Geschenke Index

Dezember 4 at 2008 7 Kommentare

"Alles Kommerz!", "Schenken ist nur Stress.", "Wir schenken und gegenseitig nichts, das ist ja dann ausgeglichen."

Ja, ja, alles richtig. Irgendwie. Aus Sicht aller Frustrierten, Ultra-Realos, Kosten-Nutzen-Fetischisten und derer, die sich sowieso nichts mehr zu sagen haben. Aber mal ehrlich: Schenken und beschenkt werden ist doch ein Akt der Wertschätzung und tut gut. Und Wertschätzung hat erstmal wenig mit dem Geldwert zu tun, je nachdem, ob man aus den Vollen schöpfen kann oder nicht.

Sicher, im Keller und im Regal schlummern so einige seit Jahren nicht berührten Gaben. Aber dahergerotzter Schnickschnack eben nicht. Der hat inzwischen seinen Platz woanders gefunden. Bei Ebay oder in der Mülltonne. Was aber mit Herz wirklich mir zugedacht war, behält auch seinen Platz bei mir, egal wie treffsicher es nun wirklich war.

Wenn ich die Geschenke mal wie "Am laufenden Band" an mir vorbeiziehen lasse, kann ich sie irgendwie in acht Stufen einer Rangliste sortieren mit Aufschriften von "Boah, wow, boah…schnüff!" bis "Vielen Dank für das nette Geschenk. Ich habe mich sehr gefreut.".

Hier ein Versuch 😉 :

  1. Selbstgemachtes, -entworfenes, -zusammengestelltes, besonders als Unikat. Nur für mich. Hier bleibt mir meist die Spucke weg.
  2. Selbstorganisiertes (Reise, Wellness-Tag, Party, mit allem Drumherum). Ah, toll, alles dreht sich um mich.
  3. Ein Dienst, der Zeit und Initiative erfordert (Massage, Babysitting, Kochen…). Konkret mit Termin und Rahmen. Sonst wird das in der Regel nichts.
  4. Besorgtes für meinen speziellen Bedarf oder Geschmack, was nicht bei Karstadt im Regal liegt.  z. B. spezielle Dart-Flights mit schottischer Nationalflagge…
  5. Gekauftes. Einfach mühsam Gekauftes. Nach dem Motto "Was hat er denn noch nicht ?". Sehr beliebt: Bücher. Davon gibt es einfach genug. Kassenbon für den Umtausch gleich dabei. Vor allem bei "Hape Kerkeling".
  6. Gewünschtes ("Was wünscht Du Dir denn? Ich will ja nichts Unnützes schenken!" ist formal und wirtschaftlich völlig korrekt, aber man spürt förmlich die Erleichterung, wenn man auch einen Wunsch parat hat und so die Verantwortung für sein eigenes Geschenk übernimmt.)
  7. Gutschein. Besonders für Bücher und CD’s. Den bekommt man in der Regel direkt an der Kasse. Oder online. Ausgenommen spezielle Veranstaltungs- oder "Dienstleistungs"-Gutscheine. Davon ausgenommen aber wieder die, die eh nie eingelöst werden, weil sie völlig unkonkret sind. "Ein leckeres Essen" zum Beispiel, für das man sich selbst einladen muss, um den Gutschein loszuwerden.
  8. Geld. Hat man immer parat. "Kauf Dir am besten selbst was. Du weißt am besten, was Du brauchst!" Schon mal gehört? Aber in ansprechender Glitzerkarte für 3 €. Zum Schluss landet das Geld doch in den routinierten Händen einer Aldi-Kassiererin. Und die Karte im Altpapier.

Es gibt natürlich trickreiche Mischformen. Als Kind war die Rangfolge übrigens fast umgekehrt.

Ich glaube, ich entwerfe mal ein Geschenke-Bewertungs-Formblatt nach den Rubriken, das der Schenker gleich zertifiziert entgegennimmt. Für das nächste Mal. 😉

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7 Kommentare Add your own

  • 1. piri  |  Dezember 4 um 2008

    Ich liebe auch die persönlichen Geschenke, die von Herzen kommen. Das kann und darf dann auch nur ein dahingehauchtes Küsschen von meiner Tochter sein, oder das schläfrige Nachtgebrummel von Carsten, wenn er den Kopf vom Kissen hebt und sagt: „Mama, ich hab dich lieb.“

    Manche Menschen sammeln im Laufe des Jahres Kram, den sie dann (weil es ja so üblich ist und weil es von anderen erwartet wird) zu Weihnachten wahllos verschenken. Es kann sein, dass darunter auch etwas ist, worüber sich der Beschenkte freut; wenn er aber merkt, dass er nur einer unter vielen ist, dann ist die Freude schnell verpufft.

    Ich selber schenke wann ich will, wem ich will und das nicht nur zu erwarteten Zeiten – meistens dann nämlich nicht und dass wiederum enttäuscht so eine Zeit- oder Familiengenossen.

  • 2. piri  |  Dezember 4 um 2008

    Nachtrag: es heißt einige Zeit- oder F….

  • 3. Schaps  |  Dezember 4 um 2008

    Persönliche Sachen behält man ja auch für immer, das sind die besten Geschenke. Oder eben einmalige Aktionen, wie Karten für irgendeine Vorstellung. Ich schenke meinem Bruder Karten für Helge Schneider 🙂
    Aber es geht mir inzwischen hauptsächlich darum zu schenken, das macht unheimlich Spaß.

  • 4. Donkys Freund  |  Dezember 4 um 2008

    Letztendlich ist es ja kein Geheimnis, dass persönliche Geschenke am Wertvollsten sind.

    Wird Schenken zur reinen Pflicht, kommt meist auch nur Müll dabei raus. Das ist meist aber hausgemacht und hat nichts mit den ganzen „Kosten-Nutzen“-Floskeln zu tun. Das ist nur eine Selbstrechtfertigung.
    Deshalb volle Zustimmung, Schaps: Schenken soll Spaß machen!

    Und Du sagst es, Piri, ein Geschenk kann auch „nur“ eine Herzensgeste sein.

  • 5. Sara  |  Dezember 4 um 2008

    Ich schenke, wenn ich Lust drauf habe, dem Beschenkten eine Freude zu machen. Einfach so, zwischendurch.
    Ich schenke auch gern, wenn es einen Anlass gibt – weil ich den Beschenkten mag.
    Und ich schenke gern, wenn ich zufällig etwas entdecke, von dem ich genau weiß, dass derjenige, für den ich es dann mitnehme, es sich wünscht bzw. es gerade dringend braucht…

    Am liebsten schenke ich individuell, selbst gebastelt oder orginell – also irgend etwas, das man nirgendwo sonst bekommt, weil es nur für den anderen gemacht wurde (z.B. selbst aufgenommene Hörbücher oder selbst gebackene Kekse, individuelles Briefpapier oder solche Dinge… auch gemeinsame Ausflüge oder Erlebnisse verschenke ich gern… da hat man ja selbst noch was davon… 😉 )

    Solange ich es gern mache und mich nicht zum Schenken gezwungen fühle (wie bei manchen Geburtstagsaktionen im Kollegenkreis…), finde ich es wunderbar und würde es niemals nicht abschaffen wollen… Nein, nein, schenken ist schön. 🙂

  • 6. Donkys Freund  |  Dezember 5 um 2008

    Hallo Sara,
    so sehe ich das auch. Schenken ist schön. Natürlich gibt es einen gewissen „Weihnachtszang“, aber er regt ja auch an.

  • 7. Thomas  |  Dezember 9 um 2008

    Ich werde dieses Jahr meiner Freundin ein Fotoshooting schenken (und dazu noch ein paar passende Klamotten *g*) Auf die Idee hat mich mein Fotograf bilderhaus-nea.de gebracht. Ich finde die Idee wirklich schön und ich hab ihr gelich auch noch ein Foto von mir machen lassen.

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