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Schwierige Diagnose
Kolumbi klagt über Schwanzschmerzen. Das hatte uns etwas verwundert, röchelte er doch eher aus der Nase oder dem nasenähnlichen Dingsda vorne am was weiß ich. Wenn Holzwürmer röcheln, klingt das wie ein batteriebetriebener Mickey Mouse – Wecker mit leerem Akku. Deshalb fragten wir auch, ob er vielleicht eher Halsschmerzen habe. „Nein!“, betonte er. „Ich habe gar keinen Hals!“ Stattdessen habe er einen Bauch. Man röchelt jedoch selten aus dem Bauch. Das wäre schon stark verharmlosend. So einigten wir uns auf die Brust, was aber immernoch nicht Kolumbis Schwanzschmerzen erklärt.
Der Schwanz ist doch auch beim Holzwurm nur die Verlängerung des Rückens und ziemlich weit von der Brust entfernt. Und dann noch auf der anderen Seite. Außerdem dürfte ein Holwurm ohne Hals auch keinen Nacken besitzen, sodass der Rücken direkt in den Kopf mündet. Soweit die Theorie.
Kolumbi meint aber sogar, dass sein Kopf direkt am Schwanz ansetzt, völlig rückenfrei. Dem widersprachen wir jedoch energisch, weil der Bauch dann ziemlich in der Luft hängen würde ohne rückseitigen Gegenpart. Kolumbi hat aber gar nichts gegen frei schwebende Bäuche. Sein Bauch wäre außerdem fast überall, auch hinten.
Um die Verwirrung komplett zu machen: ‘Hinten’ ist bei ihm in der Regel oben und nur bei besonders steilen Bäumen hinten. Da unser Rücken jedoch zweifelsfrei hinten und nicht oben ist, wäre das gar nicht vergleichbar. Bei ihm ist hinten der Schwanz und wir haben ja auch keinen Schwanz hinten. Dann braucht er ja im Umkehrschluss auch keinen Rücken zu haben. Und überhaupt: Wo hört ‘hinten’ (oder besser ‘oben’) bei runden Würmern seitlich überhaupt auf? „Stimmt auch wieder“, räumten wir irritiert ein und verzichteten freiwillig auf den Rücken.
Wenn nun der Schwanz, der gleichzeitig der hintere obere Bauch ist, quasi schnurstracks an den Kopf grenzt, dem gegenüber direkt die Brust liegt, die faktisch der Hals ist, aber dieser ja eigentlich wie der Bauch auch nicht nur vorn unten zu finden ist, sondern ansatzlos dem hinteren oberen Schwanz entspricht, kann man großzügig auch von Schwanzschmerzen sprechen.
Ja, so musste es sein! Jedoch hatten wir ein begleitendes Symtom bei dieser Diagnose nicht berücksichtigt! Als Kolumbi heftig nieste und das ziemlich weit vorne, beförderte ihn der Rückstoß wie eine Weingummi-Rakete gegen das Bücherregel. Der Holzwum mag zwar Bücherregale, aber nicht wenn er mit voller Wucht dagegen knallt. „Aua! mein Schwanz!“, war auch der folgerichtige Kommentar. Aha!
Also finale Diagnose: bronchialinduziertes, redirektional ausstrahlendes Distalsyndrom mit temporärer Rektalamnesie.
5 comments November 23
Urbanstyle am Deich
Hat jemand schon mal Enten fliegen sehen? In einem Affenzahn immer geradeaus. Nicht schlecht für eine Ente, die sonst nur plump daherwatschelt. Aber was machen Enten eigentlich, nachdem sie geradeaus geflogen sind?
„Gucken, was da los ist!“, klärte uns Donky, unser Erpel, in Otterndorf an der Nordsee auf. „Und dann wieder zurück.“ Cool!
Kurz hinter der Elbmündung verbrachten wir eine Herbstwoche und Donky flog natürlich mit. Mops, die fette Möwe vom Rhein, kam auch mit, nur ohne Fliegen, stattdessen im Kofferraum. Das war ihr schon anstrengend genug. Sie wollte mal mit echten Seemöwen fachsimpeln, lernte jedoch nur ein paar Backfische und Krabben mit Majo kennen. Seemöwen denken da etwas komplizierter und machen sich die Mühe, Krabben selbst zu fangen. Und das auch noch ohne Majo! (Wer hat es schon mal geschafft, ein Krabbenbrötchen ohne vertikalen Verlust zu essen?)
Donky flog auch gleich kräftig geradeaus zum Deich, guckte ganz wichtig, was da los ist, und dann schnurstracks wieder zurück. Nur so! Alles andere hätte ja einen Zweck gehabt und wäre absolut spießig, meinte er. Zum Beispiel „Fische suchen“, wie die Möwen: Ein paar Flügelschläge hier, ein paar dort, dann nach rechts abgleiten, abtauchen und wieder in die Luft schwingen. Und alles mit verkrampften Blick zum Fisch. Das war was für Land- oder besser Seeeier (Wow, ein Wort mit drei e), aber definitiv nicht urbanstyle. Nichts tun, aber dafür auffällig. Das war stylish.
So hatte Donky auch bald ein reges Gekreische um sich herum und diverse Anfragen, wie man denn nur so eben mal gucken konnte, was da los ist. Ohne Fisch. Donky wies die unbedarften Vögel auf seine Metropolen-Herkunft hin und bot mal einen exklusiven Urbanstyle-Lehrgang an. Klar. Und so sah man am Abend einen Schwarm Möwen mit ernsten Blick hinter einer Ente hersausen. Auf die Dorfkirche, ein paar Tauben beim Paulus besudeln zugucken, und dann wieder zurück.
Am nächsten Tag die selbe Mission: Geradeaus fliegen und auf den Acker. Ein wirklich schöner Acker. Weitläufig und geruchsneutral gedüngt (für Möwen). Nur eigentlich hatte Donky den Leuchtturm angekündigt. Und der lag 300 Meter links. „Hey, das war eine Kurve, wie uncool“, beschwerten sich auch einige verwirrte Möwen und suchten zumindest einen Fisch in der Erde. Donky wand sich zwar noch geschickt raus, dass er den Acker mit dem Leuchturm verwechselt hatte, aber eines war nun klar: Er hatte die Rechnung ohne Windstärke 7 gemacht. Die Möwen dagegen nicht. Die konnten gar nicht rechnen. Deshalb müssen sie auch Fische fangen.
Donky musste seine Strategie ändern. So lud er die Möwen zu einem völlig flugfreien, aber extrem urbanen Event auf dem nahegelegen Baggersee als Location ein. Die Wellen schaukelten behäbig und ein paar Grashüpfer im Schilf boten sich als Fingerfood an. Name der Veranstaltung: „Chillen mit Grillen“. Rumdümpeln können Möwen zwar auch, aber ohne Namen dafür. Eine Name macht es aber erst aus. Es gab allerdings ein paar Proteste insektensympathisierender Möwen. Sollen sie an ihren Gräten doch ersticken! Trotzdem schlug Donky ein neutraleres Re-Branding vor: „Happen beim Schwappen“. Ein voller Erfolg. Auch Dank den Grashüpfern.
Donky flog nach zwei weiteren Städter-Feten („Relax im Gewächs“ und „Rock the Dock“ in Cuxhaven) sogar bei Windstärke 9 als frisch gekürte Ehren-Möwe zurück nach Bonn. Über Warschau.
12 comments November 5
Kaltes Wasser
- Jan: Igitte meint, sie kann nicht Vorsitzende der Parkpartei werden. Ich finde aber, sie muss auch mal ins kalte Wasser springen.
(Anmerkung: Igitte, die 5-beinige Spinne hat mit dem Verlust von drei Beinen auch den Rest ihres Selbstwertgefühls gleich mit amputiert.)
- Donky: Igitte kann doch gar nicht schwimmen.
- Jan: Das ist ein Sprichwort!
- Donky: Moment, du meinst doch nicht wirklich, dass das kalte Wasser im Ententeich nur ein Sprichwort ist?
- Jan: Im Ententeich nicht!
- Donky: Im Ententeich ist wohl kaltes Wasser.
- Jan: Das meine ich auch nicht!
- Donky: Was? Nicht? Ich will Dich mal im Herbst im Ententeich sehen!
- Jan: Nein, ich wollte nur sagen, dass sich Igitte mal was trauen soll.
- Donky: Mach’ ich jeden Tag!
- Jan: Aber doch nur in echt im Ententeich!
- Donky: Ach so, Du meinst also in ein Sprichwort zu springen ist schwerer?
- Jan: Nein, in Sprichwörter kann man nicht springen!
- Donky: Hast Du selbst gesagt, das kaltes Wasser nur ein Sprichwort ist.
- Jan: Ich meine nur, dass Igitte mal über ihren eigenen Schatten springen sollte!
- Donky: In den Ententeich? Was soll denn das bringen?
- Jan: Oh, Mann, das ist auch nur ein Sprichwort! Wie zum Beispiel „Augen zu und durch“!
- Donky: Ich weiß nicht, ob du jetzt doch etwas viel von Igitte verlangst: Über den eigenen Schatten mit geschlossenen Augen ins kalte Wasser springen!
- Jan: Nein, nein. Igitte soll einfach etwas mutiger sein!
- Donky: Bist Du schon mal durch deinen Schatten in den Ententeich gesprungen?
- Jan: Nein…aber…
- Donky: …Siehste! Und selbst groß rumtönen, von wegen „mutiger“!
- Jan: Moment, ich bin sogar schon im Schwimmbad vom 3-Meter Brett gesprungen!
- Donky: Lauwarme Plörre!
- Jan: Nochmal: Das ist nur ein Sprichwort!!
- Donky: Also ist der Sprung in lauwarmes Wasser ein Sprichwort! Nicht in kaltes am Ententeich!
- Jan: Stooop! Igitte soll nur nicht immer denken, dass sie nichts kann.
- Donky: Ach! Sie kann schwimmen?
7 comments Oktober 27
Quak
Wie Ihr wisst, beherrscht Donky, unser Erpel, die Menschensprache recht flüssig. Das ist nichts Besonderes, wird Deutsch doch als Universalsprache im Park benutzt.
Heute kamen wir jedoch in den Genuss, in die Entensprache eingeführt zu werden, wie er sie in der Entenschule lernt.
Das simple „Quak“ bedeutet „Bitte sehr!“. Wer nun jedoch denkt, das „Quak, quak“ einfach doppelt „Bitte sehr, bitte sehr“ heißt, irrt sich gewaltig. Die korrekte Übersetzung lautet „Weg da, ich habe Vorfahrt!“. Das hat schon zu bösen Unfällen geführt, wenn ein „Quak“ verschluckt wird. Enten verschlucken schnell mal ein „Quak“ oder ziehen alternativ zwei davon in ein „Quauak!“, was wiederum ausschließlich als „Hat jemand mal ein Streichholz?“ genutzt wird, für eine Vorfahrtsregelung absolut untauglich.
Letztendlich kommt es anscheinend immer auf die Betonung an: „Quaak!“, „Quak!“ oder „Quäak“ zum Beispiel.
Das kurze „Quack“ ist äußerst schwierig auszusprechen und bedeutet: „Habe ich nicht süße lila Kringelsöckchen an? Wenn Du willst, kann ich sie dir mal ausleihen.“ Diese Variante lernen die Enten erst in der 8. Klasse und dürfen auch dann erst das Wort benutzen, um bei unsachgemäßer Aussprache Schlägereien zu vermeiden (Das verwandte „Quackr“ heißt „Fresse, oder wat?“). Die Schule hat dummerweise zwischen 4. und 8. Schuljahr Pause, so dass sie noch geschlagene 3 Jahre warten müssen. Das macht jedoch nichts, da Enten nie süße lila Kringelsöckchen tragen.
Ich verabschiede mich mit einem „Quak, quak, quak, quak, quak, quak, quak, quak!“ („Tschüss“) und lernt recht eifrig, man weiß ja nie, wen man mal am Entenweiher trifft.
EDIT:
Ich wurde gerade korrigiert: Die korrekte Verabschiedung lautet: „Quak, quak, quaK, quak, quak, quak, quak, quak!“. Ich sagte versehentlich „Tsch ss!“, ein reiner Unterwassergruß.
3 comments September 24
Hans IV (Fortsetzung)
Fortsetzung von Teil 1
Die Lage war heikel: Hans, der Wellensittich, wollte die Klimaschwankungen in Deutschland nicht wahrhaben. Sein Freund Kolumbi, der Holzwurm, hatte den Ernst der Lage noch nicht erkannt, wie sensibel entflogene Wellensittiche auf Kälte reagieren. Und „sensibel" ist noch milde ausgedrückt.
7 comments September 4
Hans IV
„Gestatten, Hansi, meine Freunde nennen mich Hans“, stellte sich der grüne Vogel dem Holzwurm vor, als er ihn gerade ausgewürgt hatte.
Eigentlich mögen Wellensittiche gar keine Holzwürmer, aber er hatte Hunger und noch keinen Cracker-Baum mit Honig und Vitamin D im Park gefunden. Kolumbi nahm es ihm nicht krumm, schüttelte sich kurz und sagte. „Willkommen im Park, Hans! Wo kommst du denn her?“ Hans flatterte aufgeregt von Ast zu Ast und zwitscherte: „Zwei Jahre saß ich im Käfig und schubste einen langweiligen Plastikvogel von rechts nach links. Jetzt will ich die Welt sehen. Das ist doch hier die Welt, oder?“- „Eigentlich der Park.“, grübelte Kolumbi. Für einen Holzwurm ist schon ein Park ziemlich groß und so wusste er auch nicht, dass Hans nicht der erste entflogene Wellensittich mit Namen Hansi war. Der vierte, um genau zu sein.
3 comments September 2
50 Jahre Rombo
Gestern vor dem Schlafengehen:
- Donky: "Ich habe morgen Geburtstag. Kommst Du?"
- Jan: "Oh nein! Ich bin morgen weg auf Klassenfahrt!"
- Donky: "OK, dann verschiebe ich meinen Geburtstag auf nächste Woche!"
- Jan: "Das geht nicht. Man hat nur einmal Geburtstag im Jahr!"
- Donky: "Warum denn das? Ich kann doch feiern, wann ich will?"
- Jan: "Nein, nur einmal im Jahr am Jahrestag. An welchem Tag bist Du denn jetzt geboren?"
- Donky: "Lass mich überlegen…ich glaube… als ich aus dem Ei geschlüpft bin. Ja, das war’s!"
- Jan: "Und wann war das?"
- Donky: "Keine Ahnung!"
- Jan: "Dann kannst Du auch keinen Geburtstag feiern."
- Donky: "Wieso das denn nicht? Hat doch letzte Woche wunderbar geklappt. War ‘ne Riesenfete!"
- Jan: "Kannst Du nicht was anderes feiern?"
- Donky: "Wenn’s sein muss! Weihnachten vielleicht?"
- Jan: "Weihnachten ist auch nur einmal im Jahr!"
- Donky: "Dann Silvester!"
- Jan: "Nein, auch nur einmal!"
- Donky: "Und wenn ich eine Rakete abschieße?"
- Jan: "Reicht nicht!"
- Donky: "Dann feier ich eben Jubiläum!"
- Jan: "Was für ein Jubiläum?"
- Donky: "50 Jahre."
- Jan: "Was 50 Jahre?"
- Donky: "50 Jahre eben. Oder 36."
- Jan: "Zu einem Jubiläum gehört auch was wie ‘50 Jahre Feuerwehr’ oder so."
- Donky: "Gut, dann feiern wir 50 Jahre Feuerwehr!"
- Jan: "Neeeiin! Das war nur ein Beispiel!"
- Donky: "Rombo!"
- Jan: "Was Rombo?"
- Donky: "Wir feiern 50 Jahre Rombo!"
- Jan: "Was ist denn Rombo?"
- Donky: "Keine Ahnung, aber hört sich gut an!"
- Jan: "Gut, dann feiern wir nächste Woche 50 Jahre Rombo!"
- Donky: "Bis dann! Gute Nacht!"
- Jan: "Gute Nacht!"
3 comments August 24
Der heilige Hosenknopf
Sehr ärgerlich, wenn vor einem wichtigen Termin die Uhrbatterie erlischt und man wie irre mit dem Finger auf das Zifferblatt hämmert. Noch ärgerlicher, wenn dies im Mittelalter passiert. Nicht, dass die damalige Bevölkerung besonderen Wert auf batteriebetriebene Armbanduhren legte. Donky hatte jedoch einen wirklich, wirklich wichtigen Termin. Nach einem kurzen Abstecher ins Limburg des 13. Jahrhunderts mit seiner Zeitmaschine, meldetete diese just zum Rückflug…12:34 Uhr. Und zwar schon seit Stunden.
Der Erpel hatte sich eine Uhr "geborgt", nachdem unser Außerirdischer ihn in die Kunst des Zeitreisens mit Hilfe einer gewöhnlichen Armbanduhr eingewiesen hatte. So begleitete uns Donky auf unserer Mega-Fahrradtour an Rhein, Ruhr und Lahn sehr bequem per Zeitreise. Ich habe keine Ahnung, wie das funktioniert. Er aber umso mehr, so dass er nur so von Epoche zu Epoche pendelte. Was war er niedergeschlagen, als er uns mitteilte, dass der Ententeich zugefroren sei. Das hielten wir für nicht so ungewöhnlich. Dass ganz Bonn unter einer Eisschicht begraben liegen sollte, erschreckte uns bei 30 °C an der Lahn aber schon. Erleichtert nahmen wir zur Kenntnis, dass dies noch ein paar Jährchen Zeit hat. Donky hatte leichte Schwierigkeiten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu trennen und meckerte zum Beispiel über die Panzerung der Eisenfische und wie schwer diese in 20.000 Jahren zu knacken seien. Zarte Heringsfilets in Balkansoße. Mindesthaltbarkeitsdatum: 20.9.2011.
Zurück ins 13. Jahrhunder: Die Ente fuchtelte verzweifelt am Drehknopf und nichts geschah. Hinter ihm wurde gerade der Limburger Dom hochgezogen. Wie brenzlig diese Situation war, wurde Donky erst bewußt, nachdem er durch die Maschen eines Netzes in einen Verschlag mit vielen zerrupften Stockenten schaute.
Es ist bis dato weitgehend unbekannt, dass damals Enten für den Bau von Kirchen genutzt wurden. Nicht ganz freiwillig, aber für entlegene Winkel eignen sich Enten ganz hervorragend zum Steinetransport. Ganz besonders ziemlich weit oben. Und Teile des Limburger Doms sind wirklich ziemlich weit oben. (mehr…)
5 comments Juli 30
Nachschub
Wie? Schon alle Links der letzten beiden Artikel durch? Voll auf der Höhe, was die Bande die letzten Monate so getrieben hat? Alle Achtung!
So habt Ihr auch weiteren Lesestoff verdient:
Wer noch nicht weiß, wie aus einer Ente ein Buchfink wird, der lese hier. Wie gefährlich treuherzig Pekingenten sein können, wird in dieser Anekdote deutlich. Wer schwache Nerven hat, sollte jedoch nicht wissen wollen, dass Hirschhasen eine Vergangenheit haben.
Immer noch nicht genug?
Zurücklehnen und zuschauen:
Schon bekannt, dass Holzwürmer prominente Vorfahren haben? Wir brauchen außerdem noch 1.000.000 Klicks, um mit dem Original von Rene Marik’s Rapante gleichzuziehen. Der Versuch, Wiesel zu delegieren, scheiterte hier.
6 comments Juli 14
Per Rad, Fön und Zeitmaschine
In Kürze startet unsere Tour de Rhein/Ruhr/Nahe per Fahrrad und Zelt (wie schon hier geschrieben) und wir sind nicht allein. Die Bande hat das spitz gekriegt -außer Hotz- und wollen mit. Wir freuen uns auf ihre Gesellschaft in Biergarten und Zelt -außer auf Hotz.
Nur wie halten sie mit, wenn wir mit 15 Sachen über den Asphalt fegen? Die Bande hat sich so einige Gedanken über die Wahl der Reisemittel gemacht und wir haben sie dabei tatkräftig unterstützt – außer Hotz.
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Manfriss reist per Schiff. Unser Metallfresser hatte sich auch schon einen Rhein-Frachter ausgesucht, bekam dann aber Hunger, auch wenn die Schlacke-Füllung etwas dröge schmeckte und somit nicht für sein Restaurant in Betracht kommt. So haben wir ihm vorsichtshalber ein Plastikschiff zur Verfügung gestellt, damit er kein Loch in den Rumpf knabbert. Auch für die Paddel, um rechtzeitig gegen den Strom in die Ruhr abzubiegen, haben wir mit einer ungenießbaren Spezialanfertigung gesorgt. Den Rotterdamer Hafen wollten wir ihm doch nicht zumuten…oder besser andersum: Wir möchten dem Rotterdamer Hafen Manfriss nicht zumuten! Zu viele leckere Container…
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Donky, unser Erpel, findet Radfahren doof. Vor allem, dass wir ja sowieso wieder in Bonn rauskommen, hält er für völlig unsinnig. Warum denn der ganze Aufwand? Das Argument, dass Radfahren Spaß macht, lehnt er ab. Er lehnt alles ab, was er nicht kann. Er kommt aber trotzdem mit, um seiner neuen Mission zu folgen: Schwäne ärgern. Die gibt es mehr als genug am Rhein. Donky bezeichnet Schwäne als „Möchtegern-Fragezeichen“. Seine Abneigung hat seinen Ursprung darin, dass die weißen Wasservögel ihn auf dem Weg zur Entenschule das ein oder andere Mal verkloppen, aber man sollte auch keine rosa Wasserfarbe auf den einflussreichen Chef des „Rheinischen Clubs“ ausschütten. (Schwäne vergnügen sich nicht in Gangs oder Vereinen, sondern in elitären Clubs). Da Donky Rundflüge trotz allem für überflüssig hält -und er interpretiert die Reise als „Etappen-Rundflug“- haben wir ihm eine Bahncard besorgt.
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Mops hat sich entschieden, sich einfach für eine optimale Sicht auf den Lenker zu lümmeln. Eigentlich aber eine suboptimale Lösung, bewirkt die einseitige Belastung mit einer dicken Möwe doch einen starken Linksdrall beim Fahren. Das hätte jedoch zur Folge, dass wir nach einer Stunde wieder zu Hause sind (bei Rechtsdrall dagegen landen wir direkt im Rhein.) So wird Mops sich wohl auf den Gepäckträger setzen müssen, um meinen Hintern wackeln zu sehen. Fahrradkleidung ist jedoch Pflicht. Nach anfänglichem Mosern meint der Vogel, dass er jetzt sportlicher und schlanker aussieht. Das meinen übrigens viele, die in gelbem Tour-de-France Trikot den seniorentauglichen Rhein-Radweg langradeln und das Gewicht ihrer Wampe mit ultraleichtem Karbon-Rahmen kompensieren. Stimmt aber nicht.
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Das Ding, unser gestrandeter Alien, hat die wirklich komfortabelste Lösung gefunden, uns regelmäßig zu besuchen. Es reist per Zeitmaschine. Ankunftszeit auf dem Campingplatz eingeben und -schwupp!- sitzt es auf der Isomatte. Wir finden, dass die Maschine eher wie eine Uhr aussieht. „Stimmt auch!“, teilte und das Ding per schwer verständlichen Ultraschall mit. „Jede Uhr ist eine Zeitmaschine!“. „Cool!“, fand ich und fummelte heute beharrlich an meiner Uhr rum. Ich meinte auch ganz kurz mal nach 2:44 Uhr der vergangenen Nacht versetzt gewesen zu sein. Aber vielleicht war ich auch nur ein bisschen müde.
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Qualo, die Trockenqualle, weigerte sich zunächst mitzureisen. Zu nah ist Laola, die Welle, wenn sie per Rhein mitschwappt. Wir schilderten ja bereits, dass Laola die Trockenqualle für einen Springbrunnen hält und deshalb grenzenlos verliebt in sie ist. Ist sie aber nicht, ganz im Gegenteil, denn Qualo hält überhaupt nichts von Wasser und verliebten Laolas schon gar nicht. Erst Jans Versprechen, Laola mit einem tollen Strudel in unserer Badewanne abzulenken, überzeugte ihn. Laola liebt Studel, weil sie so schön kribbeln. So leihen wir Qualo unseren extrem trockenen Fön, damit er auch ordentlich Fahrt aufnehmen kann. Aber 1. Klasse!
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Kolumbi meidet den Rhein. Der Holzwurm hatte ja schon schlechte Erfahrungen gemacht, als er in einen Ast nach einem Gewitter durch die Kanalistation in den Rhein gespült wurde. Die heldenhafte Rettungsaktion durch Mops fand sogar in Lokalinterviews und -zeitungen ihren Platz. Kolumbi hat das Trauma zwar inzwischen mit See(irr)fahrten und (Fast-)Tauchgängen überwunden, aber „Rhein“ klingt schon so nach …“rein“. So haben wir ihm einen Flieger gebastelt. Nun hofft er auf geeigneten Aufwind oder einen Motor. Wir glauben jedoch an beides nicht. Eher schon daran, dass das schwer zu trimmende Stück Papier im Wasser landet, erst Recht bei Regen. Zum Glück kann er in dem Fall direkt ein Boot daraus basteln…wenn er es könnte.
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Ach übrigens, Hotz will auch mit. Donky hat sich verplappert. Nun gut, so richtet Hotz im Vorfeld der Wahl im Park zumindest keinen Schaden an. Bad Wörishofen nannte er Hotz als Reiseziel. Keine Ahnung, wie er darauf kommt, aber ich glaube, Bad Wörishofen ist ein Vorort von Duisburg…
Wir verabschieden uns bei allen treuen und neuen Lesern für ‘ne knappe Weile. Und haltet durch! Damit Euch nicht langweilig wird, stöbert fleißig in den Links in diesem und dem letzten Artikel (Stand der Dinge). Da gibt es viel zu entdecken!
10 comments Juli 2
Wer wird Vorsitzender der Park-Partei?
Der Wahlkampf im Park für alle Tiere und Tierähnlichen ist im vollen Gange und die Park-Partei (die Bande) hat immer noch keinen Vorsitzenden. Zwar sind schon einige Stimmen geködert. Aber wer bestimmt den Kurs? Dass die VVV (Vereinigung vielfliegender Vögel) sogar schon einige lahmen Enten geworben hat, kann damit zusammenhängen, dass Sing Lang als Pekingente zu sehr von chinesischen Köchen geschwärmt hat. Und Hotz, der Hirschhase, vergrault so einige Tiergattungen mit seiner „Politik der Größe“ (Tiere kleiner als 2 cm sind blöd.) Hotz hält als König des Waldkönigwaldes sowieso recht wenig von Demokratie und sucht nach Wegen, sie auzutricksen.
Nun stellen sich vier Kandidaten für die Vorsitzendenwahl. Die Parteisatzung sieht vor, dass eine Stimme dem Volk außerhalb des Parkes gehört. Deshalb präsentieren sie ihre Schokoladenseite im Wahlkampfspot. Manfriss, der Metallfresser, hat eine dramatische Wahlbotschaft für Bäume. Kolumbi, der Holzwurm, wird gefördert von Hotz, der allerdings eine sehr undurchsichtige Rolleim Wahlkampf spielt. Igitte, die 5-beinige Spinne wird unterstützt von Mops, der dicken Möwe (was auch dringend nötig ist) und Donky hat wegen Buchhilde, der Ententante, Probleme, seine Wahlbotschaft glaubwürdig rüberzubringen.
Also bitte wählt Euren Favoriten. Eure Stimme kann die Zukunft des Parkes und Waldes entscheiden!!
2 comments Juni 14
Pfingsten in Kurzform
Was Pfingsten so war:
- Finkel (Die Ente, die denkt, sie wäre ein Buchfink: Hier die Kurzgeschichte, wie es dazu kam) ist zu Besuch und tritt bei der Wahlkampfveranstaltung der VVV (Vereinigung vielfliegender Vögel) als Showact auf. Gern hätte er die Parkpartei der Bande bei der anstehenden Wahl im Park unterstützt, aber er ist nunmal ein Buchfink und die fliegen eben viel. Finkel schwamm bei seiner Vorstellung auf dem See, teilweise sogar mit Schwänzchen in die Höh’. Eine Performance, die mit großem "Ohh!" und "Aah!" von den heimischen Buchfinken quittiert wurde. Buchfinken können nämlich nicht schwimmen.
- Auf unserer Fahrrad-Pfingsttour hatte Mops, die dicke Möwe, solange zu jeder Gelegenheit "Oh, Manno!" gemosert, dass er nach halber Strecke nicht mehr mitfahren durfte: "Festhalten ist anstrengender als Trampeln.", "Ihr habt gar keine Pommes dabei!", "Holpert nicht so!"… Das war einfach zu viel. Ungefähr 25 Kilometer vom Rhein entfernt war dann Schluss und er bekam Gepäckträgerverbot. Bis jetzt ist Mops noch nicht zurück gekommen, obwohl auf dem Rückweg kaum Pommes-Buden zu finden sind. Die würden ihn definitiv aufhalten. Es sei denn, Mops konnte in der "Waldschänke" etwas von dem gigantischen Jägerschnitzel mit Pommes erhaschen, das auch uns die Durchschnittsgeschwindigkeit um einen km/h versaut hatte.
- Einige Bodenameisen fühlten sich beim Bocchia etwas überrollt. Das hat einige Wählerstimmen gekostet. Dafür haben einige Baumameisen jetzt die Chance, über den Tellrand schauen. Unsere Mega-Frisbee-Scheibe liegt nämlich gut verkeilt in einer Astgabelung in vier Metern Höhe.
2 comments Juni 2
Existenzbedrohlich
Die Park-Partei rund um die Bande haben ein gewichtiges Thema in ihr Wahlprogramm aufgenommen:
- Donky: "Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt und vorher in der Regel auch: Warum schafft man nicht einfach den Tod ab? Ich meine, der ist ja total unnütz da zwischendrin!"
- Kolumbi: "Meinst Du, da können wir was machen?"
- Donky: "Das sollten wir ins Wahlprogramm mit aufnehmen!"
- Kolumbi: "Dann verlieren wir die Eintagsfliegen aber als Wähler!"
- Donky: "Am Wahltag reden wir einfach nicht drüber."
7 comments Mai 27
Zur rostigen Ölwanne
Manfriss ist beleidigt! Wenn ein Metallfresser beleidigt ist, denkt er in der Regel an Essen. Nur diesmal haben sich seine Gedanken wirklich verirrt, denn er isst nicht, sondern lässt essen. Nur weil Jan dankend einen Messingknauf ablehnte, den ihm Manfriss zum Lutschen anbot, will er nun alle überzeugen, wie gut Metall schmeckt.

Erster Gast
Hierfür eröffnet er das Restaurant „Zur rostigen Ölwanne“ direkt am Schrottplatz für kurze Wege. Einen möglichen Kunden haben wir schon beim letzten historischen Jahrmarkt im Freilicht-museum gesichtet. Hier knabbert er gerade an einem Nagel. Ob Manfriss’ eisenhaltige Küche angenommen wird, bleibt abzuwarten. Seine Speisekarte ist jedoch sehr vielfältig:
9 comments Mai 26
Beachparty für Kleintiere
Das war wohl nichts! Da lassen Hotz und Donky im Wahlkampfspot der Park-Partei durchblicken, dass sie Maulwürfe nach der Wahl nur bis zur Grasnarbe vertreten wollen. Schon rächen sich die Blindratten (Hotz’ Zitat) und greifen der AAA tatkräftig unter die Arme. Hatte die A llianz a lternativer A mseln mit ihrem harmlosen Wahlprogramm neu eingeübter Sing-Sang-Liedchen bisher eine eindeutige Außenseiterrolle bei der kommenden Wahl im Park, so konnten sie jetzt mit Maulwurf-Unterstützung richtig punkten. Hüpfburgen (siehe Foto) und die Super-Underground-Rutsche waren das Parkgespräch der letzten Tage. Und die Amseln konnten ihre Melodien beim großen Auflauf unter das Volk bringen, dass sogar die Raben "La, le, lu, nur der Mann im Mond schaut zu." trällern.
Die Park-Partei konterte mit der großen Beach-Party mit Kletterpark für alle Kleintiere, weil sie hier das größte Potenzial vermuten. Zunächst war die Resonanz mit einem verirrten Regenwurm und ein paar von Donky zwangsversetzten Kaulquappen eher gering. Einige Kellerasseln wurden jedoch schon neugierig, nachdem ihnen ihre schützende Rinde für die Dachkonstruktion der Strandbar weggenommen wurde. Nach und nach trudelten immer mehr Gäste ein, die Schnecken zum Schluss. Ganz zum Schluss.
Der extra aufgekippte Strand mit den Cocktail-Tischen wurde nur zögerlich angenommen. Zu wenig Cocktail-Krabben fanden den Weg aus der Schale in die künstliche Lagune. Die Fischhäppchen waren sehr schmackhaft. Fische waren sonst aber nicht eingeladen. Für die Spinnen, die Igitte animiert hatte, war der Kletterpark keine große Herausforderung. Die Nacktschnecken hatten jedoch ihr Tschakka-Erlebnis nach der Überquerung der Schlucht, jedenfalls die, die nicht vorher in den Bach abrutschten. Mit einem Schwarm von ca. 4.000 Mücken nahm die Party jedoch Fahrt auf und einige Wählerstimmen konnten gewonnen werden.
Insgesamt war die Party ein voller Erfolg, auch wenn Donky die Party vielleicht doch nicht mit einem "Ich hab’ noch nie soviel Futter auf einem Haufen gesehen." frühzeitig hätte sprengen sollen.
2 comments Mai 21
Die Park-Partei

Die Park-Partei
Ob „Jetzt aber zack“ ein geeigneter Werbeslogan für eine Parlamentswahl ist, kann diskutiert werden. Dass die Bande die Park-Partei (PP ) gründete, um die Zukunft des Parks zu gestalten, halten wir jedoch für sehr löblich. Wie die anstehende Demokratisierung des Parks überhaupt eine ehrenwerte Angelegenheit ist. Einige Minderheiten wie entflogende Kanarienvögel hatten bisher einen schweren Stand…bis zum Winter, dann allerdings nicht mehr. Das wird jetzt anders: Nun dürfen sie nämlich wählen, wer sie bis dahin schikaniert.
Wir vermuten allerdings auch, dass die Bande einfach bestimmen will, was läuft. Basta! Dafür muss die PP sich jedoch zunächst warm anziehen gegen die AAA (Allianz alternativer Amseln), die KKK (Koalition der Kriech- und Krabelltiere), die VVV (Vereinigung vielfliegender Vögel), die UUU (Union ufernaher Unterwasser-Tiere) und die dubiose DDD (Drei demokratische Dampfnudeln). Diese Gruppe ist im Park nicht bekannt und kann als Zünglein an der Waage wahlentscheidend sein. Immerhin sind nur 20 Parlamentssitze zu verteilen.
Der eindeutige Nachteil, dass die Abkürzung der Park-Partei nur zwei anstatt drei Buchstaben zählt, wiegt genauso schwer wie der Umstand, dass die Bande noch gar keinen Vorsitzenden gewählt hat. Und auch das Wahlprogramm sieht noch nicht so überzeugend aus. Zu allem Übel ist es noch nicht einmal beschlossen:
- Nachtsingverbot bis 8:00 Uhr für Amseln.
- Lammkotellets für alle!
- Borkenkäfer sind doof!
- Herbstinitiative: Finger weg von den Blättern am Baum!
- Wer nicht mitmacht, fliegt raus!
Der vorläufige Wahlkampfspot mit Donky und Hotz, dem Hirschhasen, wird auch den ein oder anderen Wähler verprellen. Allerdings gibt es im Park sowieso keinen Strom:
Unsere Einschätzung zu den anderen Parteien:
- Glücklicherweise ist die KKK (Koalition der Kriech- und Krabbeltiere) so zerstritten, dass Igitte als Ex-Krabbeltier und Kolumbi als Holzwurm mit Ohne-Beine-Prädikat hier einige Wähler abgreifen könnten. Besonders um die angestrebte Beinpauschale gibt es große Meinungsverschiedenheiten innerhalb der KKK .
- Vorteilig ist auch, dass Kaulquappen noch nicht zur Wahl zugelassen sind. Erst nächstes Jahr, wenn sie keine mehr sind. So wird die UUU (Union ufernaher Unterwasser-Tiere) ihr Potenzial nicht abschöpfen können.
- Wie die VVV (Vereinigung vielfliegender Vögel) abschneidet, hängt stark vom Zuspruch nicht so viel fliegender Vögel ab. Von Pinguinen zum Beispiel.
- Die AAA (Allianz alternativer Amseln) hat sich ein paar neue Lieder zum Mitsingen ausgedacht. Nun ja, wen’s interessiert.
- Die DDD ist schwer einzuschätzen.
Wir werden den Fortgang des Wahlkampfes hier im Blog weiter dokumentieren und kommentieren.
12 comments Mai 14
Die Verwandlung der Trockenqualle
Nicht erst seit gestern besucht uns Qualo, die Trockenqualle und auch Loala, die Welle schaut mal feucht-fröhlich daherdümpelnd oder aufbrausend zornig vorbei, meistens beide getrennt. Aber erst jetzt ist es uns gelungen, eine Dokumentation im Rahmen "Expeditionen im Keller" mit sensationellen Bildern zu drehen, die zeigt, wie sich Trockenquallen im Zuge der Evolution an Gefahren anpassen können.
Jan ist Kommentator:
7 comments Mai 6
Kein Pardon für Donky
Sie sind wieder da! Was war das letztes Jahr ein Spaß für Donky, den Erpel bei uns im Park, als er die schwarzen Schwänze als Maschinengewehrsalve über den Tümpel spuckte und diese sich anschließend wieder verzweifelt einen Rückweg durch die Algen bahnten. Da war kräftig was los im Tümpel, als tausende Kaulquappen aus den Glibbereiern schlüpften, vorausgesetzt Donky hatte diese nicht zum Frühstück gegessen.
Donkys hatte jedoch nicht bedacht, dass sich die Kröten darüber weniger amüsierten und stattdessen aus Protest die ganze Nacht durchquakten. Und die nächste Nacht auch. Eigentlich die ganze Woche, bis Donky im Dilirium vom Baum kippte und sich in der Algenpampe sein Federkleid versaute. Erst der Deal mit den Kröten, jeder einzelnen Kaulquappe einen Rundflug über den Park zu spendieren, ließ ihn wieder ruhig schlafen. Nach ca. 1000 Runden schlief er auch wirklich gut.
Dieses Jahr blieb Donky nichts anderes übrig, als lustlos durch die Endlosschwärme zu paddeln und mit einem Sidekick die Viecher wegzuschubsen. Manchmal setzte er noch ein „Er war’s!“ hinterher und zettelte so die ein oder andere Massenschlägerei an. Dann kam ihm die glorreiche Idee, den armen Würmern das Paradies zu versprechen: Den unendlichen See. Kaulquappen sind ziemlich leichtgläubig und wissen noch nicht mal, was „unendlich“ heißt. Klingt aber einfach sehr vielversprechend.
Auch Donkys heimliches Angebot, sie per Fanta-Express in den Gulli, dem „Tor zur Unendlichkeit“ zu kippen, machte sie eher euphorisch als stutzig. Die Kröten wurden jedoch schon stutzig, als Donky mit Hinweis auf die Umweltverschmutzung immer die selbe Flasche aus dem Ententeich zog, um sie verstohlen um die Ecke zu bringen. Auch machen sich 500 fehlende Kaulquappen beim Krötenmorgenappell bemerkbar. Die Kröten ergriffen sofort Gegenmaßnahmen…
So fand man Donky die letzten Tage in der miefigen Kanalisation, wo er wortkarg etwas von „Missverständnis“ faselte, wenn man ihn fragte, warum er denn mit dem Schnabel in den Exkrementen suhlte und dabei entnervt „265…266…267…“ murmelte.
2 comments Mai 4
Die Kleinen (1): Pitty
Bei uns zu Hause herrscht ein reges Kommen und Gehen. Jeden Tag haben wir ein anderes Gespann aus der Bande bei uns, das uns mit lebenswichtigen Trivialitäten herausfordert. Die meisten Typen davon sind auch schon im Blog bekannt: Donky, Sing Lang, Igitte, Kolumbi, Hotz, Dunny, Mops, Bubu, das Ding und Manfriss machen Bonn unsicher. Gonky, Ali, Buchhilde und Finkel kommen öfter mal zu Besuch.
Ab und zu, und wirklich nur ab und zu, aber seit Jahren erscheinen noch andere Gestalten, die sich sonst eher rar machen. Auch diese sollen ihren Platz im Blog bekommen. Pitty zum Beispiel zeigt sich nur, wenn wir ganz bestimmte Gerichte kochen. Das hat einen guten Grund (*):
Pitty hieß nicht immer Pitty. Einst war sie berühmt berüchtigt als Kitty, die Kettensäge. Kein Baum war vor ihr sicher. Zäune, Pfosten, Geländer, Stühle und der ein oder andere Unterarm waren in Null Komma nichts abgesägt. Köpfe eher selten. Förster liebten und fürchteten sie gleichermaßen und selbst Hollywood lud sie mal zum Casting für "Sonntag, der 15." ein. Da nahm das Unheil jedoch schon seinen Lauf. Denn als sie in einer Probeszene ein Schwein halbieren sollte, blieb sie zwischen zwei Koteletts hängen. Damit war sie für die Rolle, in der sie eine ganze Schulklasse abmetzeln sollte, völlig ungeeignet.
Doch damit nicht genug: Zuerst schaffte sie eine 1000 Jahre alte Eiche nicht mehr, danach hatte sie Schwierigkeiten mit dem Dach des Carports vom Nachbarn. Bald blieb eine popelig weiche Kiefer unvollendet. Als schließlich selbst unser Besen einen Monat nur leicht eingekerbt blieb, war allen klar: Kitty war stumpf! (mehr…)
2 comments April 30
Hausgeist in Gefahr!
Wenn die Pekingente Sing Lang lang singt, kann das viele Gründe haben: Entweder sie freut sich, regt sich fürchterlich auf, hat ein Kratzen im Hals oder beschwört Mungo. Und wenn sie Mungo beschwört, hat sie meistens Angst. Li, ihr Ex-Kochim Restaurant Lotusgarten hatte ihr einst offenbart, dass sie irgendwann eins sein wird mit den Mungo-Keimlingen. Nun interpretierte sie diese Ankündigung so, dass sie nach ihrem Tod mit allen Jüngern Mungos, Gott der Pekingenten, im Jenseits zusammenkommt. Der Koch hatte hier eher ein neues Rezept im Sinn.
Zur Zeit singt sie wirklich lang, denn wir haben einen Dämonen im Haus. Genau genommen ist Dunny, unser Hausgeist , nur ein etwas übermütiges, schottisches Gespenst, seit es keine weinerlich machende Zwiebel mehr um den Hals trägt. Ein blöder Fluch war das für satte 500 Jahre. Die Pekingente hat nur von der Stimme her eine starke Ähnlichkeit mit dem Dämon, der Besitz vom Deko-Drachen im Restaurant Lotusgarten ergriffen hatte, erkannt. Jetzt hält sie Dunny für seinen Bruder. Das ist wenig verwunderlich, da Dunny beim großen China-Chaos den besagten Dämon gespielt hat (hier mehr ). Das weiß Sing lang aber nicht. Soll sie auch nicht, sonst fliegt alles auf und Sing Lang geht wieder in den Lotusgarten zum Essen (oder eher Gegessen werden).
Nun hat Dunny eigentlich kein Problem damit, für einen Dämonen gehalten zu werden. Das ist ja auch irgendwie ganz cool. Nur die dauernde Beschwörung vor dem Kellerfenster raubt ihm nur nicht den Schlaf (ja, unser Hausgeist schläft nachts!), sondern macht ihm auch etwas Sorge. Was wäre, wenn Sing Lang doch irgendeinen aufgeschnappten Glückskeks-Spruch daherwimmert und -puff!- er sich in nichts auflöst? Er hat sich ja schon einige Gedanken über einen Tod nach dem Leben gemacht. Aber so einfach gar nicht mehr zu sein -vielleicht noch mitten beim Zwiebelkuchen essen- ist ihm etwas zu unspektakulär. Mit Feuerwalze, Wolkenstrudel oder sowas wäre eher ein geeigneter Abgang, auch bitte erst in ungefähr 700 Jahren vielleicht.
Jan hat ihm erstmal etwas unter die Arme gegriffen -also rein symbolisch- und Sing Lang ein Dämonenbeschwörungsliederbuch geliehen. Zwar kann Dunny immernoch nicht schlafen und verkriecht sich im Putzeimer im Schwamm, aber zumindest ist "Es tanzt ein Bi-Ba-Butzelmann in uns’rem Haus herum, wiedelbum…" nicht so lebensbedrohlich für unseren Geist.
2 comments April 23












