Das unglaubliche China-Chaos-Projekt

April 17 at 2009 6 Kommentare

Der Lotus ohne Garten

Der Lotus ohne Garten

Er lässt nicht locker! Schon wieder hatte der Koch des China-Restaurants Lotusgarten doppeldeutig die Ente Sing Lang zum Essen eingeladen. Diese lebte dort einst nur scheinbar friedlich, bis sie von Donky noch rechtzeitig entführt wurde und seit dem im Park weilt. Sowohl die geniale Fliegenmus-Aktion wie auch die brachiale Currywurst-Schocktherapie hielt die Pekingente jedoch nur kurz in Schach, dem Ruf des kuscheligen Woks zu folgen. Zu gerne würde sie ihren ehemaligen Meister in ihrer Ex-Heimat besuchen, der vor allem eines meisterhaft kann: Pekingente zubereiten!!

Diesmal hatten viele zu gesagt. Ja, richtig gelesen, „viele“, denn ein Großteil der Bande kam einfach mit. „Weil sie auch mal China besuchen wollten“, flunkerte Kolumbi mit hochrotem Kopf, so dass er aussah wie ein Streichholz.

Der Plan

Denn Donky , Mops , Kolumbi , Dunny , Manfriss und Hotz (Mouseover für kurze Figurenbeschreibung) trafen sich am Vorabend zu einer geheimnissvollen Besprechung bei Jan für einen ausgeklügelten Plan. Sing Lang schöpfte keinen Verdacht, da sich die Bande zum Romme verabredete. Sing Lang kann nur Mau Mau. Auch, dass Rommee eigentlich mit langem e gesprochen wird, irritierte sie nicht. Jan übernahm die strategische Konzeption, Donky das operative Projektmanagement. Die Skizze gibt eine grafische Übersicht der geplanten Laufwege, aber dazu später mehr…

So fanden sich alle am runden Tisch im fernöstlichen Ambiente des Lotusgartens ein. An das  folgende Spektakel werden sich noch Generationen von Ex-Liebhabern chinesischer Kochkunst erinnern:

Li, der Koch, war ziemlich verwundert, als sich sechs Tiere (inklusive Manfriss) am runden Tisch neben dem Aquarium mit den bunten Zierfischen postierten. Tiere jenseits bunter Zierfische sind außerhalb der Gerichte recht selten im Lotusgarten zu finden. Selbst Hunde (außerhalb der Gerichte). Feuer speiende Drachen vielleicht noch. Zwei dieser Exemplare schauten an die Wand gepappt mit gefährlich bohrenden Leuchtdioden in den Saal.

9,5 Köstlichkeiten

9,5 Köstlichkeiten

Außer, dass Mops, die dicke Möwe , die ganze Speisekarte bestellte und Manfriss, der Metallfresser , erstmal das Besteck probierte (komplett auffraß), war zunächst mal nichts ungewöhnlich. Ein Kellner nahm die Bestellungen auf: 23, 56b mit Morcheln, Tagesmenu 4 mit gebackener Banane, Mittags-Buffet bis 8 Jahre (für Kolumbi)…

Der wichtigste Teil des Planes bestand darin, unbemerkt in die Küche zu gelangen. Das war nicht so einfach, denn Li war Koch und ziemlich oft in der Küche. Die zwei Kellner harrten oft vor der Theke aus, um auf das landestypische Löwenbräu zu warten und versperrten somit den Zugang.

Multikulti

Als das Essen auf dem Tisch stand, ging alles ganz schnell: Kellner 1 musste unentwegt Mops Reis nachschaufeln und stand mit einem Blech-Trog direkt neben ihm. Das kommt davon, wenn Reisnachschlag inklusive ist. Wenn Mops eines gut kann, ist es Essen.

Wenn Hotz, der Hirschhase , eines gut kann, ist es Meckern (und Angeben vielleicht noch). So holte er Kellner 2 zu sich und verlangte nach dem Koch. „In der Suppe sind Klümpchen!“ – „Das ist eine Frühlingsrolle!“ – „Noch nicht mal eine Suppe??“. Diese Diskussion wurde immer verzwickter (warum die Frühlingsrolle denn nicht rollte und wo denn der Frühling sei…), so dass Donky unbemerkt Kolumbi, den Holzwurm , auf den Rand des Aquariums setzen konnte.

Das Aquarium mit landestypischem Tischschmuck

Das Aquarium mit landestypischem Tischschmuck

Wenn bunte Zierfische im China-Restaurant Würmer sehen, drehen sie durch. Schon allein eine Bandnudel auf dem Nachbartisch macht sie schon nervös, aber ein echter Wurm treibt sie in den Wahnsinn. Das ist auch kein Wunder, wirft man einen Blick in die öde, gelbe Trockenfutter-Dose, die neben dem Aquarium stand.

Kolumbi hatte den wirklich gefährlichsten Job. Er beugte sich wagemutig über die Wasseroberfläche und immer wenn ein bunter Zierfisch hochschnellte, um ihn zu schnappen, zuckte er  zurück. Das Ergebnis war ein Zierfisch in der WanTan-Suppe des Gastes neben dem Aquarium. Wan Tan Suppen haben üblicherweise keine Fischeinlage, muss man wissen. Auch Handtaschen sind nicht für bunte Zierfische vorgesehen, Blusenausschnitte und kalifornischer Merlot auch nicht. Nach einem spitzen Schrei eilte Kellner 2 armefuchtelnd herbei und versuchte, die Gäste zu beruhigen. Aber einzig die Zierfische im Merlot und der Wan Tan Suppe beruhigten sich und schwammen erst mal gemütlich auf dem Rücken.

Beide Kellner sowie der Koch schwitzen so auf ihre Art, so dass der Weg in die Küche frei war. Manfriss nutzte die Gelegenheit, und schlich um die Theke. Manfriss schleicht zwar ziemlich laut, aber der Geräuschpegel im Restaurant nahm auch stetig zu, erst Recht als Hotz dem Koch in den Finger biss und Mops eine China-Vase mit Stoffblumen umstieß.

Die Küche erschien Manfriss wie das Paradies. Edelstahl, wohin das Auge blickte und eine heißer Wok. Zwischendrin noch ein paar Suppenkellen und eine Tranchierschere. Ein 23-Gänge Menu, das Manfriss bis zum letzten Bissen genoss. Gut, die Geschirrspülmaschine  und Deckenlampe schaffte er nicht mehr, aber ansonsten war die Küche zum Schluss recht karg.

Sing Lang aß unbekümmert die 9. Köstlichkeit, als das Finale dieser China-Oper begann. Irgendwie musste Sing Lang aus dem Restaurant gelockt werden, bevor das Schauspiel aufflog.

Auch ein Drache

Auch ein Drache

Dunny, unser Hausgeist , setzte sich in den Rachen eines Deko-Drachens und kicherte mit hoher Stimme: „Hu, ich bin ein Dämon und dieses Restaurant ist mein neues Heim! Hihihi“. Das wirkte eigentlich wenig überzeugend, aber da niemand wusste, wie ein Dämon in Wirklichkeit spricht, sprangen alle Gäste auf und suchten sich durch das Buffet, unter den Tischen und über Buddha-Figuren in Marmor-Optik panisch schreiend einen Weg nach draußen. Donky rief laut: „Au weia, ein Dämon, lasst uns schnell verschwinden!“ und zog Sing Lang vor den Eingang. Sing Lang schüttelte sich kurz und sang erst einmal lang, was sie immer tut, wenn sie durcheinander ist. Sie war ziemlich durcheinander. Die Aktionwar perfekt gelaufen: Sing Lang hatte noch Hunger und aß am Ententeich ein köstliches Schnecken-Ragout, das Gonky nach südafrikanischen Rezept zubereitet hatte. Der Rest auch, außer Manfriss. Der fraß ein Stop-Schild.

Am nächsten Tag klebte ein Schild „Vorübergehend wegen abgefressener Küche und Dämonenbesessenheit geschlossen“ im Aushang des Restaurant. Darunter lugte noch ein Zettel hervor, den der Koch extra für den Tag von  Sing Langs Besuch angefertigt hatte: „Heute keine Pekingente!“. Wer sollte das auch wissen?

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Worte auf der Goldwaage: Konsequent Projekt 52: Leidenschaft

6 Kommentare Add your own

  • 1. Schildmaid  |  April 17 um 2009

    Kolumbi bekommt beim Flunkern einen roten Kopf und sieht aus wie ein Streichholz? Das ist ja süß! 😀
    Das wäre dann ja ein prima Kostüm für ihn zu Halloween und Karneval. 😎

  • 2. Donkys Freund  |  April 17 um 2009

    Aber ein sehr stressiges, wenn er laufend flunkern müsste, ohne es wirklich zu können… 😀

  • 3. Schildmaid  |  April 17 um 2009

    Ach was, da lässt sich doch mit rotem Nagellack nachhelfen. Einmal Kolumbis Kopf in das Fläschchen gehalten und fertig ist der Lack… ähm das Kostüm. 😉

  • 4. freidenkerin  |  April 17 um 2009

    Total abgefahrene Geschichte. *Lach* Köstlich, wie eure Bande dieses China-Restaurant aufmischte, ich hoffe, die lassen in Zukunft ein für allemal die Finger von Sing Lang.
    Wünsche ein schönes und erholsames Wochenende!

  • 5. Donkys Freund  |  April 20 um 2009

    @ Schildmaid: Aber karneval ist doch irgendwann auch mal vorbei? 😯
    @freifdenkerin: Das hoffen alle, selbst Sing Lang!

  • 6. Hausgeist in Gefahr! « Donkys Welt  |  April 23 um 2009

    […] Das ist wenig verwunderlich, da Dunny beim großen China-Chaos den besagten Dämon gespielt hat (hier mehr ). Das weiß Sing lang aber nicht. Soll sie auch nicht, sonst fliegt alles auf und Sing Lang geht […]

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