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Projekt 52: Flowerpower

Damit hatte Hotz, der Hirschhase, nicht gerechnet. Da springt er von Löwenzahn zu Löwenzahn und singt ihnen hämisch „Bald seid ihr ’ne Pusteplume, dann puste ich euch weg!“ an den Stengel. Anschließend macht er einen Schritt zur Seite und pustet vor ihren Augen ein Dutzend fortgeschrittene Exemplare nackig. Und die gelben Artgenossen toben vor Wut, wenn sie könnten. Fast der ganze Park ist voll mit Schirmchengetümmel, nur von Hotz‘ Blaserei. Es wurde sogar schon ein Flugverbot für Vögel ausgerufen.

Man sollte denken, dass sich Löwenzahn freut, zu einer Pusteplume zu mutieren. Frei wie ein Vogel daherzuschweben und so. Aber Pustekuchen… äh blume. Sie fühlen sich da immer so „zerrissen“ und „entwurzelt“, wie sie sagen. Außerdem landen sie dann meist doch nur in irgendeiner langweiligen Pflastersteinfuge in der Fugängerzone und müssen wieder von vorn anfangen.

Soviel Flowerpower war jedoch eine Nummer zu heftig für Hotz, als er direkt von drei athletischen Kerlen in die Zange genommen wurde. Die waren wirklich stark wie Löwen und zeigten ihre Zähne. Blöd für Hotz, denn im Park blühen im Augenblick Tausende von den Pflänzchen, die nur auf ihn warteten.

Hotz in Not

Fortsetzung in „Mutprobe“

Mai 2 at 2010 7 Kommentare

Projekt 52: Mutprobe

Fortsetzung von „Flowerpower“:

Flowerpower

„Du lässt die Pusteblumen in Frieden, klar?“, rief der aufgebrachte Löwenzahn. „Glasklar!“, antworte Hotz kleinlaut. „Und pustest du noch einmal, wird’s ungemütlich!“ -„Logisch, kommt nie wieder vor. War ein Versehen.“ Hotz zitterte nicht gerade königlich am ganzen Leib. Die Eichhörnchen spotteten anschließend: „Hotz hat Schiss vor Blümchen. Hotz hat Schiss vor Blümchen.“ – „Blödsinn, das war nur ein Trick von mir!“, räusperte sich der Hirschhase. „Na, dann puste doch noch mal. Oder traust du dich nicht, Herr König?“, provozierten die Buschelschwänze. Solch eine Aufforderung zur Mutprobe hat eine magische Signalwirkung auf Hotz. Den Preis musste er jedoch anschließend zahlen, als ihn der zornige Löwenzahn wieder zu fassen bekam…

Hotz hat viel vor sich

Mai 2 at 2010 12 Kommentare

Projekt 52: Kunterbunt

Hotz, dem Hirschhasen, ist es leid. Nachdem ihn die Parkgemeinde bei seinem Krönungsjubiläum so arg versetzt hatte, sollen alle an seiner Dämmerstimmung teilhaben. Und dafür müssen erst einmal alle Farben weg. Nichts mit kunterbunt wie im Projekt 52 gefordert und frühlingsfarben. Grau ist die Farbe der Stunde, ach, des Jahres. Also wienerte er die ganzen Farben aus dem Park. Kein Blümchen wurde verschont, völlig aufgelöste Zitronenfalter wurden von ihrer Angebeteten mit Motten verwechslt und selbst die Blaumeise musste sich ab sofort als Graumeise zufriedengeben. Nur die Maulwürfe kapierten nicht, was sich alle aufregen. Aber im Untergrund lebt es sich auch ganz gut völlig farblos…und blind. Hotz‘ Maßnahme zeigte Wirkung.

So zog er sich zufrieden in seinen muffigen Bau zurück, bis er am nächsten Morgen mit Schrecken bemerkte, dass sich der Park nicht so Recht an seine Vorgeben hält. Der Himmel macht hinter Hotz‘ Rücken komplett blau und die Flora bietet mit peppig modischen Neon-Akzenten Hotz wieder Paroli. Dem Grün ist sowieso nicht mehr Einhalt zu gebieten und macht, was es will. Selbst ein paar Kanalratten hatten sich für ein paar Strähnchen etwas Kaminrot vor dem Dompfaff unter dem Nagel gerissen.

Inzwischen hat sich die Lage weitestgehend entspannt. Nur Hotz‘ Löffel sind noch grau…

April 18 at 2010 16 Kommentare

Projekt 52: Licht und Schatten

Licht und Schatten, Sekt und Selters, Ruhm und Ehre, Hinz und Kunz, Hin und wieder… Das Leben hat immer zwei Seiten. Für Hotz als selbsternannter König des Waldes vor allem die zweite. Da arbeitet er Tage lang auf sein Krönungsjubiläum hin und niemand kommt und huldigt ihn. Glanz und Gloria sollten die Feierlichkeiten prägen. Und noch nicht mal Gloria, die bepickelte Zwergpinscherschlampe, die er mit einem Müsliriegel als Zofe bestochen hatte, war zu sehen.

Da hinterfragt sich sogar sein übersteigertes Ego: „Woran lag es? Habe ich was falsch gemacht?“ Wobei er die letzte Frage gleich wieder verwarf und ersetzte durch „Muss ich eine härtere Hand walten lassen?“ Nichts mehr mit Hotz, der Sanftmütige! Hotz, der Strenge, soll in den Geschichtsbüchern stehen! Jawoll, ein Imagewechsel muss her! Aber vorher heult er erst einmal wie ein Schlosshund und rotzte sogar seine Krone voll. Er ahnt gar nicht, wieviele dieses traurige Schauspiel aus der Ferne bekicherten.

Hotz ist enttäuscht

April 11 at 2010 20 Kommentare

Projekt 52: Osterfreuden

Na klasse! Da war ich dem neuen Thema des Projekts 52 „Osterfreuden“ ja zwei Wochen voraus (siehe Verwandtschaft). Aber somit sind die Rahmenbedingungen ja klar: Hotz, der Hirschhase, wird als Oberosterhirschhase nicht anerkannt, womit ihm seine heimliche Leidenschaft, das Ostereier verstecken, wohl auf ewig verwehrt bleiben wird.

So musste er einen geeigneten Ersatz finden: Das Ostereier suchen. Da ist Hotz jedoch nicht pingelig! Morgens legt er sich hinter der Parkbank auf die Lauer, bevor die ganzen Eltern mit ihren Plastiktüten ausschwärmen und im ganzen Park Ostereier verstecken. Hotz notiert sich jedes Schokolager haarklein auf einem Zettel. Und bevor die Kinder mit roten Bäckchen Büsche und Gras durchkämmen, ist schon alles weg. In Hotz‘ Bau oder gleich in seinem Schlund. Tja, er interpretiert Ostern eben sehr ergebnisorientiert.

„So geht das nicht!“, dachten wir uns dieses Jahr und lockten ihn mit einer Finte auf eine andere Wiese. „Auf dieser Wiese verstecken wir jetzt das größte Osterei der Welt“, riefen wir uns besonders laut zu, dass es Hotz auch wirklich gut aushorchen konnte. Superlative lässt sich der Hirschhase nie entgehen, vor allem wenn es um das „Größte“ geht, hält er sich doch selbst für das Größte. Dass wir nur den wertlosen Ramsch vergangangener Zeiten mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum versteckten, erkannte er zur Glück zu spät.

April 4 at 2010 14 Kommentare

Quartalsbericht: Hotz im Projekt 52

Hotz, der Hirschhase, selbsternannter und belächelter König des Waldes mit Haarspray in in den Ohren für ein adäqauates Geweih ist seit einem viertel Jahr Serienstar. Für das Projekt 52 hat er sich bereit erklärt, Einblick in sein Leben zu gewähren. Und das ist ziemlich, tja wie soll ich es ausdrücken, abgefahren! Zeit für einen 3-Monats-Rückblick, was bisher geschah! Link klicken für kleine biographische Berichte mit Foto.

Es kostete ein wenig Überzeugungsarbeit, Hotz für das Projekt zu gewinnen. Bisschen Gewaltandrohung half da sehr. So ließ er sich auch ablichten, als er Zahlen sehr zum eigenen Vorteil interpretierte. Da wundert es nicht, dass er ein schlechter Verlierer ist, was Sing Lang, die Pekingente, böse zu spüren bekam. Mehr Haltung bewahrt er, wenn es um sein „Geweih“ geht. Um die Spannkraft zu erhalten, hat er eine ganz besonders, regendichte Lösung.

Bisschen übertrieben ist dagegen sein Ordnungssinn für den Park, für den er irre grüne Tarnungstricks nutzt, um Unruhestifter zu stellen. Nicht nur das macht ihn ziemlich unbeliebt im Wald, sondern auch der Einsatz einer geheimen Waldpolizei, wofür ihn die rechtmäßige Waldpolizei, die Eichelhäher, auf einen 24-Stunden-Drogentrip schickten.

Kein Wunder also, dass ihn niemand liebt, außer er sich selbst, und das mehrfach. Auch wir machten uns einen Scherz mit ihm und offenbarten ihm eine warmes Plätzchen neben Backflaumen und Kartoffeln (bzw. einem Teil von ihm). Letzendlich tat es uns leid, immerhin wurder er sogar schon mal zum Nordpol geschickt, weil er den Eichhörnchen die Nüsse nicht gönnte. Durch diese harten Erfahrungen flüchtet er heimlich so manches Mal in eine andere Rolle. Mit Lippenstift.

In der „Nacht der fliegenden Kaffeebohnen“ ist er wieder ganz er selbst, auch wenn er keine einzige Kaffeebohne fängt. Ganz er selbst ist er jedoch nur als Hirschhase, denn er leugnet jede Verwandtschaft mit Hasen im Allgemeinen und Osterhasen im Besonderen. Dass Hirschhasen trotzdem nicht fliegen können, ist eigentlich bekannt, was er durch eine Wette mit den Amseln allerdings widerlegen wollte. Wollte.

März 30 at 2010 7 Kommentare

Projekt 52: Hoch hinaus

Hotz, der Hirschhase, hat sich mal wieder mit den Falschen angelegt: Den Amseln. Ja genau, die Vögel, die zur Zeit im Liebestaumel gern mal unter der Ölwanne durchfliegen oder -wenn nicht- alternativ durch einen Kühlergrill filetiert werden. Seine Anweisung, doch mal ein paar Meter Bodenfreiheit zu schaffen, war gar nicht mal so abwegig, auch für die Amseln, aber er war vielleicht etwas direkt, mit dem Hinweis, dass sie die Sauerei dann bitte schön auch selbst vom Asphalt kratzen könnten…

„Du schaffst ja nicht mal drei Meter über dem Boden, wetten?“, entgegneten die Amseln entsprechend schnippisch. Hotz bekommt man mit „Wetten?“ immer, wobei er sich regelmäßig selbst überschätzt. Als die Hirsche mal mit ihm wetteten, dass er es keine drei Tage schafft, ruhig zu stehen, war es im Wald angenehm ruhig. Bis er nach 103 Stunden einfach umkippte (Er legt gern noch einen drauf). Drei Partys hatte er in der Zeit verpasst.

Da Hasen im Allgemeinen und Hirschhasen im Besonderen bekanntlich nicht fliegen können, setzte er sich auf die Schaukel um hoch hinaus zu kommen. Leider maßen die herangeeilten Parkbewohner nur 2,54 Meter, als er im hohen Bogen in den Brombeeren landete.

Hotz bei 2,23 Meter

März 28 at 2010 15 Kommentare

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