Archive for Mai 11

Dinge am Rande des Lebens (1)

Im Moment tut sich ja nicht viel. Die Blogwelt dämmert etwas dahin und auch bei mir ist tote Hose. Jedenfalls hier in der Öffentlichkeit. Ich schreibe zur Zeit laaaange Geschichten, die im Blog sowieso kein Schwein liest und und sonst ist alles schon gesagt: Gyros Pita ist ab jetzt Drecksfraß und unsere Lena hatte einen Schnupfen.

Umso mehr Grund, eine neue Reihe zu eröffnen. Ich biete hier ein neues Podium für Dinge, die sonst im Alltag nur beiläufig und lieblos ausgenutzt werden. Vergessen, übersehen, missachtet! Keine schöne Sache. Einmal im Leben im Mittelpunkt stehen. Wer will das nicht?

So lasst uns über einen Gegenstand reden, der immer die Drecksarbeit machen muss, sonst aber oft genug ausgetrocknet nach Wasser lechzt: Der Lappen!

Lappen haben kein schönes Leben. Sie dürfen nie den Lohn ihrer Arbeit bewundern und werden stattdessen über Rohre oder Duschen gelegt (ihre großen Brüder, die Aufnehmer, alternativ auch über Eimer). Sie schaffen die Basis für Wohlbefinden und Athmosphäre. Den Ruhm heimsen sich dann aber  Haarspray oder Tischdeko-Kerze ein, je nachdem von welcher Lappenart wir reden.  Nun ist das Schicksal eines Einweg-Küchenwischlappens vielleicht noch trostloser als das der Frottee-Variante im Bad. Wertschätzung sieht jedoch anders aus, als in zweifelhaften Ritzen Versäumnisse vergangener Tage auszumerzen.

Mein Verhältnis zu Lappen ist schwierig. Um Missverständnisse vorweg auzuräumen: Man kann auch im realen Leben mit mir ohne Sicherheitsabstand reden. Ich kann nur eine Eigenschaft an Lappen überhaupt nicht leiden, obwohl sie dafür gar nichts können: Sie quietschen. Ja, und zwar so wie Kreide auf der Tafel oder Gabel auf dem Teller. Meine Bekannten teilen zwar meine Ansicht nicht, aber das Auswringen von Lappen treibt mir regelmäßig einen Schauer über den Rücken.

Die Konsequenz ist, dass entweder stundenlang der Lappen in der Dusche vor sich hin tropft und so das Einschlafen zum Leid meiner Lieben erschwert (und mir auch, aber das ist nicht mein eigentliches Problem). Oder ich überflute den Tisch, da ich nach der Befeuchtung des guten Stücks nicht weiter zurückdosiere. So wird mir regelmäßig der Zugang zu Lappen verwehrt. Dabei würde ich ihn ja schon gern mal näher kennenlernen. Man muss ihm ja zugute halten, dass er von selbst nicht quietscht. So werde ich gleich mal in die Küche gehen und das rosa Tuch, dass über dem Wasserhahn hängt, meine Aufwartung machen. Trocken, versteht sich.

Wenn ihr irgendwelche Erinnerungen an Lappen habt, lasst euren Gedanken freien Lauf. Sie werden es euch danken!

Mai 11 at 2010 11 Kommentare


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