Archive for September, 2010

Der Bussard

Wenn vom Baumstumpf furchtlos blickt
der Bussard wie von einem Thron,
das Wiesel reglos in dem Fang,
so kann man ahnen, wie geschickt
er wohl gespäht nach einem Lohn
und wie sein Schrei die Luft durchdrang,

wie er dann ließ sein Auge schweifen
von Feld zu Feld für den Verzehr
bis das Wiesel sich geregt.
Wie kunstvoll mochte er es greifen,
dass glänzen trotz der Beute Wehr
die edlen Schwingen so gepflegt?

Wenn vom Baumstumpf furchtlos blickt
der Bussard wie von einem Thron,
das Wiesel reglos in dem Fang,
er trotz Geschepper nicht erschrickt
auf dem Sims seit Jahren schon
so starr und steif im Restaurant.

September 21 at 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Imaginärer Placebo

Verdammt, Donky hat einen Drehwurm. Teilte er uns gestern zunächst freudig mit. Leider haben wir ihm gesagt, dass so ein Drehwurm ganz schön schwindelig machen kann und ihm bestimmt übel ist. Seitdem kotzt er unentwegt in den Teich. Was den Kröten gefällt, finden wir ganz schön ekelig. Nun sahen wir heute, dass der Drehwurm extrem einem Telefonkabel ähnelt, vor allem, weil noch ein Hörer dranhängt. Aber da gab es kein Zurück. Donky ist speiübel.

Wir zeigten ihm, was man mit einem Hörer so anstellen kann. Telefonieren, zum Beispiel, drehfrei. Das überzeugte ihn aber nicht, da niemand ranging. Wir zogen Kolumbi zu Rate, seines Zeichens anerkannter Holzwurm und Experte. Als er jedoch Donky und das Telefonkabel sah, musste er gleich mit aufstoßen und schredderte erstmal ein Gramm Sägespäne aus. Das bestätigte Donky noch mehr.

Es wird noch schlimmer: Ich versuchte ihm zu erklären, dass dieser Drehwurm so eine Art imaginärer Placebo ist, nur andersrum irgendwie. Und so sehr mich dieser Vergleich auch selbst verwirrt, so Donky natürlich umso mehr. Seit dem schimpft ununterbrochen mit dem Placebo, dass selbst Amseln seinen Baum meiden aus Angst vor Übergriffen. Der Placebo solle sich gefälligst vom Acker machen und den Drehwurm mit dem Hörer mitnehmen. Bis jetzt bleibt der Placebo jedoch hartnäckig und dazu noch imaginär neben ihm sitzen. Zumindest klopft er Donky beim Kotzen auf den Rücken.

September 15 at 2010 3 Kommentare

BlaBla.

Aus der Tiefe kommt das B,
doch plötzlich geht’s ganz schnell.
Bevor ich a aussprechen kann,
erfasst mich schon das l.
Bla

O, manchmal wühle ich in mir,
dann kullern lauter O’s,
doch jetzt, O Wunder, hört nur zu,
geht es von vorne los!
O

Aus der Tiefe kommt das B,
doch plötzlich geht’s ganz schnell.
Bevor ich a aussprechen kann,
erfasst mich schon das l.
BlaBla

Das Finale fällt mir schwer,
Fragezeichen oder Punkt?
Ich hoffe nur, das diesmal nicht
das B dazwischen funkt.
Punkt

September 14 at 2010 Hinterlasse einen Kommentar

Vierloch

Es war ihm egal, dass ihn gerade ein Kronkorken überholte und ihn dabei unsanft an den Bordsteinrand drückte. Es war im auch egal, dass er dabei gerade durch einen dreckigen Altölfilm geschwemmt wurde. Und selbst, dass der Rinnsal des Platzregens ihn Zentimeter für Zentimeter auf den dunklen Abgrund des Straßengullys trieb: Völlig egal. Und Vierloch war sonst nie etwas egal gewesen. Ganz im Gegenteil. Vierloch war Vierloch. Der Vierloch und kein anderer, obwohl mit der die Aufschrift „Vierloch, perlmutt, glänzend, 1000 Stk.“ auf der Plastikdose – hier übersetzt ins Deutsche – alle Insassen gemeint waren. Vierloch meinte jedoch, die anderen wären nur ungebetene Gäste in seiner Dose gewesen. Aber von vorn, in Taiwan, weit weg von der trostlosen Vorstadtgosse: (mehr …)

September 10 at 2010 4 Kommentare

Neulich beim Frühstück

  • „Hey, lass mein Ei in Ruhe!“
  • „Ich will es nur anmalen“
  • „Warum denn das?“
  • „Ich bin doch der Osterhase!“
  • „Bitte, es ist September!“
  • „Erst?“
  • „Ja, und jetzt gib mir mein Ei!“
  • „Soll ich noch mal wiederkommen?“
  • „Im Frühjahr, OK?“
  • „Warum machst du das schöne Ei kaputt?“
  • „Ich esse es!“
  • „Aber warum soll ich dann wiederkommen, ohne Ei?“
  • „Stimmt, lass es einfach!“
  • „Du magst mich nicht, stimmt’s?“
  • „Es gibt dich gar nicht!“
  • „Dafür kann ich ja auch nichts!“
  • „Ich aber auch nicht!“
  • „Ich kann ja da bleiben, dann gibt es mich!“
  • „Wenn’s sein muss!“
  • „Magst du mich dann?“
  • „Nur wenn du nicht störst!“
  • „In Ordnung, hast du mal ein Ei?“

September 8 at 2010 Hinterlasse einen Kommentar


Ausgewählt

Kurz und bündig

  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
  • Die meisten Beiträge entstanden aus Handspielen mit meinem Sohn Jan.
  • Hintergründe gibt es hier: Intro
  • Ein Steckbrief des Blogs, Kurzprofile der Figuren und Tipps zur Navigation unter: Neu hier!?
  • Stand der Abenteuer in der Kategorie (Sidebar): Stand der Dinge
  • Die Handfiguren sind im Text mit einem Link hinterlegt. Bei >Click< wird in einem neuen Fenster der Charakter vorgestellt. Alle kompakt unter: Akteure
  • Per Mouse over im Beitrag erhält man eine Kurzbeschreibung der Charaktere im Kästchen.

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