Archive for Mai, 2010

Tauchfahrt nach Elin

Schreibprojekt von Donna: Sie gibt einen Anfangssatz vor und die Teilnehmer schreiben ihn als Geschichte weiter. Kreative  Sache, wie ich finde! Diesmal zu: „Perfekt, alles lief wie am Schnürchen…“

Tauchfahrt nach Elin

Perfekt! Alles lief wie am Schnürchen.
Das Boot lag am Rand des Teiches und Donky, die Ente, war auch schon vor Ort, um Red zu Wasser zu lassen. Tage lang hatte der Marienkäfer sein U-Boot vorbereitet. Die Etiketten von dem kleinen Schnapsfläschchen hatte er für eine einwandfreie Rundumsicht sorgsam abgeraspelt und den Verschluss mit etwas Kaugummi aus dem Abfallkorb abgedichtet. Eine kleine Feder steckte als Ruder im Verschluss und ließ sich leicht von innen bedienen.

Alles war fertig für den größten Tauchgang in der Geschichte des Parks: Der Expedition nach Elin. Red, der große Entdecker! Seine Artgenossen lachten ihn aus: „Elin? Das ist doch ein Märchen! Und gerade du willst es finden?“ Sie lachten ihn eigentlich immer aus. Red hatte nämlich keine Punkte auf seinem Rücken. Punkte sind aber sehr, sehr wichtig für Marienkäfer. So dachten es jedenfalls die Genossen mit Punkten, denn eigentlich haben die Punkte wenig Sinn und es ließe sich als Marienkäfer auch wunderbar ohne sie leben. Das sah Red zwar auch so, nur die anderen leider nicht. „Stimmt gar nicht!“, keifte er schnippisch zurück, „Elin gibt es, basta!“ Er hatte eine Mission, er alleine. Wie immer.

Die Legende von Elin, der gewaltigen Arena, versunken auf dem Grund des Ententeiches, war so alt wie der Park selbst. Tausende Insekten hätten einst auf der kreisförmigen Tribüne Platz gefunden, um Wettkämpfe zu bejubeln und ihre Helden zu feiern, nachdem diese unter großen Verlusten die Seile der verhassten Spinnennetze gekappt hatten. Auf der kleinen Anhöhe im Wald soll das Amphitheater gethront haben, nicht weit von der Straße, bevor Riesentrolle es entwurzelt und in den See gekippt hatten. Hunderte Ameisen ertranken nach der Krönungsfeier ihrer Königin. So wurde es seit Generationen jedenfalls überliefert. Und eine Generation dauert bei Insekten gar nicht mal so lang. Da kommen in ein paar Jahren viele Generationen zum Überliefern zusammen. Einige Kaulquappen meinten sogar, Elin schon mal gesehen zu haben, aber wer glaubt schon Kaulquappen? Kaulquappen finden Insekten-Theater auch ziemlich langweilig, so dass sie auch nicht weiter nachforschten.

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Mai 29 at 2010 19 Kommentare

Kitty, die Kettensäge

„Das muss doch nicht sein!“, schimpfte mein Sohn Jan, als Kitty das erste Mal bei uns nach einem Tropfen Öl fragte. „Du hast ja den ganzen Zaun von Nachbarn niedergemäht!“ – „Ach, habe ich gar nicht gemerkt“, erwiderte die Kettensäge kleinlaut. Und ‚kleinlaut’ war bei ihr ohrenbetäubend, so strotzte sie vor Kraft.

Kitty, die Kettensäge, erledigte einen Jägerzaun tatsächlich im Vorübergehen. Auch eine Allee musste sich nach ihrem Besuch als halbe Allee zufrieden geben. Sie konnte einfach keinen Baum links liegen lassen, oder sagen wir besser ‚stehen lassen’.

„Hey, Moment mal“, könntet ihr jetzt einwerfen, „eine Kettensäge kann doch nicht einfach spazieren gehen, so ganz alleine!“ Das stimmt normalerweise auch. Das gilt aber nur für diejenigen, die es noch nicht ausprobiert haben und sich lieber willenlos derben Holzfällern und eifrigen Hobbygärtnern fügen. Aber es gibt immer wieder mal Sägen, die entdecken, dass das Leben mehr bietet außer halbtote Fichten und langweilige Hecken. Und Kitty wollte viel neues Holz entdecken. Das könnt ihr glauben! So knatterte sie eines Tages einfach aus dem Geräteschuppen unseres Försters direkt durch die geschlossene Tür davon.

Kein Gartenstuhl war vor ihr sicher und Geländer schon gar nicht. Die Carports in unserer Umgebung waren als Garage nur noch für besonders flache Cabrios geeignet und vor Weihnachten lagerte niemand mehr seinen Weihnachtsbaum auf dem Balkon. Wer will auch schon einen geschredderten Haufen Nadelholz schmücken? Und je härter das Holz, umso besser! Wir können nur von Glück reden, dass Menschen so weiche Beine haben.

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Mai 17 at 2010 2 Kommentare

Dinge am Rande des Lebens (1)

Im Moment tut sich ja nicht viel. Die Blogwelt dämmert etwas dahin und auch bei mir ist tote Hose. Jedenfalls hier in der Öffentlichkeit. Ich schreibe zur Zeit laaaange Geschichten, die im Blog sowieso kein Schwein liest und und sonst ist alles schon gesagt: Gyros Pita ist ab jetzt Drecksfraß und unsere Lena hatte einen Schnupfen.

Umso mehr Grund, eine neue Reihe zu eröffnen. Ich biete hier ein neues Podium für Dinge, die sonst im Alltag nur beiläufig und lieblos ausgenutzt werden. Vergessen, übersehen, missachtet! Keine schöne Sache. Einmal im Leben im Mittelpunkt stehen. Wer will das nicht?

So lasst uns über einen Gegenstand reden, der immer die Drecksarbeit machen muss, sonst aber oft genug ausgetrocknet nach Wasser lechzt: Der Lappen!

Lappen haben kein schönes Leben. Sie dürfen nie den Lohn ihrer Arbeit bewundern und werden stattdessen über Rohre oder Duschen gelegt (ihre großen Brüder, die Aufnehmer, alternativ auch über Eimer). Sie schaffen die Basis für Wohlbefinden und Athmosphäre. Den Ruhm heimsen sich dann aber  Haarspray oder Tischdeko-Kerze ein, je nachdem von welcher Lappenart wir reden.  Nun ist das Schicksal eines Einweg-Küchenwischlappens vielleicht noch trostloser als das der Frottee-Variante im Bad. Wertschätzung sieht jedoch anders aus, als in zweifelhaften Ritzen Versäumnisse vergangener Tage auszumerzen.

Mein Verhältnis zu Lappen ist schwierig. Um Missverständnisse vorweg auzuräumen: Man kann auch im realen Leben mit mir ohne Sicherheitsabstand reden. Ich kann nur eine Eigenschaft an Lappen überhaupt nicht leiden, obwohl sie dafür gar nichts können: Sie quietschen. Ja, und zwar so wie Kreide auf der Tafel oder Gabel auf dem Teller. Meine Bekannten teilen zwar meine Ansicht nicht, aber das Auswringen von Lappen treibt mir regelmäßig einen Schauer über den Rücken.

Die Konsequenz ist, dass entweder stundenlang der Lappen in der Dusche vor sich hin tropft und so das Einschlafen zum Leid meiner Lieben erschwert (und mir auch, aber das ist nicht mein eigentliches Problem). Oder ich überflute den Tisch, da ich nach der Befeuchtung des guten Stücks nicht weiter zurückdosiere. So wird mir regelmäßig der Zugang zu Lappen verwehrt. Dabei würde ich ihn ja schon gern mal näher kennenlernen. Man muss ihm ja zugute halten, dass er von selbst nicht quietscht. So werde ich gleich mal in die Küche gehen und das rosa Tuch, dass über dem Wasserhahn hängt, meine Aufwartung machen. Trocken, versteht sich.

Wenn ihr irgendwelche Erinnerungen an Lappen habt, lasst euren Gedanken freien Lauf. Sie werden es euch danken!

Mai 11 at 2010 11 Kommentare

Sosa und die singenden Sardinen

Ihr meint, Fische können gar nicht singen? Dann kennt ihr die Geschichte des Sardinenschwarms halblinks hinter Island irgendwo auf halber Strecke zum Nordpol nicht.

Was war das für ein Leben dort so halblinks hinter Island. Harmonisch schwammen tausende von Sardinen dicht gedrängt durch Felsbögen oder Algenteppiche. Bog eine Sardine spontan nach links ab, machten die anderen völlig unfallfrei mit. Und hatte tatsächlich ein Exemplar die Idee einer kompletten Kehrtwende: Warum nicht? Und da niemand wusste, wer die Idee eigentlich als Erster hatte, gab es auch keinen Chef. So ein Schwarm ist wirklich eine praktische Sache.

Sosa schwamm gerne außen. So konnte sie mehr sehen als mitten im Schwarm. „Sag mal, Mira, hast du Gunther gesehen?“, rief ihr ein Nachbar zu, als sie gerade eine kleine Melodie flötete. „Ich bin Sosa, aber ich glaube Gunther schwimmt heute ganz hinten, Joe“, antworte Sosa. „Ach, ich dachte, das wäre Udo“, sagte Yve, die gar nicht Joe hieß, erstaunt. „Nein, der schwimmt doch direkt vor dir“. Sardinen verwechseln sich ziemlich regelmäßig, eigentlich immer. Macht aber auch nichts, denn man sah sich sowieso recht selten in der riesigen Masse. Fröhlich summte Sosa ihr Lied weiter, denn sie liebte Wassermusik.

Dort halblinks hinter Island war das Sardinenleben noch unbeschwert, denn merkwürdigerweise waren weit und breit keine Raubfische zu sehen. Vielleicht lag es an der etwas abseitigen, geschützten Vulkanlage weit neben der Hauptströmung oder auch an der Überfischung von Thunfischen zum Beispiel. Was gut für die Sardinen war, hatte nämlich gewaltige Nachteile für die Räuber, die viel zu oft als Pizzabelag enden. Aber da diese Sardinengruppe gar keine Pizza kannte, schwamm sie einfach munter durch die Gegend. Bis Bud kam!

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Mai 4 at 2010 2 Kommentare

Projekt 52: Flowerpower

Damit hatte Hotz, der Hirschhase, nicht gerechnet. Da springt er von Löwenzahn zu Löwenzahn und singt ihnen hämisch „Bald seid ihr ’ne Pusteplume, dann puste ich euch weg!“ an den Stengel. Anschließend macht er einen Schritt zur Seite und pustet vor ihren Augen ein Dutzend fortgeschrittene Exemplare nackig. Und die gelben Artgenossen toben vor Wut, wenn sie könnten. Fast der ganze Park ist voll mit Schirmchengetümmel, nur von Hotz‘ Blaserei. Es wurde sogar schon ein Flugverbot für Vögel ausgerufen.

Man sollte denken, dass sich Löwenzahn freut, zu einer Pusteplume zu mutieren. Frei wie ein Vogel daherzuschweben und so. Aber Pustekuchen… äh blume. Sie fühlen sich da immer so „zerrissen“ und „entwurzelt“, wie sie sagen. Außerdem landen sie dann meist doch nur in irgendeiner langweiligen Pflastersteinfuge in der Fugängerzone und müssen wieder von vorn anfangen.

Soviel Flowerpower war jedoch eine Nummer zu heftig für Hotz, als er direkt von drei athletischen Kerlen in die Zange genommen wurde. Die waren wirklich stark wie Löwen und zeigten ihre Zähne. Blöd für Hotz, denn im Park blühen im Augenblick Tausende von den Pflänzchen, die nur auf ihn warteten.

Hotz in Not

Fortsetzung in „Mutprobe“

Mai 2 at 2010 7 Kommentare

Projekt 52: Mutprobe

Fortsetzung von „Flowerpower“:

Flowerpower

„Du lässt die Pusteblumen in Frieden, klar?“, rief der aufgebrachte Löwenzahn. „Glasklar!“, antworte Hotz kleinlaut. „Und pustest du noch einmal, wird’s ungemütlich!“ -„Logisch, kommt nie wieder vor. War ein Versehen.“ Hotz zitterte nicht gerade königlich am ganzen Leib. Die Eichhörnchen spotteten anschließend: „Hotz hat Schiss vor Blümchen. Hotz hat Schiss vor Blümchen.“ – „Blödsinn, das war nur ein Trick von mir!“, räusperte sich der Hirschhase. „Na, dann puste doch noch mal. Oder traust du dich nicht, Herr König?“, provozierten die Buschelschwänze. Solch eine Aufforderung zur Mutprobe hat eine magische Signalwirkung auf Hotz. Den Preis musste er jedoch anschließend zahlen, als ihn der zornige Löwenzahn wieder zu fassen bekam…

Hotz hat viel vor sich

Mai 2 at 2010 12 Kommentare


Ausgewählt

Kurz und bündig

  • Willkomen in der verrückten Welt von Donky, der Ente, und seinen Freunden!
  • Die meisten Beiträge entstanden aus Handspielen mit meinem Sohn Jan.
  • Hintergründe gibt es hier: Intro
  • Ein Steckbrief des Blogs, Kurzprofile der Figuren und Tipps zur Navigation unter: Neu hier!?
  • Stand der Abenteuer in der Kategorie (Sidebar): Stand der Dinge
  • Die Handfiguren sind im Text mit einem Link hinterlegt. Bei >Click< wird in einem neuen Fenster der Charakter vorgestellt. Alle kompakt unter: Akteure
  • Per Mouse over im Beitrag erhält man eine Kurzbeschreibung der Charaktere im Kästchen.

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