Herr der Tümpel

Februar 11 at 2009 5 Kommentare

Die Edeka

Die Edeka

Wir berichteten ja bereits darüber , das Kolumbi, der Holzwurm, letzten Samstag in See stach, nachdem wir ihm mit der dem Einmaster "Edeka" einen Traum erfüllen konnten . Als Nichtschwimmer konnte er mit dem Schiff endlich die andere Seite des Ententeichs erkunden (Das dort eine Parkbank steht, hatten wir ihm nicht gesagt).

Wir hatten ebenso schon angemerkt, dass wir ihn am Sonntag völlig erschöpft aus einem Abfalleimer auflasen und er uns halb verwirrt von schwarzen Drachen und eisernen Toren erzählte.

 

Die Karte

Die Karte

Nun ist er wieder zu Kräften gekommen und erzählte uns eine unglaubliche Seemannsgeschichte. Ich versuche sie einmal in seinen Worten wiederzugeben. Zur besseren Deutung und Nachverfolgung habe ich nach seinen Schilderungen eine Karte angefertigt. Diese kommt unseren drei Ententümpeln im Park topographisch recht nahe. Kommentare von unserer Seite finden sich in den Klammern.

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Herr der Tümpel

Eine wahre Geschichte…

Die Überfahrt auf  der "Edeka" begann bei ruhiger See am Südufer des ersten Tümpels, und die Sicht war gut. Die Kombüse war mit feinen Sägespänen gefüllt und der Wind bließ aus Westrichtung (oder aus Ost ). Von der Mitte des Tümpels erkannte Kolumbi gerade schemenhaft das unentdeckte Land, an dessen Küste ein rätselhaftes Monument neben dem Maulwurfsgebirge empor ragte. Waren dies schon Zeichen einen unbekannten Kultur (oder doch nur die Parkbank, wie wir vermuten )?

Erster Tümpel

Erster Tümpel

Die Stille stellte sich als trügerisch heraus, als mit spitzem Schrei, der Kolumbi durch Mark und Bein ging, ein schwarzer Drache vor ihm auftauchte. (Man muss Kolumbi hoch anrechnen, dass Holzwürmer eigentlich gar kein Mark und Bein haben .) Wild attackierte das Monstrum mit seinem scharfen Reißzahn das Boot (oder irgendetwas drumherum ). Glut quoll aus seinen Augen und Kolumbi paddelte um sein Leben, und das ohne Paddel. So änderte er seinen Kurs hart Steuerbord und der schwarze Drache (aus unserer Sicht optisch einem Blässhuhn sehr ähnlich ) ließ erst von ihm ab, als ein rauhaariges, werwolfähnliches Untier mit bemerkenswert kurzen Beinen den Drachen mit einem ohrenbetäubenden "Wuff, wuff!" verjagte.

Das eiserne Tor

Das eiserne Tor

Langsam erst ordnete Kolumbi das Segel, als ein Seebeben eine riesige Flutwelle verursachte. Direkt neben ihm schlug ein gewaltiger Meteorit ein, der anscheindend aus der Richtung Donkys Baum heranflog. (Donky bestritt hinterher vehement, dass er irgendetwas mit Meteoriten zu tun hat .) Jedenfalls spülte diese Welle Kolumbi geradeweg durch das eiserne Tor, an dessen Flanke ein riesiger Felsenturm stand. Der Wächter des Tores konnte ihm noch ein "Quak!" entgegenrufen, was nach Kolumbis Einschätzung "Bitte ihre Eintrittskarte!" hieß. Doch Kolumbi verschwand im Strudel durch das eiserne Tor (Gulli).

Tagelang wurde Kolumbi hilflos durch die schwarze Grotte gespült und begegnete immer wieder grauen Gestalten mit langem Schwanz. (Und Tage wurden zu Stunden und Stunden zu Minuten. So ein Tunnelrohr ist manchmal kürzer, als man denkt.) Plötzlich blendete ihn die Sonne und als er sich an das Licht gewöhnt hatte, fand er sich in einem Wald riesiger Stangen wieder, die über ihn gegen die Wolken strebten. (Wir sind uns nicht sicher, ob das Schilf im zweiten Tümpel wirklich so hoch ist .)

Es war zum Verzweifeln. Er mühte sich einen Weg aus dem Labyrinth zu finden, aber immer wenn er einen "Langarm" ansteuerte, dachte er, dass er an diesem Ort schon einmal war. Erst als er einfach mal entnervt geradeaus fuhr, erblickte er schließlich nach Stunden die weite See. Da diese Taktik anscheinend gut funktionierte, fuhr er auch einfach weiter geradeaus (oder eher eine leichte Linkskurve ). Ihm kam zugute, dass auch der Wind gerade von hinten bließ.

Zweiter Tümpel

Zweiter Tümpel

(Wie nahe er am Paradies war, wissen nur wir. Denn hätte er diesen Kurs weiter verfolgt, wäre er an der Küste der schlummernden Eichen gelandet, ein horizontales Fressvergnügen mit gefällten Baumstämmen, ohne diese mühsam hochknabbern zu müssen. Hätte. Denn es kam anders.)

Nach kurzer Zeit stieß Kolumbi auf den "gläsernen Turm", der im Tümpel schwappte. Auf diesem stand in großen Lettern "FANTA" (wie wir ahnen ), jedoch ist Kolumbi der menschlichen Schrift nicht mächtig. Eigentlich ist er überhaupt keiner Schrift mächtig und so deutete er den Text: "Bitte umdrehen und leicht links halten!". Ein fataler Irrtum und so nahm das Unglück seinen Lauf. Die schlummernden Eichen blieben ihm verwehrt. Stattdessen näherte er sich der "Straße der Riesen", wie er sie nannte (Wir nennen diese Verbindung einfach "Kiesweg im Park"). Er sah keine andere Möglichkeit, als unter einer Brücke herzusegeln, hatte der weise Turm ihn doch in diese Richtung gesandt.

Der dritte Tümpel schien sanft daherzuplätschern und wieder nahm sich Kolumbi vor, einfach geradeaus zu segeln. Das hatte auch solange Erfolg, wie der Wind bließ. Das unterließ er aber promt mitten auf hoher See. Etwas entfernt erkannte er noch den Stuhl eines Riesen am Ufer. (Der dritte Tümpel ist ein Anglerteich. Da könnte ein Zusammenhang bestehen .) Aber statt sicheres Land unter den Füßen zu haben, hatte er noch nicht einmal Füße, geschweige denn Land. Die See wurde unruhiger ohne den Hauch eines Lüftchens. Das beunruhigte Kolumbi zunächst nicht, bis jedoch ein Koloss von Seegeist geradeweg auf ihn zu aus dem Wasser sprang und über ihn hinweg flog. Kolumbi wurde vor Schreck schwarz vor Augen (Wir vermuten, dass der Seegeist -seines Zeichens Karpfen- nicht ganz selbstständig flog, sondern an einer Schnur Richtung "Stuhl des Riesen".)

Dritter Tümpel

Dritter Tümpel

Als der Holzwurm aufwachte, hatte er riesigen Hunger und fraß erstmal den Mast seiner "Edeka". Das hatte den unglücklichen Nebeneffekt, dass dort, wo vorher der Mast im Rumpf verankert war, ein Loch klaffte, in das nun unentwegt Wasser strömte. Das führt bei Schiffen unvermeidlich zum Untergang, zumal Kolumbi das Wasser auch nicht schnell genug austrinken konnte. Dass ihm die nackte Angst packte, dürfte klar sein. So war es wortwörtlich ein Glückstreffer, dass ihm just in dem Moment eine leere Schachtel "Lucky strikes" entgegenschwamm, in die er sich schließlich japsend rettete und einschlief.

So vermuten wir es jedenfalls, denn den Rest können wir nur rekonstruieren. Als wir Kolumbi zufällig im Abfallkorb, direkt neben einer nassen Zigarettenschachtel "Lucky strikes" fanden, müssen wir davon ausgehen, dass der "Riese", der den "Seegeist" zu sich rief, einfach keinen Müll in seinem Angelteich mag und diesen kurzerhand rausfischte.

Kolumbi jedenfalls gab uns nach dem Mahl von 20 Streichhölzern direkt den Auftrag zum Bau der "Edeka II". Er habe noch nicht die Tiefsee erforscht. Einen Taucheranzug hat er schon, einen Luftballon vom letzten Schrebergartenfest, Marke "Gefühlsecht".

5.000.000

Karte im Maßstabe 1:5.000.000

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Das große Musikquiz der 80’er Treffsicher

5 Kommentare Add your own

  • 1. freidenkerin  |  Februar 11 um 2009

    Was für ein Abenteuer! Deine Anmerkung, ich hätte Holzwurmblut in mir nehme ich selbstredend als großes Kompliment! Frisst der Kolumbi bei den Streichhölzern eigentlich die Zündköpfchen mit? Entfernt erinnert mich die „Edeka“ an Thor Heyerdahls Balsaholz-Floss „Kon-Tiki“.

  • 2. Renee  |  Februar 12 um 2009

    genau – was für ein abenteuer *hihi* und o aufregend, wann ist die Edeka II fertig?
    Und nimmt Kolumbi dann ein knipseapperat mit? sowas muss ja dokumentarisch festgehalten werden …

  • 3. Schaps  |  Februar 12 um 2009

    Uh! Sehr nett! Ich kenn mich ja ein wenig in der Seemannswelt aus! ^^
    Und ich muss sagen, die Karte könnte fast an die im Herr der Ringe Buch erinnern 😀 Da sind die Fährten auch mit so Strichellinien eingezeichnet…

  • 4. Donkys Freund  |  Februar 12 um 2009

    @ freidenkerin: Ja, deshalb heißt es auch dass die großen Entdecker aus dem selben Holz geschnitzt sind. 😉

    @ Renee: Da bin ich noch etwas unsicher, ob ich ihm den Apparat anvertrauen kann. 🙂

    @ Schaps: „Herr der Ringe“ hatte ich auch so ein wenig im Kopf, obwohl Frodo gegen Kolumbi echt ein Pflaume ist. 😉
    (Du kennst Dich in der Seemannswelt aus??)

  • 5. Tauchen ist gefährlich « Donkys Welt  |  Februar 25 um 2009

    […] 25, 2009 Kolumbi , der Holzwurm,  ist nicht mehr zu bremsen. Nach seiner Odyssee über die drei Ententümpel hat er eine Vision. Er vermutet, dass sich im Ententeich mehr als nur Algen befinden, da kann Donky […]

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