Archiv für Januar, 2012
2012
So ein Dreck. Am 21. Dezember geht die Welt unter und ich muss am 19.12. zur 12-Monats-Inspektion mit meinem Auto. So eine Geldverschwendung.
Ich bin dann gerade mitten in der Milchstraße (also eigentlich die Sonne, aber ich schließ mich da mal mit ein). Außerdem sagen die Maya „Finito“ oder zumindest „Alles neu“ (Die haben gut reden, haben sich ja rechtzeitig verdrückt). Und schließlich ein komfortabler Polsprung als Konsequenz mit allem Zipp und Zapp: Erdbeben, Vulkanen und ganz viel Wellen. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Auto das mitmacht.
Emmerich hat sich ja rechtzeitig die Filmrechte an der Katastrophe der Katastrophen gesichert. Das geht bei Prophezeiungen ganz gut. So hat er noch was von den Milliönchen, die er mit „2012“ verdient hat, bevor es richtig losgeht.
Apropos Milliönchen: Wohin mit dem Ersparten in so kurzer Zeit? Gut, die Eurokrise wird schon mal ein bisschen vorarbeiten, um das Problem zu mindern. Aber in Immobilien investieren, wenn dann doch mitten durch das Häuschen ein Lavastrom wabert? Oder Gold? Schmilzt das nicht? Selbst Tagesgeld kommt mir mit der eintägigen Kündigungsfrist etwas gewagt vor. Dann doch lieber einfach verprassen. Nur für was? Für Weihnachtsgeschenke jedenfalls nicht. Und als fetter Urlaub käme ja nur noch Nepal in Frage. Als Strandurlaub wohlgemerkt. Nein, so kurzfristigen Konsumstress vertrage ich nicht mehr. Es ist nicht so einfach, das Leben noch mal in vollen Zügen genießen. Die Deutsche Bahn tut dafür aber weiterhin ihr Bestes.
Trotzdem eine schaurige Vorstellung, dass ein grünschleimiger Alien in 500 Jahren gelangweilt in meinem Sparbuch Sudoku spielt (genug freie Kästchen sind ja da), während er auf uns auf einem erkalteten Lavabrocken wartet. Und sein Kumpel beäugt irritiert die grinsende Micky Maus, die er aus der Sonde gekramt hat. Tja, „Versetzt“ würde ich sagen. „Da haben wir uns wohl knapp verpasst.“
Also vielleicht doch auf den Messias warten. Wobei ich da skeptisch bin, ob Guttenberg noch mal den Sprung vom EU-Datenschutzbotschafter zum Heiland schafft. Das Zeug für so eine Prise Erlösung hätte er ja, zumindest gefühlt. Aber als zukünftiger Bundespräsident (ab April, meine Schätzung) hat er wenig Zeit, um das Schloss Bellevue in einen heilbringenden Tempel umzubauen. (Heil = 100.000 „I like it“ bei Facebook)
So bleibt nur ein Ausweg: Samoa. Per Dekret den 30. Dezember 2011 nachholen und dafür den 21. Dezember 2012 ausfallen lassen. So trickst man die Maya am besten aus, denn die waren noch nie in Samoa. Oder vielleicht doch lieber den 19.12? Dann muss ich nicht zur Inspektion.
Bis dahin ein spannendes und zufriedenes Jahr euch allen!



Euer Senf