Immer geradeaus
November 29 at 2011 Donkys Freund 2 Kommentare
“Immer geradeaus und gucken, was da los ist!” Das war das Motto von Donkys Flugschule an der Nordsee, wohin ihn sein Bruder Gonky auf einen seiner berüchtigten Kurztripps aus Bonn genommen hatte.
Dass Enten gute Flieger sind, ist unbestritten, sogar sehr schnelle. Aber dass er als plumper Erpel fünf Dutzend Möwen hinter sich versammeln konnte, war schon bemerkenswert. Möwen sind nämlich wahre Flugkünstler. Aber anders als wir, die ihre Manöver völlig überzogen als majestätischen Akt der Freiheit bewundern, sehen sie darin eher eine ziemlich dröge Fischsuche.
Als Donky jedoch sie in die urbane Kunst des Fliegens einweisen wollte (gegen Bezahlung von Muscheln, versteht sich), waren sie ganz Ohr. Denn Donky legt vor allem Wert auf das gekonnte Posen und die Landeier von Seemöwen wollten es sich nicht zweimal sagen lassen, dasss man damit die verachteten Kormorane beindrucken kann.
Das Erfolgsrezept urbanen Fliegens ist schnell erzählt: Losfliegen, mit ernsten Blick immer geradeaus, denn das sieht zielstrebig aus. Dann auf einer einsamen Insel abchillen und teilnahmslos paar Krabben vom Felsen kicken und dann wieder zurückfliegen. Ebenfalls geradeaus. Das ist sinnlos, aber man kann sich voll auf seine Wirkung konzentrieren ohne lästiges Drumrum wie Fressen zum beispiel. Das Schwierigste dabei ist jedoch, die verdutzten Heringe rechts und links außer acht zu lassen, vor allem weil diese so verdutzt sind, dass sie vor den Augen der Möwen von den Kormoranen abgefischt werden. Das ist herb für Möwen. Sie lieben Heringe, auf ihre Art.
Dieses Spektakel trotzte den Rivalen wenig Respekt ab. Das höhnische Gelächter der Kormorane kann man auch mit weiter Auslegung nicht dazurechnen. Nun ja, Donky sammelte eifrig Muscheln und das war für ihn das Wichtigste. Es gibt nämlich keine Muscheln bei ihm im Park und auch damit kann man Eindruck schinden.
Als es allerdings zur dritten Flugstunde ging (Diesmal war der Leuchtturm Opfer der Invasion), hatte Donky die Rechnung ohne Klara gemacht. Klara ist recht stürmisch und bewegte sich gerade mit Orkanstärke auf die Küste zu, wie es für Sturmtiefs so üblich ist.
Klara versetzte Donky einen sehr starken Linksdrall, was alles andere als geradeaus ist. Auch der coole, stumme Blick ging über in ein panisches Geschnatter. Und spätestens, als Donky den Leuchturm verfehlte und stattdessen mit einen quiekendem “Mama” die benachbarte Felsenwand runterflatterte, konnte man nichts Urbanes mehr erkennen. Die verdutzten Möwen schauten ihn auch nur an und warteten auf eine städtische Erklärung. Dies sei ein “Double-Halfslide-Diver” meinte Donky dann auch stotternd, aber Möwen haben sonst keinen Kontakt zur Skaterszene und konnten damit nichts anfangen.
“Und jetzt?”, fragte die Schar, während sie unten über die Wellen schwappten. Donky wagte sich nach dem Desaster jedoch nicht mehr in die Luft und ihm fiel nur ein folgenschwerer Vorschlag ein. Das ging nicht lange gut. Die Möwen verließen nacheinander heimlich die peinliche Szenerie, während sich die Kormorane an der Felsenkannte vor Lachen kugelten.
“Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh’” Das sollte den Möwen noch Monate nachhängen, denn heimlich Richtung offenes Meer zu entkommen, war nicht so einfach.
Tja, und Donky galt zwei Tage als verschollen, bis der Sturm sich gelegt hatte. Genug Zeit, dass die Möwen Donkys Muscheln wieder verärgert einsammeln konnten.
Klara verdammt wütend mit Nordsee:
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1.
nussundpoint | Dezember 10 um 2011
Ein wunderwundervolles Foto!
Der Point.
2.
Donkys Freund | Dezember 11 um 2011
Ja, die flogen da einfach mal so lang. Da musste ich mal abdrücken…