Dinge am Rande des Lebens (1)

Mai 11 at 2010 11 Kommentare

Im Moment tut sich ja nicht viel. Die Blogwelt dämmert etwas dahin und auch bei mir ist tote Hose. Jedenfalls hier in der Öffentlichkeit. Ich schreibe zur Zeit laaaange Geschichten, die im Blog sowieso kein Schwein liest und und sonst ist alles schon gesagt: Gyros Pita ist ab jetzt Drecksfraß und unsere Lena hatte einen Schnupfen.

Umso mehr Grund, eine neue Reihe zu eröffnen. Ich biete hier ein neues Podium für Dinge, die sonst im Alltag nur beiläufig und lieblos ausgenutzt werden. Vergessen, übersehen, missachtet! Keine schöne Sache. Einmal im Leben im Mittelpunkt stehen. Wer will das nicht?

So lasst uns über einen Gegenstand reden, der immer die Drecksarbeit machen muss, sonst aber oft genug ausgetrocknet nach Wasser lechzt: Der Lappen!

Lappen haben kein schönes Leben. Sie dürfen nie den Lohn ihrer Arbeit bewundern und werden stattdessen über Rohre oder Duschen gelegt (ihre großen Brüder, die Aufnehmer, alternativ auch über Eimer). Sie schaffen die Basis für Wohlbefinden und Athmosphäre. Den Ruhm heimsen sich dann aber  Haarspray oder Tischdeko-Kerze ein, je nachdem von welcher Lappenart wir reden.  Nun ist das Schicksal eines Einweg-Küchenwischlappens vielleicht noch trostloser als das der Frottee-Variante im Bad. Wertschätzung sieht jedoch anders aus, als in zweifelhaften Ritzen Versäumnisse vergangener Tage auszumerzen.

Mein Verhältnis zu Lappen ist schwierig. Um Missverständnisse vorweg auzuräumen: Man kann auch im realen Leben mit mir ohne Sicherheitsabstand reden. Ich kann nur eine Eigenschaft an Lappen überhaupt nicht leiden, obwohl sie dafür gar nichts können: Sie quietschen. Ja, und zwar so wie Kreide auf der Tafel oder Gabel auf dem Teller. Meine Bekannten teilen zwar meine Ansicht nicht, aber das Auswringen von Lappen treibt mir regelmäßig einen Schauer über den Rücken.

Die Konsequenz ist, dass entweder stundenlang der Lappen in der Dusche vor sich hin tropft und so das Einschlafen zum Leid meiner Lieben erschwert (und mir auch, aber das ist nicht mein eigentliches Problem). Oder ich überflute den Tisch, da ich nach der Befeuchtung des guten Stücks nicht weiter zurückdosiere. So wird mir regelmäßig der Zugang zu Lappen verwehrt. Dabei würde ich ihn ja schon gern mal näher kennenlernen. Man muss ihm ja zugute halten, dass er von selbst nicht quietscht. So werde ich gleich mal in die Küche gehen und das rosa Tuch, dass über dem Wasserhahn hängt, meine Aufwartung machen. Trocken, versteht sich.

Wenn ihr irgendwelche Erinnerungen an Lappen habt, lasst euren Gedanken freien Lauf. Sie werden es euch danken!

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11 Kommentare Add your own

  • 1. ruediger  |  Mai 11 um 2010

    Meine Lappen können fliegen, sicher mehr recht als schlecht und nicht immer elegant, aber sie fliegen. Manchmal sind sie dermaßen beladen, dass sie es nur mit äußerster Kraftanstrengung schaffen dorthin zu fliegen, wo sie auch hin sollen. Manchmal fliegen sie wie sie wollen, vielleicht weil zuviel an Board ist oder weil alles irgendwie zuviel ist, manchmal werden sie übermütig und schießen übers Ziel hinaus, hinterlassen dann zum Ausgleich reichlich Chaos und oft zusätzliches Durcheinander. Dann will man ihnen das Fliegen am liebsten wieder abgewöhnen, aber ach…. arme Lappen.

  • 2. Donkys Freund  |  Mai 11 um 2010

    Mensch, lass sie doch. Wenn es ihr einziger Spaß ist. Hauptsache, nicht ins Gesicht. Da würde ich noch mal mit ihnen reden.

    Wir hatten vor Kurzem einem Lappen, der einfach in der Waschmaschine blieb. Er wollte gar nicht raus. Traurig nicht?

  • 3. ruediger  |  Mai 12 um 2010

    Die Waschmaschine als Neo-Brücke? Macht gerade bei Höhenangst geplagten Lappen durchaus Sinn, es entfällt der Sprung. Die Gesichtslappen die ich kennen, sind aus anderem Holz geschnitzt. Wesentlich freundlicher und auch zugänglicher gegenüber allem. Die fliegen auch noch, dafür liegen die viel zu gut, auch weil sie zu klein sind.Wenn man die aber zu oft mit Spüllappen zusammen lässt, muss man aufpassen, das die nicht ausflippen und plötzlich auch in die Spüle wollen. Irgendwas passiert da so zwischenläppisch, möglicherweise auch nur auf einer Meta-Ebene. Und plötzlich sind sie süchtig nach Spüli und dann hat man den Ärger.

  • 4. Schildmaid  |  Mai 12 um 2010

    Gut, dass mal wieder jemand an die Lappen denkt!

    Bei mir zum Beispiel haben die Topflappen wahrlich nix zu lachen. Ich musste heute feststellen, dass meine Küche sie bevorzugt auffrisst. Bislang dachte ich immer, sie würde sich nur bei kleinen Schälmessern nicht zurückhalten können… weit gefehlt.
    Das Schlimme daran ist, dass ich nicht weiß ob sie nach dem Genuss von Topflappen gesättigt ist. Oder nicht. Ich wage mich da kaum noch hinein, denn wenn sie auch noch die Geschirrlappen gefressen hat und dann immer noch hungrig ist… au weia, das kann doch nicht gut gehen, oder? Oder??? 😯

  • 5. Donkys Freund  |  Mai 14 um 2010

    @ rüdiger: Lass sie fliegen, sie haben es sich verdient. Gesichtslappen müssen jedoch aufpassen, dass sie ihre leichte Arroganz nicht doch in den Keller als Schuhputzlappen führt. Schuhputzlappen haben es übrigens ganz übel erwischt…

    @ Schildmaid:Hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass die Topflappen einfach abgehauen sind? Und du der Küche unrecht tust?

    Jetzt sind Topflappen auch besondere Exoten, so trocken. Die sind unberechenbar. Neben dem bemitleidenswerten Schuhputzlappen kenne ich sonst nur noch Ohrläppchen in dieser Kategorie.

  • 6. Nervensäge  |  Juni 5 um 2010

    Neben den ganzen Lappen sind aber auch die Schwämme ziemlich übermütig. Sie fliegen zwar nicht, aber sie hüpfen überall drauf. Ich achte immer darauf, dass die Küchentür zu bleibt, damit sie nicht aufs Sofa oder auf mein Bett hüpfen. Sonst gibt es immer ärger mit den Kissen. Die wollen ihr Revier verteidigen und eine gewaltige Kissenschlacht bricht aus. Danach darf ich immer ganz viele arme Gläser und Lampen beerdigen…

  • 7. Donkys Freund  |  Juni 7 um 2010

    Hör mir auf mit den Schwämmen. Die machen sich überall breit. Kein Respekt vor dem Alter. Vor Kurzem hatten sie unseren Besen eingeseift.

    Ich will jedoch mein Beileid für die Gläser und Lampen ausdrücken. Dass Unschuldige da mit reingezogen werden, sollte mit einem Monat Wischverbot bestraft werden.

  • 8. ruediger  |  Juni 7 um 2010

    nenene, ein ordentlicher Lappen ist mir allemal lieber als so ein Schwamm. Da hat man doch was zwischen den Fingern, das hat Subtanz, ist etwas echtes …. wertiges. Außerdem haben Schwämme eine Pyrophobie, da ist ein gecheiter Lappen aber pflegeleichter

  • 9. Donkys Freund  |  Juni 8 um 2010

    Schwämme sind Schaumschläger! Weichspüler im wahrsten Sinne des Wortes!

    Ähm…eine Pyrophopie? Würde ich als mit Terpentin vollgesogener Schwamm eventuell auch haben. 😀

  • 10. ruediger  |  Juni 8 um 2010

    Lappen brennen auch, ruhig und ohne zusätzliches Aufsehen zu erregen, Ein Schwamm (ach wie Drama) schmilzt auch noch. *pft* die Lusche

  • 11. Donkys Freund  |  Juni 8 um 2010

    Ja, ein echter Waschlappen! (Hätte ich beinahe gesagt)
    Schwämme sind maßlos übeschätzt. Völlig hohl, die Teile!

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