Himmel oder ein Ende der Dunkelheit, sondern stelle mir vor, wann und wo ich genau diesen Himmel bewundern durfte im Zusammenspiel mit einem Moment, der mir gut tat.

Egal ob blau, violett oder grau, bewegt oder still, hell oder dunkel, trüb oder strahlend, sternenklar oder sternenlos: Für jeden Himmel habe ich eine besondere Erinnerung genau bis zum höchsten Dach.

Und machmal habe ich Glück, dass mich ein Windhauch oder eine Sturmböe noch etwas näher an den Himmel heranführt. Als wollen sie sagen: "Komm‘ kurz mit!" Und dann komme ich kurz mit. Kurz über das höchste Dach.

März 14 at 2009 1 Kommentar

Ultimativstock

Und gleich noch ein Stöckchen, das ich bei Fellmonsterchen gefunden habe. Fragen, die etwas tiefer greifen (teilweise):

1. Würden Sie sich selbst heiraten? Jederzeit. Bin aber schon verheiratet.

2. Was richtet mehr Schaden an: schonungslose Aufrichtigkeit oder Unehrlichkeit? Unehrlichkeit. Aufrichtigkeit kann auch fair sein. Nicht zu verwechseln mit Bösartigkeit und falsch verstandenen Selbstoffenbarungsdrang.

3. Welchen Ersatz haben Sie für den Verlust Ihrer Schönheit? Heute ein 300g Rumpsteak mit Pommes.

4. Was tun Sie als erstes in einer fremden Stadt? Kneipe suchen, Rumpsteak essen und Stadtplan studieren.

5. Sie müssen wählen: Ihr Heimatland für immer zu verlassen – oder es nie wieder verlassen zu können. Was tun Sie? Schwierig. Heimat ist für mich wichtig, wenn sie nicht zerstört wird. Eher zweites.

6. Was denken Sie: Haben sie den schönsten Tag ihres Lebens bereits hinter oder noch vor sich? Es gibt zu viele Facetten der Schönheit, um Tage ordnen zu können. Außerdem sind schöne (Glücks-) Gefühle immer gegenwärtig.

7. Sie könnten eine Million für sich bekommen oder zehn Millionen für einen guten Zweck spenden? Ohne mit der Wimper zu zucken zweites (ohne Heiligenschein). Mir geht es gut.

8. Welcher Tag der Woche ist Ihnen der liebste? Samstag

9. Was finden Sie an sich banal? Zappen

10. Wonach riecht Ihre Kindheit? Den Geruch könnte ich nie beschreiben. Er ist erst wieder da, wenn ich ihn rieche. Dann aber richtig: Unsere alte Wohnung.

11. Welches Lied würden Sie Ihrem liebsten Menschen vorsingen? Wenn, dann hätte ich es schon längst getan und würde nicht mehr. Habe ich aber nicht, deshalb werde ich auch nicht!

12. Wofür würden Sie in zehn Jahren gern mehr Zeit haben? Kreativ sein (Musik, Fotos, Schreiben, Schauspiel). Aber 10 Jahre ist zu lang.

13. Lachen Sie auch, wenn Sie allein sind?  Ja, bei lustigen Filmen.

14. Haben Sie in Ihrem Leben genug Liebe bekommen? Ja!!

15. Wie sehen Sie sich auf alten Fotografien? Gehört zu mir. Alles OK. Teilweise aber entfernt. Nie nostalgisch.

16. Würde Ihre Partnerschaft es überstehen, wenn einer von Ihnen für ein Jahr am anderen Ende der Welt leben würde? Ja.

17. Ist Erfolg eine Illusion? Kommt ganz auf die Definition von Erfolg an. Zu leistungsgekoppelt am besten noch fixiert an der Anerkennung anderer ist sie eine Illusion.

18. Haben Sie heute schon etwas geteilt? Gerade meine Gedanken.

19. Was wünschen Sie sich für Ihr Leben? Gesundheit. Ganz wichtig. Für meine Familie und mich. Der Rest liegt in meiner Hand.

20. Macht es die Tatsache, dass Sie etwas vorher noch nie getan haben, reizvoller oder weniger reizvoll, sich darauf einzulassen? Es gibt ja Gründe, warum ich mich auf etwas nicht einlasse. Zum Beispiel Desinteresse. Über den eigenen Schatten zu springen ist dagegen überaus reizvoll!

Auch hier: Zugreifen, solange es noch heiß ist.

Januar 7 at 2009 1 Kommentar

Am Ende sind es drei

Diesmal gibt es Weihnachtsmelodien. Au backe! Nein, weder die Klassiker, die bei uns kindgerecht vor allem zur Bescherung laufen noch die nervtötenden Alternativ-Weihnachtshits a la „Rock Chrismas Vol. 12“.

Nein, einfach Lieder, die über die Tage bei uns wahrscheinlich den Weg in den CD-Spieler finden werden, weil sie gut passen. Ob zur Untermalung des Festtagsschmauses oder abends beim Ausklang mit einem guten Highland Park Malt. (Link oder hinter >mehr<)

Gabriels Oboe: Aus dem Film Mission (Sondtrack: Ennio Morricone). Eigentlich gar kein weihnachtlicher Film, aber trotzdem umso schöner diese Musik.

Peter Gabriels Passion: Eine Live-Performance des Soundtracks von Peter Gabriel zu „Die letzte Versuchung Christi“. Geduld mitbringen. Würde ja zur Zeit passen.

Davy Spillane: Bekannter Pipe-Spieler. Air-Solo aus Riverdance mit den Uilleann Pipes. Zum Schmelzen. Erst Recht, wer Irland und das „Nationalinstrument“ kennt und liebt.

Hier geht es zu den Videos:

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Dezember 20 at 2008 2 Kommentare

Wie dieses Blog entstand…

Ich hatte keine Ahnung: Pingbacks, Technorati, WordPress, Widgets, Feedreader? Das alles waren Fremdworte und zunächst so attraktiv wie eine IKEA-Anleitung. Im Notfall werden die Bretter auch erstmal zwei Wochen in die Ecke gestellt.

Blogs waren für mich irgendwelche Krebs-Tagebücher zum Mitweinen,  Politiker-Bashing als Hype, exotische Journalisten-Projekte oder vernichtende Mobbing-Tools. Was man eben so liest. Ein paar lustige Comic-Strips vielleicht noch.

Aber von vorn:

Unsere Rollenspiele rund um Donky sind bekanntlich schon über drei Jahre alt. Und 3 x ca. 300 Tage ergeben fast 1000 Geschichten von bedeutungslos trivial bis kreativ fortsetzungsträchtig. Alles war spontan irgendwie da und genauso spontan wieder weg, aber immer blieb genug hängen, um die Figuren weiter entwickeln zu können. In unserer kleinen Welt. Es gab und gibt kein Drehbuch.

Bis ich merkte, dass die Figuren auch bei anderen ankommen. Zuerst bei ein paar Eingeweihten im näheren Familien- und Bekanntenkreis. Nach knapp zwei Jahren bei Kindern, angefangen bei Nicole, Jan’s Freundin. Donky war hip! Er durfte alles. Er war das, was Kinder nicht durften, aber gleichzeitig auch der Prügelknabe. Morgens wurde ich schon gefragt, wo Donky ist. Leider mussten wir umziehen und mit uns Donky, weg von seinen Fans.

Inzwischen stellte ich die wachsende "Bande" meiner Arbeitskollegin vor, nachdem sie mich vor der CeBIT mit verrenkten Fingern am Handy erwischte. Live oder per E-Mail im Memo-Style hielt ich sie auf dem laufenden. "Schreib doch mal ein Buch darüber! Ich bin Dein erster Leser!" Ich kann mich gut an diesen Satz erinnern. Ein Buch also. Ein Buch? Bitte ich doch nicht. Kann ich nicht. Ich bin kein Autor. Geht nicht. Außerdem viel zu aufwändig. Schwerer Markt. Ja, ja, ein Buch, ha, ha…(2 Monate Pause)…

Ein Buch? Warum eigentlich nicht! Stoff ist genug vorhanden. Der Rahmen um Handfiguren ist neu. Die schrulligen Charaktere lösen sich von den Tigerenten, Papa Bärileins und Harry Potters dieser Welt. Und auch mal gern pädagogisch "unkorrekt" und mitten im Alltag. Das Ganze ist real und fiktiv mehrschichtig. Es ist erprobt und neu zugleich. Und ich kann die ganzen einmaligen Erlebnisse mit Jan festhalten. So eine Art "Vater-Sohn"-Buch. Nun hatte ich aber den Salat:

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November 11 at 2008 8 Kommentare

30 Tage 30 Bilder

Ich nehme mal das Stöckchen auf, das bei Wortman rumliegt, das er widerum bei Renee gefunden hatte:

30 Tage 30 Bilder: Jeden Tag ein neues Bild einstellen. Ungezwungen und hoffentlich regelmäßig.

Zwar etwas verspätet, aber da ich am Wochenende sowieso fotografieren war, kann ich sogar schon mit den ersten beiden Tagen dienen.

1. November:

1.11.

Eine Stunde am Samstag

2. November:

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November 4 at 2008 56 Kommentare

Rene Marik rules(d)!

Das ist lustig! Ja, erst vor kurzem hatte mich Schaps drauf aufmerksam gemacht (danke, übrigens!)  und habe mir die YouTube-Videos von Rene Marik reingezogen (Ich war der 1.523.754te, glaube ich). "Autschn", "Rapante", "ze Hage". Ehrlich, mal was anderes. Unorthodoxer Humor zum Kopfschütteln. Kleinkunst (die ich liebe) mal durch die Hintertür der Comedy. Und die Zuschauer in den Videos lachten schon beim "Au…" vom" Autschn". Oder sogar schon vorher. Running Gags oder Running Gaga! So lustig, dass sich sein "Geist" schon ausbreitet und sich seine Fans schon ungefähr so unterhalten: "Komme Du mir ze Hage oda Du!" "Momentn, Hungi, Hungi". Gut, dann vorher ab zur Döner-Bude oder in die Sushi-Bar (Irgendwo dazwischen ordne ich die Zuschauer, die ich dort erkennen konnte, mal ein.)

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Oktober 25 at 2008 11 Kommentare

Blog-Parade: Helden

Weil es so gut passt zu den Kindheitshelden mache ich doch gern mal bei dem spannenden Thema einer Blog-Parade mit. Hier mehr dazu im Blog von Michaela.

Was zeichnet einen Helden aus?

Dass er keiner sein will und es deshalb meistens auch nur kurzzeitig ist. Ansonsten wäre er ein Superheld oder Jesus. (mehr …)

September 12 at 2008 1 Kommentar


Ausgewählt

Kurz und bündig

  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
  • Die meisten Beiträge entstanden aus Handspielen mit meinem Sohn Jan.
  • Hintergründe gibt es hier: Intro
  • Ein Steckbrief des Blogs, Kurzprofile der Figuren und Tipps zur Navigation unter: Neu hier!?
  • Stand der Abenteuer in der Kategorie (Sidebar): Stand der Dinge
  • Die Handfiguren sind im Text mit einem Link hinterlegt. Bei >Click< wird in einem neuen Fenster der Charakter vorgestellt. Alle kompakt unter: Akteure
  • Per Mouse over im Beitrag erhält man eine Kurzbeschreibung der Charaktere im Kästchen.

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