Worte auf der Goldwaage: Konsequent

April 16 at 2009 7 Kommentare

Eine neue Folge aus der Reihe "Worte auf der Goldwaage ":

Es existieren drei Fälle, wann das Wort "konsequent" genutzt wird: In der Erziehung, bei der Karriere und bei den Vorsätzen zum neuen Jahr. Im letzten Fall wird auch oft das Gegenteil verwendet, das Wort "inkonsequent".

Machen die Blagen, was sie -aber definitiv nicht die Eltern- wollen, wurde sie nicht konsequent erzogen. Meistens meinen die Eltern, konsequenter zu erziehen, als Außenstehende das beurteilen. In diesem Fall liegt das Querschießen meistens am "Charakter des Kindes". Was konsequent ist, findet jede interessierte Mutter in pädagogischen Büchern. Väter lesen solche Bücher nicht, weil sie wissen, wie man erzieht. Sie haben auch meistens die besten Tipps für den Alltag, also der Zeit, bevor sie abends nach Hause kommen. Absolut unabdingbar muss jede angedrohte Konsequenz durchgezogen werden, auch wenn sich die überhitzte Angelegenheit längst abgekühlt hat. Rationales Handeln ist der Schlüssel zum Erfolg. Das sagt auch die Supernanny. Wer schnell seinen Bus erreichen muss und seine störrische Göre anfährt, dass "sie dann eben hier stehen bleibt", hat allerdings ein Problem, wenn sie dann eben hier stehen bleibt.

Konsequenz braucht ein Ziel, vor allem im Beruf oder für eine Berufung. Oder ein Ziel braucht Konsequenz … geht auch. Wer sein Ziel erreichen will, darf nicht weich werden. Alles was sich rechts und links anbiedernd offenbart und in Versuchung führt, bleibt liegen. Insofern heißt "konsequent" vor allem, greifbare Gelegenheiten auszulassen zugunsten eines diffusen Glückszustands am Ende des Weges. Und macht dieser Zustand dann doch nicht so glückselig, lässt sich immer noch ein neues Ziel definieren, im Notfall auch zurück. Meist liegt dann rechts oder links aber nichts mehr. Genau genommen engt "Konsequenz" also ein. Wer konsequent sein will, muss leiden. Dafür genießt konsequentes Verhalten höchste Anerkennung in der Gesellschaft, wenn es jemanden nicht selbst unangenehm betrifft. In diesem Fall wird "konsequent" auch "rücksichtslos" genannt.

Wegen seiner Akzeptanz wird das Wort immer öfter eingesetzt. "Folgerichtig" wird zum Beispiel gern ersetzt durch "Da ist es ja nur konsequent, dass…". Ansonsten wird das Wort ab und zu in der Politik genutzt, um Stärke zu demonstrieren, jedoch nur rein rhetorisch.

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7 Kommentare Add your own

  • 1. freidenkerin  |  April 16 um 2009

    Gerade während eines Wahlkampfes, wie er uns ja wieder mal bevor steht, hagelt es geradezu dieses Wörtchen „konsequent“. Konsequent sein bzw. in einer gewissen Situation die Konsequenzen zu ziehen, bedarf einer ungemeinen Willensstärke, Mut – und eben auch eines gewissen Quantums Rücksichtslosigkeit – auch gegen sich selbst. Letzteres wird von Vielen, die sich einer konsequenten Haltung brüsten, allzu gerne übersehen.

  • 2. Donkys Freund  |  April 16 um 2009

    Konsequenz ist eigentlich keine Tugend, sondern nur eine Eigenschaft. Dazu gibt es doch etwas mehr Facetten, als ich im Beitrag ironischerweise mal angenommen habe. Dort tummelt sich der Begriff nur allzu gern.

  • 3. Schaps  |  April 20 um 2009

    Oh ja, ich lass mich gern durch Sachen am Wegesrand aufhalten…die Stelle ist mir doch gleich ins Auge gesprungen 🙂

  • 4. Donkys Freund  |  April 20 um 2009

    Das ist gut, Schaps! 🙂

  • 5. Schaps  |  April 24 um 2009

    Naja. So lange man sein Ziel erreicht…dann kann man sich auch zwischendurch mal aufhalten lassen 🙂

  • 6. freidenkerin  |  April 24 um 2009

    Durch Umwege sein Ziel zu erreichen, ist oftmals weitaus schöner, erfüllender und interessanter, als auf dem direkten Weg. 🙂

  • 7. Donkys Freund  |  April 24 um 2009

    Es kommt immer darauf an, wieviel Zeit und Muße man sich für den Weg nimmt. Je ehrgeiziger ein Ziel, umso größer die notwendigen Scheuklappen oder das Kratzen an den eigenen Ressourcen. Ganz ohne Wertung.

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