Andere Perspektive
Juni 8 at 2011 Donkys Freund 2 Kommentare
Ja, glotz’ nur. Aber du kannst lange warten. Ich komme nicht raus. Hier, schau, ich tanze sogar für dich. Denn jetzt bin ich sicher. Tja, und du kannst nur blöd deine Runden ziehen.
Wie viele meiner Freunde hast du auf dem Gewissen? Feige aus dem Hinterhalt. Sie waren noch so jung, konnten sich kaum entfalten. Mörder! Wann bist du endlich satt?
Warum verfolgst du mich erst jetzt? Vorher hast du doch auch keine Notiz von mir genommen. Was habe ich dir getan? Gut, ich habe mich als auffälliger entpuppt, als du vielleicht dachtest. Aber ist dies Grund genug, mich so zu jagen?
Mein Lieber, hier ist für dich Schluss! Hier bleibe ich erstmal. Von hier werde ich meine Fühler ausstrecken, um zu sehen, wie es weitergeht. Und zwar ohne dich! Du kannst mir nicht ewig auflauern! Komm’ doch und hol dir ne blutige Nase! Du kriegst mich ni…
Hey, wer ist das denn? Ich muss mich verstecken. Ab hinter die Gardine! Ich falle! Hilfe, ich kann mich nicht bewegen. Lass mich los! Du engst mich ein! Ich will hier bleiben, hörst du? Ich sehe nichts. Wo bin ich?
Nicht doch, nicht doch! Warum wirfst du mich raus? Was magst du nicht an mir? Kein Schutz weit und breit. Schnell weg hier. Da vorn ins Dickicht. Gleich, nur noch ein paar Meter. Ich taumle. Oh, bitte nicht! Ich taumle. Erbarm…
„Mama, hast du den Schmetterling gerettet?“
„Ja, Nina, hinter der Scheibe hätte er nicht lange überlebt.“
„Hast du ihm auch nicht weh getan?“
„Nein, man muss nur vorsichtig seine Flügel von hinten zusammendrücken. Dann gehen sie nicht kaputt, weil er nicht flattern kann. Am besten, wenn er sitzt. Dann die Hand als Schutz davor und zur Tür tragen.“
„Schön, jetzt ist er frei!“
„Nina, guck’ mal, eine Schwalbe auf unserem Fensterbrett!“
„Oh toll, Mama. Sieht aus, als ob sie lächelt, oder?“
Eintrag abgelegt unter 06. Kurzgeschichten. Tags: böse, Kurzgeschichte, Perspektive, schwarz.
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1.
Ulf Runge | Juni 15 um 2011
Da ist in der Tat was dran.
Wann immer ich einer Wespe das Leben rette, indem ich ihr ein ehemaliges Senf- und heute Trink-Glas überstülpe und einen dünnen Pappkarton vor die Öffnung stülpe, sage ich im Scherz: “Da haben die Vögel noch was zum Futtern…”
Ein wunderbarer Einblick in die Schmetterlingspsyche, den Du uns da eröffnest. Danke. Spannend geschrieben.
Liebe Grüße,
Ulf
2.
Donkys Freund | Juni 16 um 2011
Danke, Ulf,
Tja, böses Missverständnis, wenn man nicht miteinander redet.