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Man muss

So in der Regel, grundsätzlich
ersetze ich, wo’s geht, das „ich“
durch „man“ und dann zum guten Schluss
ergänze ich zum „man“ ein „muss“.

Denn „man“ bedeutet eher „du“.
Gehör’ ich zwar formal dazu,
so halt ich es schön generell
und klink’ mich lieber aus ganz schnell.

Mit „muss“ geb’ ich den sanften Stoß,
gemeint als „Ja, wer macht’s denn bloß?“
Ein Vorschlag wird dabei vermieden,
bin ich doch längst schon ausgeschieden.

Als ob ich es nicht besser wüsste:
Ich nutz‘ nicht „muss“. Natürlich „müsste“
Der Konjunktiv für guten Ton,
denn „muss“ heißt harsch: „Nun mach’ es schon!“

Ich bin meist fair und lass’ die Wahl,
sag’ milde nur: „Man müsste mal…“
Die Fragen Wann, Warum und Wo
belass ich bei den an’dren so.

Jedoch wenn keiner reagiert
und meinen Wunsch nur ignoriert,
dann fühle ich mich tief verletzt
und fordere: „Man muss auch jetzt!“

Februar 23 at 2012 4 Kommentare

2012

So ein Dreck. Am 21. Dezember geht die Welt unter und ich muss am 19.12. zur 12-Monats-Inspektion mit meinem Auto. So eine Geldverschwendung.
Ich bin dann gerade mitten in der Milchstraße (also eigentlich die Sonne, aber ich schließ mich da mal mit ein). Außerdem sagen die Maya „Finito“ oder zumindest „Alles neu“ (Die haben gut reden, haben sich ja rechtzeitig verdrückt). Und schließlich ein komfortabler Polsprung als Konsequenz mit allem Zipp und Zapp: Erdbeben, Vulkanen und ganz viel Wellen. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Auto das mitmacht.
Emmerich hat sich ja rechtzeitig die Filmrechte an der Katastrophe der Katastrophen gesichert. Das geht bei Prophezeiungen ganz gut. So hat er noch was von den Milliönchen, die er mit „2012“ verdient hat, bevor es richtig losgeht.
Apropos Milliönchen: Wohin mit dem Ersparten in so kurzer Zeit? Gut, die Eurokrise wird schon mal ein bisschen vorarbeiten, um das Problem zu mindern. Aber in Immobilien investieren, wenn dann doch mitten durch das Häuschen ein Lavastrom wabert? Oder Gold? Schmilzt das nicht? Selbst Tagesgeld kommt mir mit der eintägigen Kündigungsfrist etwas gewagt vor. Dann doch lieber einfach verprassen. Nur für was? Für Weihnachtsgeschenke jedenfalls nicht. Und als fetter Urlaub käme ja nur noch Nepal in Frage. Als Strandurlaub wohlgemerkt. Nein, so kurzfristigen Konsumstress vertrage ich nicht mehr. Es ist nicht so einfach, das Leben noch mal in vollen Zügen genießen. Die Deutsche Bahn tut dafür aber weiterhin ihr Bestes.
Trotzdem eine schaurige Vorstellung, dass ein grünschleimiger Alien in 500 Jahren gelangweilt in meinem Sparbuch Sudoku spielt (genug freie Kästchen sind ja da), während er auf uns auf einem erkalteten Lavabrocken wartet. Und sein Kumpel beäugt irritiert die grinsende Micky Maus, die er aus der Sonde gekramt hat. Tja, „Versetzt“ würde ich sagen. „Da haben wir uns wohl knapp verpasst.“
Also vielleicht doch auf den Messias warten. Wobei ich da skeptisch bin, ob Guttenberg noch mal den Sprung vom EU-Datenschutzbotschafter zum Heiland schafft. Das Zeug für so eine Prise Erlösung hätte er ja, zumindest gefühlt. Aber als zukünftiger Bundespräsident (ab April, meine Schätzung) hat er wenig Zeit, um das Schloss Bellevue in einen heilbringenden Tempel umzubauen. (Heil = 100.000 „I like it“ bei Facebook)
So bleibt nur ein Ausweg: Samoa. Per Dekret den 30. Dezember 2011 nachholen und dafür den 21. Dezember 2012 ausfallen lassen. So trickst man die Maya am besten aus, denn die waren noch nie in Samoa. Oder vielleicht doch lieber den 19.12? Dann muss ich nicht zur Inspektion.
Bis dahin ein spannendes und zufriedenes Jahr euch allen!

Januar 3 at 2012 8 Kommentare

Stille Nacht

Nicht weit von uns entfernt…

Silent night

Dezember 29 at 2011 4 Kommentare

10 kleine Zifferchen

10 kleine Zifferchen,
die wollten an die Macht.
Die 6 und 9 verliebten sich.
Da waren’s nur noch 8.

2 kleine Zifferchen,
die waren eine Zahl,
die 9 wollt’ immer vorne steh’n.
Da wurde es zur Qual.

8 kleine Zifferchen,
die waren so durchtrieben.
Die 0, die wurde rausgemobbt.
Da waren’s nur noch 7.

7 kleine Zifferchen,
die packte schnell die Gier,
1, 2, 3 in Unterzahl:
Da waren’s nur noch 4.

4 kleine Zifferchen,
die mussten Zwietracht streu’n.
Die 8 wollt‘ nicht die Letzte sein.
Da holte sie die 9.

5 kleine Zifferchen,
die stritten sich entzwei.
Bei 5 und 7 ging das nicht.
Da waren’s nur noch 3.

3 kleine Zifferchen
die war’n vom Streit ganz ranzig,
verschmolzen dann zu Ziffermus.
Da waren’s 21.

21 Zifferchen,
die zählten 11 als Klon.
Sie meinten: „Jetzt ist’s auch egal!“
Da war es ’ne 1.000.000.

Is this love?

Wer hat mitgedacht? Hier geht’s zum Quiz:

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Dezember 11 at 2011 6 Kommentare

Kotzhymne

Liebe Klartext-Redner, Ehrlich-Meiner, Wahrheits-Vertreter, Pseudo-Bohlens, Nicht-Rumpalaverer, Meine-Meinung-Sager,

oder wie ihr euch nennt, wenn ihr ungefragt das „sagt, was ihr denkt“, natürlich direkt ins Gesicht. „Sorry, ich bin eben ehrlich, ich muss das mal sagen“, meint ihr immer. Nein, müsst ihr nicht! Nur weil ihr von eurer Unzulänglichkeit ablenken wollt, heißt das noch lange nicht, dass euer spontan ausgeseiertes Hirnsekret irgendjemanden nützt.

Eure brüchige Wahrheit, die ihr euch mühsam um euch rumgezimmert habt,  ist nicht gefragt, denn sie ist nur ein Abziehbild eures letztendlich vergeblichen Versuchs, euch am eigenen  Schopf aus der großen Kloake zu ziehen. Ihr werdet nicht größer, weil ihr versucht, andere in die Senke zu stellen. Ein großes Missverständnis.

Ihr denkt, ihr seid offen. Vielleicht. Aber offene Mülltonnen gehören auch geschlossen. Aber ich war mal so gnädig und habe euch eine Hymne geschrieben (zur eigenen Verwendung):

***

Ich kotze dir gleich

frontal ins Gesicht.

Ich muss es, ich bin so direkt.

Das ist vielleicht hart,

doch Schuld bin ich nicht,

dass dir meine Kotze nicht schmeckt.

***

Die Wahrheit ist das,

noch nicht ganz verdaut,

wahrscheinlich noch mit etwas Biss.

Doch hätt‘ ich für dich

sie ganz abgebaut,

genössest du jetzt meinen Schiss!

Dezember 9 at 2011 2 Kommentare

Können Tiere lesen?

Ich werde in Fachkreisen öfter mal gefragt, warum die Tiere im Park eigentlich lesen können. Nun kann ich verstehen, dass Laien die Erforschung der Sprachevolution der Tiere nicht geläufig ist. Deshalb ein paar Worte zur Aufklärung:

Die weit verbreitete Meinung, dass Tiere nicht lesen können, hat ihren Ursprung in der kümmerlichen Intelligenz der Menschen, die sogar glauben, dass Tiere nicht sprechen können. Nur weil sie quaken, zwitschern oder zirpen, je nachdem, was ihre Anatomie gerade so hergibt, heißt das noch lange nicht, dass auf einem gemeinsamen Frequenzband nicht der menschliche Sprachcode mitschwingt. Oder genauer gesagt: der Fauna-Universal-Code für Kommunikation (kurz: FUCK), den sich die Menschen im Laufe der Evolution durch die natürliche Dauerbeschallung unterbewusst zu Eigen gemacht hatten, leider über die paar Jahrtausende hinweg sehr unvollkommen in ihr Sprachzemtrum übersetzt, wie die sinnlose, humane Sprachenvielfalt zeigt. Das Lesen ist dagegen nur ein läppisches Nebenprodukt für Tiere. Diese Fähigkeit ist angeboren.

November 28 at 2011 4 Kommentare

Die traurige Liese

Stöhnte laut die dicke Liese:
„Was bin ich ’ne arme Kuh!
Kalben and’re in die Wiese,
sehe ich nur traurig zu.

Ach, kein Bulle will mich decken.
Macht ein Kind mir, jetzt und hier!
Hätt‘ ich doch mehr sexy Flecken!“
Das war’s nicht.
Sie war ein Stier!

Vieh

November 14 at 2011 2 Kommentare

Marlene

Donky, unsere doch eher gemütliche Ente aus dem Park, wollte mit seinem Bruder Gonky, seines Zeichens weltreisende Flugente, einen Ausflug machen. Nun ja, „Wollen“ ist vielleicht etwas zu weit gegriffen, denn wenn Gonky einen Ausflug plant, kann daraus schnell ein zünftiger Rundkurs werden, zum Beispiel die chinesische Mauer entlang. Deshalb hat er zum Vorschlag Gonkys zu einer Spritztour gen Osten auch seine Bedenken.

  • Donky: „Sieht nach Regen aus!“
  • Gonky: „Ach, das ist doch nur ein reinigendes Gewitter“
  • Donky: „Vielleicht sollte es vorher ein bisschen reinigen, bevor wir losfliegen.“
  • Gonky: „Was hast du gegen Marlene?“
  • Donky: „Marlene?“
  • Gonky: „Ja, da vorne, die Gewitterfront!“
  • Donky: “ Du gibst Wetter Weibchennamen?“
  • Gonky: „Nur Gewittern, der letzte Sandsturm hieß dagegen Friedhelm.“
  • Donky: „Na gut, kannst du Marlene vielleicht auf später vertrösten?“
  • Gonky: „Ooch, Marlene ist doch ganz harmlos“
  • Donky: „Das nennst du harmlos? Ich denke eher, das ist eine kratzbürstige Zicke!“
  • Gonky: „Da kennst du meine Ex-Freundin aus Amerika nicht!“
  • Donky: „Ha, die hieß bestimmt ‚Windy‘, oder was?“
  • Gonky: „Nein, Katrina!“

Licht im Dunkel

November 10 at 2011 7 Kommentare

Treffend formuliert

Heute lauschte ich einem Gespräch im Park:

„Du bist so widerlich! Den ganzen Tag ziehst du eine Schleimspur hinter dir her und kriechst in jedes Loch. Ekelhaft! Mit dir will niemand Kontakt! Aber du meinst, du bist besonders sensibel. In Wirklichkeit bist du völlig blind! Streckst nur überall deine Fühler aus, aber bloß nicht anstoßen!  So wirst du nie vorankommen. Du hast einfach kein Rückrat! Und wenn’s drauf ankommt, ziehst du dich in dein Schneckenhaus zurück!“

„Hey, was soll ich machen?  Ich bin eine Schnecke!“

„Stimmt auch wieder…“

unbenannte Fotosession-4198.jpg

November 5 at 2011 7 Kommentare

Alter Friedhof

Da erwarte ich eine schwarzgewandete Senioren, die gebückt mit einer Gießkanne in der Hand in den Nebel des Friedhofs entschwinden. Und was ist Allerheiligen? Sonne! Blumen leuchten fröhlich auf den Gräbern. Sanft säuselnde Blätter funkeln im Gegenlicht. Glücksbeseelte Touristen schwadronieren in Kleingruppen über den Alten Friedhof in Bonn. Und ich habe mir gerade diesen Tag für eine Fotosession auf dem betagten Grund für ausgelagerte Humanreste, sorry für die seeligen Verstorbenen, ausgesucht.

Also spiele ich das Spiel mit und banne die Farbenvielfalt in mein Objektiv oder fotographiere einfach im Schatten für schwarz/weiß. Ganze zwei Stunden schlendere ich über das gar nicht mal so große Areal und tauche ab in eine vergangene Welt, die dennoch so gegenwärtig ist. Vor allem an diesem Tag.

Klick hier für gesamte Diashow

Wenn selbst Stein verblasst:

Bleibt was es war

Starre Wächter mit ewigem Auftrag:

Kreuzparade

Verlorene Schönheit:

Viele Jahre

Weitere Impressionen

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November 3 at 2011 7 Kommentare

An die Griechen

Nicht, dass wir es euch nicht gönnen,
habt’s doch gerade nicht so fett.
Aber, auch wenn wir es können,
wär’ ne Gegenleistung nett!

Eine Hauptstadt ist zu öde.
Hätten auf Athen schon Bock.
Dicke Luft bei uns, zu blöde,
so behaltet euren Smog!

Tempel, Trümmer, Steine, Säulen:
Davon halten wir nicht viel!
Pfusch am Bau, man könnte heulen:
Alles and’re als stabil!

Hades, Zeus, die ollen Biester,
können wir nur schlecht verwenden,
denn wir haben sogar Priester,
die schon Gottes Kinder schänden.

Mit Zaziki und Suflaki
ist’s vorbei, könnt ihr nicht locken,
Könn’ wir besser. Auch Sirtaki
kann nicht DJ Ötzi rocken.

Eure Dichter, Philosophen,
nehmen wir nicht gerne mit,
Bohlen macht für uns die Strophen
und für uns denkt Helmut Schmidt.

Doch bei einem sind wir ohne,
nein, wir meinen nicht den Feta.
Hadern mit der Klimazone.
Gebt uns also einfach Kreta!

November 1 at 2011 4 Kommentare

Grau statt Gold

Vor kurzem wurde im wahrsten Sinne des Wortes noch „gewettert“: „Ui, der Herbst! Wie blöd, jetzt wird wieder alles dunkel und grau. Ich auch. Und der Rest sowieso.“ Doch kaum macht der Oktober mit etwas Himmelblau bei der alljährlichen Miesmacherei nicht mit, wirbeln die fröhlichen Herbstbilder durch die Blogs wie goldenes Laub.

Das ist ja auch in Ordnung, keine Frage. Ich will am Wochenende sogar auf den alten Friedhof gehen und erwarte dabei, ganz muntere Fotos zu erhaschen. Mild leuchtende Grabsteine in buntem Mantel.  In die Sonne blinzelnde Statuen. Flackernde Grabkerzen mit Schattentanz.  Nach dem Motto „Alles tot, aber glücklich.“

Aber nur, dass niemand meint, dass es so bleibt: Es ist bald vorbei. Es wird tatsächlich alles trist und öde. Wahrscheinlich nur noch unerwarteter und deshalb viel brutaler als sonst. Die Vergänglichkeit narrt uns nur kurz mit aufgesetztem Farbenspiel. In Wirklichkeit ist schon jetzt alles grau. Lieber rechtzeitig auf schwarz/weiß umschalten! Ich wollte es ja nur mal gesagt haben… 😉

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Oktober 28 at 2011 15 Kommentare

Spiele für den Herbstabend

Die dunklen Abende des Herbstes rücken näher und wenn draußen der Wind pfeifft, kuschelt man sich gemütlich bei einer Tasse Tee in eine Decke und liest ein Buch. Wem aber ständig jemand beim Lesen dazwischen quatscht, sei es Freund oder Verwandtschaft, dem sei ein munterer Spieleabend ans Herz gelegt. Diese sind allerdings meist nur gesellig bis zum Zoff, wenn jemand mal wieder die Regeln zu seinen Gunsten verbogen hat.

Deshalb möchte ich (auf Anregung einer Blogparade von Stachelbeere) heute drei Spiele vorstellen mit ganz präzisen und dennoch einfachen Regeln.

1.  Nimm weg!

In akribischer Kleinarbeit wird eine Dominokette durch die ganze Wohnung gebaut. Dabei fängt der eine Mitspieler an einem Ende an und der zweite am anderen Ende. So kommt  man nicht in Verlegenheit, sich unnötig unterhalten zu müssen. Trifft man sich schließlich in der Mitte, sucht sich jeder einen eigenen Stein aus und gibt ihm einen Namen.

Dann stößt ein Spieler die Kette an einem Ende an. Wer ist völlig egal. Jeder entfernt jetzt rechtzeitig seinen Stein aus der Kette, damit dieser nicht umfällt. Den Namen des Steines behält man besser für sich, da es völlig albern ist, Steinen einen Namen zu geben.

Wessen Stein zum Schluss nicht umgefallen ist, hat gewonnen. Dieses Spiel ist sehr harmonisch, da auch Unentschieden möglich sind. Und wenn wieder mühsam alle Dominosteine in der Schachtel verstaut sind, ist der Abend auch schon zu Ende. Wer Gast ist, sollte  unbedingt schon vorher gehen und sich zu Hause gemütlich bei einer Tasse Tee in eine Decke kuscheln und ein Buch lesen.
Aus der Reihe getanzt 5

Zwei weitere fantastische Spiele, die auch ohne Tee und Buch funktionieren: (mehr …)

Oktober 25 at 2011 11 Kommentare

Kellernostalgie

Was haben wir in Erinnerungen geschwelgt, lagen uns in den Armen oder Beinen, kramten  Bilder aus dem Schuhkarton  und erzählten uns alte Anekdoten.

Einfach herrlich, als Igitte, unsere 5-beinige Spinne, auf dem Bauernhof meiner Schwiegermutter mit Hilfe Dutzender Kellerspinnen einen Eimer (!) Fliegen fing. (Sing Lang, die Pekingente, musste bekehrt werden, nicht auf einen Snack zu ihrem Ex-Koch im Restaurant Lotusgarten zu watscheln. Zu groß war die Gefahr, der Snack zu sein. Also musste eine delikate Gourmet-Alternative her. Was bietet sich da besser an als Fliegenmus?) Es war das einzige Mal, dass jemand auf Igitte hörte (Okay, ein bisschen Bestechung war auch mit im Spiel).

„Ach, Igitte“, sagte ich und wischte mir eine Träne aus den Augen, „dass du trotz deiner fünf Beine mal zu was nutze bist außer zum Topflappen weben!“. Man muss wissen, dass wir zu Hause in jeder Ecke Topflappen hängen haben, weil die Amputation Igitte etwas destabilisert für filigrane Netze. Seitdem kochen wir sogar zum Frühstück Kartoffeln mit Schinken-Sahne-Soße , um ihr etwas Selbstwertgefühl zu geben. Wir haben inzwischen neben Frühstückskochlappen auch Eierkochlappen, Pfannenkochlappen, Linkshänderkochlappen, Ganzkörperkochlappen, Kochlappen für Lachsschnittchen und „Kochlappen“ für danach (Klopapier brauchen wir nämlich auch nicht mehr).

„Das war nicht einfach, die anderen zu überzeugen, was Igitte?“ Ich zeigte ihr das Bild von der kleinen Werkstatt neben der Dehle. „Ja, ja, die waren sowas von sauer.“ Igitte kicherte. „Immer wurde an ihren Netzen gezottelt. Die kamen ja zu nichts. Aber ich habe das ja geregelt.“ Na ja, der Preis war schon hoch: Hinter Igittes Rücken vereinbarte ich mit meinem Schwager, dass ich später das Wohnzimmer tapeziere. Habe ich zwar nicht, aber er ließ  für eine Woche Fahrrad und Werkzeug, wo es war. Daran ließ sich im wahrsten Sinne besser anknüpfen. Ein guter Deal, dachten sich die heimischen Kellerspinnen und gönnten uns eine Handvoll Schnaken (Ein bisschen faserig).

Fahrradkeller

„Du bist schon eine tolle Spinne“, meinte ich mit großen Augen und nickte eifrig. „Guck mal, ich habe noch ein paar andere Bilder: Den Dachboden, wo die leckeren Obstfliegen schwirrten, den noch leeren Fliegeneimer, den tragischen Zwischenfall mit der Spinne, die sich aus Versehen selbst fing…“

Als Jan aus dem Nebenzimmer einwarf, dass ich das alles doch nur erzähle, um die alten Fotos wieder im Blog veröffentlichen zu können, weil ich nichts Neues zu bieten habe,  konnte ich Igitte nur noch ein „Stimmt doch gar nicht!“ hinterherrufen. Seitdem ist sie verschwunden und ich habe eine Brandblase, weil sie den bestellten Rückhandschnellkochtopflappen mit Doppelsaum nicht rechtzeitig geliefert hat. Na ja, jetzt sind die Fotos aber nun mal da. Ich zeig‘ sie einfach mal,  bevor ich sie wieder wegpacke. (Klick zur Großansicht)…

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Oktober 23 at 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Mein Fenster zurück

Mein neues Desktop-Hintergrundbild für den kurzen Ausblick zurück (Derryclare, Connemara, Irland, Richtung Roundstone), Klick für größer:

Wolken (Connemara)

Oktober 21 at 2011 4 Kommentare

Später Wurm

Nun fängt der frühe Vogel bekanntlich den Wurm. Deshalb hält sich Kolumbi, der Holzwurm,  lieber an das Motto „Später Wurm entkommt dem Vogel“ und ratzt durch. Aber so war das nichts Halbes, nichts Ganzes:

Nach durchzechter Nacht beim  „Wet but lucky“ e.V (Regenwurm-Rocker-Club) mit ein paar überreifen Kirschen hatte es Kolumbi nicht mehr nach Hause geschafft. Oder genauer gesagt: Mit dem Sauerstoff-Flash, als er sich durch die Wiese nach oben gebohrt hatte, setzte auch unmittelbar der Tiefschlaf ein.

So bibberte er am nächsten Morgen ganz schön bei um die 0 °C. Noch mehr bibberte er, als er merkte, dass sein Schwanz im Boden festgefroren war. Das war ihm nur solange peinlich, bis er durch die Grashalme etwas Schwarzes erspähte. Schlimmer noch: Etwas Schwarzes mit etwas länglichem Orangenen. Dann wurde aus peinlich schnell panisch. „Eine Amsel“, dachte er, „Scheiße auch!“ Und Kolumbi flucht sonst nie.

Doch er hatte blitzschnell die rettende Idee (Nun ja, eine gute viertel Stunde überlegte er schon): Er stellte sich aufrecht und tarnte sich als Strohhalm. Amseln mögen keine Strohhalme. Oder hat jemand schon mal eine Amsel mit Cocktail gesehen? Schlau, nicht wahr?

Nun ja, das Schwarze mit dem länglichen Orangenen stand zwar nach drei Stunden Stillstand immernoch auf der Wiese auf dem selben Fleck, aber wer denkt schon an eine Spielzeuglokomotive mit gelbem Schornstein so früh am Morgen? War so was wirklich zu erwarten?

Schließlich kippte Kolumbi  hechelnd um, weil der Boden taute. Seitdem klagt er über Nackenschmerzen (und so ein Nacken ist bei Holzwürmern ganz schön lang, wenn man nicht weiß, wo er endet). Und über schwarze Lokomotiven mit gelbem Schornstein klagt er seitdem auch. Glaubt natürlich keiner, wie immer.

Der Versuch einer Rekonstruktion: (mehr …)

Oktober 19 at 2011 3 Kommentare

Fototipp: Besenrein

Diesen Zauber des Hinterlassenen, diese Ästhetik des Vergangenen, dieses Leben des Toten, gefunden hier, möchte ich nicht verheimlichen.

Oktober 19 at 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Noch’n bisschen Edinburgh

Edinburgh

Ich verstand kein Wort, aber wenn der ganze Pub mitsummt, merkt man spätestens, wie schottisch das Lied ist…

Sing scottish

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Oktober 17 at 2011 5 Kommentare

Edinburgh Horror (Nicht unter 18 J.)

Ich sag‘ es gleich: Es war blanker Horror. Abgetrennte Gliedmaßen, apathische Schreie,  freie Hirnmasse, eine eingeschlossene Frau im brennenden Taxi, überall Blut und ein ein kleines Kind, das mit starrem Blick die Szene verfolgte. Und ich hielt diesen grausamen Augenblick mit meiner Kamera fest. Ab hier dürfen nur ganz Hartgesottene weiterklicken. Ich muss… sorry…oh mein Gott…

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Oktober 13 at 2011 8 Kommentare

Jameson on the rocks

Und schon wieder einen Monat her…

Fantastische Idee, anstatt zwei Dosen Bier eine höhere Potenz mit kleinerer Dosierung zu wählen. Ob ich dadurch beim Aufstieg auf den Derryclare (Connemara, Irland) mein T-Shirt einmal weniger auswringen musste, ist allerdings zweifelhaft. Zumindest haben wir in Jamesons Gesellschaft den Gipfelblick genießen können und haben deshalb beinahe den Bus verpasst (unten, nicht auf dem Gipfel. Da war nämlich nur Gipfel. Und zwischen diesem und der Bushaltestelle Moor, der „Abkürzung“ sei Dank.)

Jameson on the rocks

Oktober 13 at 2011 3 Kommentare

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