Am Ende sind es drei

Januar 10 at 2009 9 Kommentare

Diesmal habe ich in den 80ern gekramt. Scheiße, das ist über 20 Jahre her. Komische Zeit. (Link oder hinter >mehr<)

New Order – True Faith: Das Video bleibt auch beim neuen Sehen abgefahren.

New Model Army – Vagabonds: Vor dem Live-Genuss im strömenden Regen musste schnell noch das Sixpack vor dem Einlass geleert werden (Glas darf nicht mitgenommen werden!). Und ich sagte noch: Wein in Tetrapacks!

Killing Joke – Love like blood: Habe ich leider nie live gesehen, ich glaube, ich hatte das Lied noch nicht einmal auf Cassette. Das lief nie im Radio bei Mal Sondock. Kennt den noch jemand aus WDR-Zeiten? Der hat nur immer ins Liedende geplappert! Und dann wurde es ungemütlich beim rechtzeitigen Zurückspulen.

Exkurs „Cassetten aufnehmen“

Hier die Herausforderungen korrekten Cassettenaufnehmens vom Radio:

Finde ich den Song gut genug? Nichts ist schlimmer, eine Cassette später vorspulen zu müssen. Ist das Lied am Anfang, dauert es Ewigkeiten. Am Ende läuft der mechanische Zähler so schnell, dass man das Ende nicht mehr trifft. Entscheidet man bei der Aufnahme zu spät, so bricht der Schweiß aus, rechtzeitig zum nächsten Song das letzte Songende zu treffen.

Reicht der Rest noch für einen Song? Eine Cassette auszunutzen, ist existenziell! Denn erstens sind das wertvolle Minuten, zweitens ist das Spulaufwand und drittens ist das einfach die Königsdisziplin. Ideal zu wissen, wieviel Minuten bisher aufgenommen wurden. Nur möglich, wenn man vorher genug Zeit hatte, die bis dato aufgenommenen Songs durchzuhören. Und -ganz wichtig- auf dem selben Player. Das kann über 45 Minuten 30 Sekunden ausmachen. Ansonsten zählt Feingefühl und Auge. Die Spannung, wenn zum Fadeout eines Hits das Magnetband in das rote Plastikband wechselte war unerträglich.

60er, 90er, 120er Cassetten? 60er waren schnell, 90er haben in der Regel eine LP pro Seite gefasst, 120er waren der MP3- Player der 80er. Unzählig viele Songs auf einem Medium! Aber anfällig für Bandrisse und auf trägen Cassettenspielern versagte auch mal die Spulfunktion. Die 90er war Standard!

Ferro, Chrome oder Metal? BASF, Scott oder Maxwell? Reine Preisfrage! Aber welcher LP gönne ich welchen Standard? Das nutzte aber alles nichts, wenn man für die Aufnahme an der Anlage nicht rechtzeitig den Schalter Ferro/Chrome umgeschaltet hatte. AAArghh! Chrome klang mit Ferro-Einstellung viel zu hell.

Überspielen von alten Cassetten. Ganz toll: Zwei geile Songs unterbrochen von einem Restfetzen der letzten Platte, am besten noch „OTTO“ oder der „Spider Murphy Gang“! Also entweder immer ein Stück mehr zurückspulen, als gerade aufgenommen, um den Preis, eine wertvolle Sekunde zu verschenken. Oder vorher mühsam eine Seite taub aufnehmen – in Echtzeit!! Gleiches gilt natürlich für den Rest des Bandes. Schlimm ist nur, wenn man am Schluss einer aufgenommenen LP leidvoll erfährt, dass die zuerst aufgenommenen Songs doch besser waren als die neuen. Man kam nur nie soweit.

Die erste und zweite Seite. Was packt am besten auf die zweite Seite, wenn die erste nicht für eine LP gereicht hat? So sind noch 1-2 Songs unmotiviert auf der zweiten Seite. Und nun? Keine zweite LP passt drauf und mit zweitklassigen Radiohits will man sie auch nicht verschandeln. Eine Lösung: Extrakt einer weiteren LP als Auffüller. Blöde Lösung.

Weitere Problemchen für geschicktes Fingerspitzengefühl?

 

Die Videos:

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LDUNGEN+KURZMELDUNGEN+KURZME Verdrängte Musik (Stöckchen)

9 Kommentare Add your own

  • 1. Miki  |  Januar 10 um 2009

    Super, NMA! Ich war zuletzt 2007 in Darmstadt beim Konzert. Da gehen inzwischen Väter mit ihren Söhnen hin. Und es ist keinem von beiden peinlich 😉

  • 2. Schaps  |  Januar 10 um 2009

    Aaaahhh! Kassetten! Die kenn ich auch noch…immer alles aus dem Radio aufgenommen 😀
    Man war das eine Arbeit…und dann noch die Qualität so schlecht!!
    Ich glaube wir haben auch noch einige selbstaufgenommene Sachen…die muss ich mal rippen!

  • 3. Donkys Freund  |  Januar 10 um 2009

    @ Mika: Das hast Du gut gesagt. ich muss zugeben, dass ich die band inzwischen aus den Augen verloren habe.

    @ Schaps: Aber da wusste man, was man hat!

  • 4. Miki  |  Januar 10 um 2009

    „Carnival“ war wieder richtig gut, so im Stil von „Thunder and Consolation“ (meine Lieblings-Platte von NMA)

  • 5. Schildmaid  |  Januar 10 um 2009

    Ich wette, dass die newbies von heute mit diesem Artikel nichts anfangen können! 😀
    Die kennen eine Cassette doch nur mit Benjamin Blüm.chen drauf und wenn sie aus dem Alter heraus sind, geht es direkt ab zu utube und schlagmichtot apps, mit denen das alles kompatibel für den ipod herunter geladen werden kann. So ist das moderne Leben. Mach ich ja auch so. 😉

    Aber Danke für diese Zeitreise! Killing Joke. Hach, wie schön! *schwelg*

  • 6. Daniela  |  Januar 11 um 2009

    *argh*

    Kassetten aufnehmen! Chartsendungen aus dem Radio mitschneiden, oder den kleinen Bruder bitten, bei der ZDF Hitparade ganz ganz leise zu sein, wenn man das Aufnahmegerät ans TV hält. Oh Mann … ich war schon stolz hoch drei, als meine Anlage so ausgestattet war, dass sie bei Aufnahmen die Kassette selbst umdrehte. Sozusagen. Da fehlte dann nur, was auf dem Plastikband war. Ich fühl mich gerade alt, denn True Faith gehört auch noch zu meinen erklärten Lieblingsvideos. 🙂

  • 7. Donkys Freund  |  Januar 11 um 2009

    @ Schildmaid: Ist schon komisch. Das war eigentlich eine Erinnerung an die 80er. Ich habe aber bis tief in die 90er noch keinen CD-Brenner besessen. Trotzdem ist das alles lang her.

    @ Daniela: Oh, das war Hardcore: Mit dem Cassettenrecorder vor der Box sitzen. Kenne ich auch noch. „Five Miles out“ von Mike Oldfield hatte ich so aufgenommen. Au Backe!
    Aber alt, um gute Videos zu mögen? ne, ne! 🙂

  • 8. zimtapfel  |  Januar 12 um 2009

    Hach, die Hunderte von Kassetten, die ich immer Donnerstagsabends bei der Hitaparade International auf HR3 aufgenommen habe, was aus denen wohl geworden ist? *seufz*

  • 9. Donkys Freund  |  Januar 13 um 2009

    Ich hatte die alten, kaputten Cassetten teilweise entrollt und quer über die Straße gespannt. Als Tipp für alle, die keine Verwendung für ihre Cassetten mehr haben.

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