Posts filed under ‘07. Alles und nichts’

Können Tiere lesen?

Ich werde in Fachkreisen öfter mal gefragt, warum die Tiere im Park eigentlich lesen können. Nun kann ich verstehen, dass Laien die Erforschung der Sprachevolution der Tiere nicht geläufig ist. Deshalb ein paar Worte zur Aufklärung:

Die weit verbreitete Meinung, dass Tiere nicht lesen können, hat ihren Ursprung in der kümmerlichen Intelligenz der Menschen, die sogar glauben, dass Tiere nicht sprechen können. Nur weil sie quaken, zwitschern oder zirpen, je nachdem, was ihre Anatomie gerade so hergibt, heißt das noch lange nicht, dass auf einem gemeinsamen Frequenzband nicht der menschliche Sprachcode mitschwingt. Oder genauer gesagt: der Fauna-Universal-Code für Kommunikation (kurz: FUCK), den sich die Menschen im Laufe der Evolution durch die natürliche Dauerbeschallung unterbewusst zu Eigen gemacht hatten, leider über die paar Jahrtausende hinweg sehr unvollkommen in ihr Sprachzemtrum übersetzt, wie die sinnlose, humane Sprachenvielfalt zeigt. Das Lesen ist dagegen nur ein läppisches Nebenprodukt für Tiere. Diese Fähigkeit ist angeboren.

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November 28 at 2011 4 Kommentare

Grau statt Gold

Vor kurzem wurde im wahrsten Sinne des Wortes noch „gewettert“: „Ui, der Herbst! Wie blöd, jetzt wird wieder alles dunkel und grau. Ich auch. Und der Rest sowieso.“ Doch kaum macht der Oktober mit etwas Himmelblau bei der alljährlichen Miesmacherei nicht mit, wirbeln die fröhlichen Herbstbilder durch die Blogs wie goldenes Laub.

Das ist ja auch in Ordnung, keine Frage. Ich will am Wochenende sogar auf den alten Friedhof gehen und erwarte dabei, ganz muntere Fotos zu erhaschen. Mild leuchtende Grabsteine in buntem Mantel.  In die Sonne blinzelnde Statuen. Flackernde Grabkerzen mit Schattentanz.  Nach dem Motto „Alles tot, aber glücklich.“

Aber nur, dass niemand meint, dass es so bleibt: Es ist bald vorbei. Es wird tatsächlich alles trist und öde. Wahrscheinlich nur noch unerwarteter und deshalb viel brutaler als sonst. Die Vergänglichkeit narrt uns nur kurz mit aufgesetztem Farbenspiel. In Wirklichkeit ist schon jetzt alles grau. Lieber rechtzeitig auf schwarz/weiß umschalten! Ich wollte es ja nur mal gesagt haben… 😉

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Oktober 28 at 2011 15 Kommentare

Spiele für den Herbstabend

Die dunklen Abende des Herbstes rücken näher und wenn draußen der Wind pfeifft, kuschelt man sich gemütlich bei einer Tasse Tee in eine Decke und liest ein Buch. Wem aber ständig jemand beim Lesen dazwischen quatscht, sei es Freund oder Verwandtschaft, dem sei ein munterer Spieleabend ans Herz gelegt. Diese sind allerdings meist nur gesellig bis zum Zoff, wenn jemand mal wieder die Regeln zu seinen Gunsten verbogen hat.

Deshalb möchte ich (auf Anregung einer Blogparade von Stachelbeere) heute drei Spiele vorstellen mit ganz präzisen und dennoch einfachen Regeln.

1.  Nimm weg!

In akribischer Kleinarbeit wird eine Dominokette durch die ganze Wohnung gebaut. Dabei fängt der eine Mitspieler an einem Ende an und der zweite am anderen Ende. So kommt  man nicht in Verlegenheit, sich unnötig unterhalten zu müssen. Trifft man sich schließlich in der Mitte, sucht sich jeder einen eigenen Stein aus und gibt ihm einen Namen.

Dann stößt ein Spieler die Kette an einem Ende an. Wer ist völlig egal. Jeder entfernt jetzt rechtzeitig seinen Stein aus der Kette, damit dieser nicht umfällt. Den Namen des Steines behält man besser für sich, da es völlig albern ist, Steinen einen Namen zu geben.

Wessen Stein zum Schluss nicht umgefallen ist, hat gewonnen. Dieses Spiel ist sehr harmonisch, da auch Unentschieden möglich sind. Und wenn wieder mühsam alle Dominosteine in der Schachtel verstaut sind, ist der Abend auch schon zu Ende. Wer Gast ist, sollte  unbedingt schon vorher gehen und sich zu Hause gemütlich bei einer Tasse Tee in eine Decke kuscheln und ein Buch lesen.
Aus der Reihe getanzt 5

Zwei weitere fantastische Spiele, die auch ohne Tee und Buch funktionieren: (mehr …)

Oktober 25 at 2011 11 Kommentare

Edinburgh Horror (Nicht unter 18 J.)

Ich sag‘ es gleich: Es war blanker Horror. Abgetrennte Gliedmaßen, apathische Schreie,  freie Hirnmasse, eine eingeschlossene Frau im brennenden Taxi, überall Blut und ein ein kleines Kind, das mit starrem Blick die Szene verfolgte. Und ich hielt diesen grausamen Augenblick mit meiner Kamera fest. Ab hier dürfen nur ganz Hartgesottene weiterklicken. Ich muss… sorry…oh mein Gott…

(mehr …)

Oktober 13 at 2011 8 Kommentare

Nicht weiterlesen!

Ich warne euch, lest bloß nicht weiter!
Denn das Gedicht ist weder heiter,
noch spannend, noch besonders schlau.
Ihr sucht ’ne Botschaft? Fehlanzeige!
Stattdessen geh’n Ideen zur Neige,
auch mit Gefühlen ist es mau.

Ihr bleibt noch immer bei der Stange?
Wird euch denn überhaupt nicht bange,
dass gleich nur Langeweile gähnt?
Tja, viel bleibt mir jetzt nicht zu sagen.
Verspür’ ein wenig Unbehagen.
Nicht, dass ihr hier die Muse wähnt.

So langsam fangt ihr an zu nerven.
Es ist mir doch nichts vorzuwerfen.
Verschwindet jetzt! Ich bin nicht da!
Hat niemand euch hierher gezwungen.
Hey, mein Talent ist ausgewrungen!
Mehr kommt nicht raus als nur Blabla.

Ab jetzt verweiger’ ich euch Gaffern
für immer jegliche Metaphern.
Ich hab’ doch weder Geist noch Stil.
Oh je, ich stammel, Herz am Rasen,
nur voll die leeren Wörterblasen.
Ja was’n das für’n böses Spiel!

Äh, kann nicht mehr! So’n Rumgeholper!
Und wie ich über das Metrum stolper.
Doch habt es ihr ja so gewünscht!
Da nix Haha und null Pointe.
Mit reinem Reim is’ jetzt am Ende.
Und kein beschiss’ner Reim auf „wünscht“!

September 26 at 2011 5 Kommentare

Kuschelkaninchen im Schafspelz

Heftiges Kopfnicken, wer das Musikantenstadl mit den unseligen Schlagertexten und Tralala-Meleodien  „volkstümlicher Musik“ verdammt.

Heftiges Kopfschütteln, wer das Musikantenstadl mit den unseligen Schlagertexten und Tralala-Meleodien  „volkstümlicher Musik“ verdammt und gleichzeitig Unheilig als intelligente Popmusik mit feinsinnigem Seelentiefgang vergöttert.

Das Kuschelkaninchen im Schaftspelz.

Februar 8 at 2011 6 Kommentare

Ich bin so glücklich

Wer unzufrieden ist, hat viel zu erzählen. Der Chef ist ein Arsch, die Liebste war es  auch, der Freund wird es gerade, und die Lehrerin denkt das selbe vom Sprössling. Irgendetwas ist zuviel, irgendetwas zu wenig. Es zwickt, es kneift, es ist nicht mehr wie damals. Alles muss anders werden, aber nichts passiert. Überall Steine und Geröll. Und schließlich hat man noch das Rezept, die Welt zu retten, aber niemand hört zu.

Doch, ich! Ich höre zu! Ich habe nichts zu erzählen. Alles läuft rund. Selbst mit spannenden Extrem-Hobbys oder ungeheuerlichem Anektoten von der Ex des gemeinsamen Ex-Nachbarns kann ich nicht dienen. Für PS-Schwelgerei bin ich zu ungebildet, für Gartengestaltung bin ich zu gartenfrei und Witze sind gerade unangebracht. Jetzt ist aber sowieso kein Platz für Smalltalk. Also her mit dem Müll. Kippt ihn aus und lasst uns darin wühlen, anschließend lasst ihn liegen. Ich räume ihn schon weg. Spart euch das „Wie geht’s?“ und legt los. Mehr als „Gut“ habe ich eh nicht zu sagen. Da gibt es gar nichts nachzufragen. Nur langweiliger Alltagsschrott. Unspektakulär. Völlig richtig! Also, wie sieht’s aus? Einer ist doch immer tot und ich trauer direkt mit. Egal, wer es ist. Egal, ob ich ihn kenne. Jetzt kenne ich ihn ja gleich.

Kein „Das geht mir auch so!“ und kein „Bei mir war das noch schlimmer…“ werdet ihr von mir hören, als willkommene Aufhänger für die eigene Leidensgeschichte, damit ihr anschließend nur wieder mühsam eine Lücke finden müsst. Also frei von der Leber weg. Nicht wie die Senioren im Bus, die nach intensivem Austausch der Krankenakte immernoch nicht mehr über die Gebrechen des Gegenübers wissen.

Ich bin ein Glücklicher und muss euer Kreuz aushalten können. Nur Glückliche können mit Glücklichen über belangloses Glück reden, wie zum Beispiel, dass alle gesund sind und Weihnachten sehr harmonisch und ich mich gerade ganz sorgenfrei für etwas ganz Neues begeistern kann, denn i… „Aha, na dann… Guck‘ mal raus, regnet es?“  … Entschuldigung, ich hatte vergessen, mir selbst den roten Teppich auszulegen.

Ich rede jedoch nicht vom erheblichen Glück, dem Glück im Trübsal, dem Glück, das die Welt wieder gerade rückt. Das ist erlaubt. Das Glück des Unglücklichen oder zumindest Unzufriedenen. Der Lichtblick, der gewürdigt werden muss. „Mensch, was bin ich froh, dass dich der Skiurlaub nach all dem Mist so entspannen konnte“, kann ich da als Skivermeider beispielsweise nur sagen und hake doch gleich nochmal nach. Es muss ein Segen sein, auf Glückliche zu treffen, so viel, wie ihr zu erzählen habt.

Und dann gibt es doch diese Momente, diese rar gestreuten Momente, wo ich meinen Gegenüber nur anglotze, bis er aufseufzt und schweigt.

Januar 26 at 2011 2 Kommentare

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