Mahlzeit!

März 20 at 2009 9 Kommentare

Das verstehe ich bis heute nicht. Da trödle ich verloren in der Firma auf das Klo und was höre ich? „Mahlzeit!“. Nun, das mag ja im weitesten Sinne dazugehören, aber sagt man das nicht vor dem Essen? So als kollegialen Ersatz von „Guten Appetit!“ vielleicht? Kollegen begrüßen sich mittags mit „Mahlzeit“, oder verabschieden sich sogar mit der Floskel. Also wenn sie in die Mittagspause gehen, um es deutlich zu sagen, quasi so als Ankündigung „Ich geh‘ dann mal was essen!“. Oder soll das eher eine Erinnerung sein?. „Jo, stimmt, bis dann!“, antworte ich dann auch meistens nur.

Am liebsten würde ich bei derartigen Grüßen beim Verlassen -ja Verlassen- der Kantine erst einmal aufklären. „Ja selbstverständlcih, gerne doch: Das Fleisch war gut durch, nur die Kartoffeln waren etwas von der Soße ertränkt. Beim Salat sollten Sie die Gurken aussortieren. Die Schale ist doch recht hart….“. Der Gruß muss doch eine Aufforderung gewesen sein, definitiv. „Guten Appetit!“ kann es ja nicht heißen, oder denkt der Kollege, ich hätte meinen Latz im Büro vergessen? Der Gruß überlebt auch wirklich nur anderthalb Stunden lang. Wenn ich zum Beispiel wegen Besprechungen erst um halb zwei essen gehe, wo die meisten schon gesättigt vor dem PC lümmeln, wird mir meistens ein „Guten Appetit!“ mit auf den Weg gegeben. Warum denn jetzt plötzlich das? Ist „Mahlzeit!“ nur von 11:45 -13:15 Uhr reserviert?

Mein Kollege hat immer die passende Antwort parat. Er erwidert einfach „Halbzeit!“. Das wird direkt überhört, bis man zehn Sekunden später ein irritiertes Stirnrunzeln registriert.

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Die Psycho-Rutsche Virtuelle Küsschen (Award)

9 Kommentare Add your own

  • 1. ruediger  |  März 20 um 2009

    oh ja, ein Unsitte der besonderen Art, um die Zeitspanne ohne Rücksicht auf Ort oder Tätigkeit in der Art angesprochen zu werden.

    Meist höre ich nicht hin und brumme nur zurück, falls aber doch frage ich auch mal „warum“.

    Die Tiefe der Strinrunzeln ist übrigens abhängig vom Alter der Person, wobei Frauen eher nur den Kopf fragend zur Nachbarin drehen, als Männer zum Nachbar. 😉

  • 2. Silencer  |  März 20 um 2009

    Kann den Ausspruch auch nicht leiden. Muss aus irgendwelchen Beamtenkantinen in die freie Welt geschwappt sein. Glücklicherweise verweigert sich unsere Belegschaft diesem unnützen Ritual. Aber wir gehen meistens auch nicht essen.

  • 3. piri  |  März 20 um 2009

    Mahlzeit – hey hallo was mahlen wir denn? Weizen, Gerste Roggen, etc. Bei mir hieß und heißt das immer „Guten Appetit!“ oder wenn es nicht zum Essen geht: „Grüß Gott“

  • 4. Donkys Freund  |  März 20 um 2009

    @ rüdiger: „Warum“ ist auch gut. 😀
    @ Silencer:Gut erzogene Belegschaft. Wie gesagt, irgendwie hat der Gruß auch nichts mit dem Essen zu tun. Er ist einfach da.
    @ Petra: Wenn man noch den Wortlaut hinterfragt, ist alles vorbei. Das stimmt. Und „Guten Appetit“ hat immer, immer, was mit Essen zu tun. Stimmt auch. 😉

  • 5. der.grob  |  März 20 um 2009

    bei uns in der firma rülpsen wir uns mittags immer an. ist zwar ein wenig eklig, aber immer noch besser als dieses doofe „mahlzeit“.

  • 6. Donkys Freund  |  März 20 um 2009

    Schon vor dem Essen? Alle Achtung!

  • 7. freidenkerin  |  März 21 um 2009

    Wenn ich meinen Gästen die bestellten Essen serviere, sage ich stets „Guten Appetit!“, wenn’s Handwerker oder Arbeiter sind, die Mittags zu unseren Stammkunden zählen, auch mal ein kumpelhaftes „Haut rein, Jungs!“. Es würde mir im Traum nie einfallen, „Mahlzeit!“ von mir zu geben. Das klingt irgendwie ungut, da würde ich’s schon eher machen wie der.grob, nämlich rülpsen. 😉 Allerdings glaube ich, daß ich dann trotz aller Sympathien seitens meiner Chefleut‘ bald meinen Job los wäre. 😉

  • 8. Donkys Freund  |  März 21 um 2009

    Am Tisch sagen die Kollegen auch „Guten Appetit“. „Mahlzeit!“ wird eigentlich grundsätzlich OHNE Essen gesagt. Paradox. 🙄

  • 9. Heutzutage « Donkys Welt  |  März 27 um 2009

    […] 27, 2009 Nun habe ich ja schon einige Worte und Phrasen (Zum Wohl , Mahlzeit , Aber-Und   und Werter als Anrede) durchleuchtet. Alle sind mehr oder weniger gebräuchlich. Ein […]

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