Spiele für den Herbstabend

Oktober 25 at 2011 11 Kommentare

Die dunklen Abende des Herbstes rücken näher und wenn draußen der Wind pfeifft, kuschelt man sich gemütlich bei einer Tasse Tee in eine Decke und liest ein Buch. Wem aber ständig jemand beim Lesen dazwischen quatscht, sei es Freund oder Verwandtschaft, dem sei ein munterer Spieleabend ans Herz gelegt. Diese sind allerdings meist nur gesellig bis zum Zoff, wenn jemand mal wieder die Regeln zu seinen Gunsten verbogen hat.

Deshalb möchte ich (auf Anregung einer Blogparade von Stachelbeere) heute drei Spiele vorstellen mit ganz präzisen und dennoch einfachen Regeln.

1.  Nimm weg!

In akribischer Kleinarbeit wird eine Dominokette durch die ganze Wohnung gebaut. Dabei fängt der eine Mitspieler an einem Ende an und der zweite am anderen Ende. So kommt  man nicht in Verlegenheit, sich unnötig unterhalten zu müssen. Trifft man sich schließlich in der Mitte, sucht sich jeder einen eigenen Stein aus und gibt ihm einen Namen.

Dann stößt ein Spieler die Kette an einem Ende an. Wer ist völlig egal. Jeder entfernt jetzt rechtzeitig seinen Stein aus der Kette, damit dieser nicht umfällt. Den Namen des Steines behält man besser für sich, da es völlig albern ist, Steinen einen Namen zu geben.

Wessen Stein zum Schluss nicht umgefallen ist, hat gewonnen. Dieses Spiel ist sehr harmonisch, da auch Unentschieden möglich sind. Und wenn wieder mühsam alle Dominosteine in der Schachtel verstaut sind, ist der Abend auch schon zu Ende. Wer Gast ist, sollte  unbedingt schon vorher gehen und sich zu Hause gemütlich bei einer Tasse Tee in eine Decke kuscheln und ein Buch lesen.
Aus der Reihe getanzt 5

Zwei weitere fantastische Spiele, die auch ohne Tee und Buch funktionieren:

2. Wer zuletzt lacht…

Dieses muntere Würfelspiel hat ein simples Ziel: Niemals anfangen! Denn der zuletzt lacht, lacht am besten! Das sollte man allerdings im Vorfeld wissen, auch wenn der mystische Spielename  noch nicht alles verrät.

Der erste Spieler muss mit seinem Würfel vorlegen und vorzugsweise eine 6 würfeln. Dann muss der Gegner mit mindestens 7 Würfeln den Wurf des Mitspielers in Summe überbieten. Mehrere Einsen sind dabei besonders elegant und Zuschauer werden höflich applaudieren, sofern sie noch nicht eingeschlafen sind. Und dann lacht der letzte und der erste nicht.

Da in der Regel niemand anfangen will, kann das Spiel mehrere Stunden dauern. In der Zeit kann man  sich gemütlich bei einer Tasse Tee in eine Decke kuscheln und ein Buch lesen.
Überzahl

3. Mensch, ärgere mich nicht, sonst gibt’s Ärger

Man nehme das beliebte Spielbrett und klebe es auf den Tisch, damit es niemand vor Wut mit dem Arm wegfegt. Ansonsten heißt es: Alles ist erlaubt. In Spielerkreisen wird das Spiel auch „Anarcho-Schach“ genannt.

Gewonnen hat derjenige, der den anderen in dessen eigenem „Haus“ einfach wegschnipst oder alle gegnerischen Figuren verschluckt hat.

Am nächsten Tag muss sich der Gegner seine  Figuren auf Zuruf wieder selbst rausstochern, um weiterspielen zu können. Einfacher geht es ja wohl nicht.

Verschärfte Variante: Wer die Tasse an die Wand schmeißt, die Decke bespuckt und das Buch zerreißt, bekommt einen Sonderpunkt. Der hat zwar keinen Wert für den Ausgang des Spiels, aber es macht Spaß. Allerdings macht es dann keinen Spaß mehr, sich  gemütlich bei einem Tee in die Decke kuscheln und das Buch zu lesen. Aber die Chance hat man ja sowieso verpasst.
OhneRegel

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Kellernostalgie Grau statt Gold

11 Kommentare Add your own

  • 1. Fellmonsterchen  |  Oktober 25 um 2011

    Herrliche Spiele! Man kann die vielleicht auch alle kombinieren, z. B. muss ein Spieler jeden einzelnen Dominostein mit einem Würfel umkegeln, es gilt aber nur, wenn die Augenzahl identisch ist. Währenddessen werden allen anderen Mitspielern gewaltsam 10 Liter Tee auf Ex eingetrichtert, parallel müssen die Spieler versuchen, mittels eines Buches eine 6 zu würfeln, um beim Mensch ärgere Dich nicht ins Ziel zu kommen…

  • 2. Donkys Freund  |  Oktober 25 um 2011

    Fantastische Variante!!! Auch das mit der Gewalt ist ganz toll! Das ist so..wie soll ich sagen…herbstlich.
    Nur der Mittelteil ist zu überdenken: Ich habe meistens die identische Augenzahl mit meinen Mitspielern. Vielleicht doch ein bisschen zu einfach. Oder ich drück‘ mal ein Auge zu…

  • 3. paleica  |  Oktober 30 um 2011

    was für kreative ideen. die illustrierten bilder dazu sind spitze, das oberste mit den dominosteinen ist richtig künstlerisch! schön!

  • 4. Donkys Freund  |  Oktober 30 um 2011

    Nicht wahr, so lässt sich jeder Novemberabend verplempern!

    Das Dominobild hat mich auch etwas Vorbereitung gekostet (Da war etwas Feinarbeit mit Büroklammern und Tesafilm gefordert…)

  • 5. paleica  |  Oktober 30 um 2011

    das glaub ich dir gern. ich hab heut zum ersten mal seit ca. 2 jahren mal wieder mein ‚pompeji‘ ausgepackt, das ist auch ein sehr nettes spiel. vielleicht schau ich mal, ob es auch so fotogen ist wie das domino (:
    (ich dachte übrigens schon, dass du ein wenig gemogelt hast +g+)

  • 6. Donkys Freund  |  Oktober 30 um 2011

    Na, Auspacken ist ja schon mal der erste Schritt. 🙂

  • 7. Silencer  |  Oktober 31 um 2011

    Ausgezeichnet, danke für die Anleitung! Das Material liegt hier sogar rum, ich habe es bisher nur nicht richtig eingesetzt. Das hole ich jetzt nach Wo sind Buch und Decke…

  • 8. Donkys Freund  |  Oktober 31 um 2011

    Falls kein Buch zur Hand ist, kann man auch auf Videotext zurückgreifen. Diese lässt sich jedoch schwerer zerreißen, aber es geht.

    Anstatt einer Decke eignet sich auch eine Heizung.

  • 9. Die besten Brettspiele! « die stachelbeere  |  November 6 um 2011

    […] Donky stellt mit künstlerischen Fotos und einer ausführlichen Beschreibung drei Spiele vor, welche mir noch nie begegnet sind, ich aber auf alle Fälle einmal ausprobieren möchte! Es handelt sich um ‘Nimm weg!’, ‘Wer zuletzt lacht…’ und ‘Mensch ärgere mich nicht sonst gibt’s Ärger’. Mal was anderes findet ihr also hier. […]

  • 10. Wortman  |  November 6 um 2011

    Du kommst auf Ideen 😀

  • 11. Donkys Freund  |  November 6 um 2011

    Bei einem Buch und einer Tasse Tee, gemütlich in einer Decke gehüllt, fielen mir die Spiele ein. 😉

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