Archiv für März 14
Projekt 52: Coffee-Time
Alle vier Jahre wiederholt sich ein unglaubliches Schauspiel im Wald. Manchmal auch alle 3 Jahre, weshalb es auch oft verpasst wird: Die Nacht der fliegenden Kaffeebohnen! Die Wald- und Parkbewohner nennen das Spektakel auch "Kaffeezeit!" (die englischsprachigen unter ihnen "Coffee-Time", wenn es denn welche gäbe, die englisch sprechen würden). Nur -und wirklich nur- in dieser einen Nacht tänzeln tausende Kaffeebohnen zwischen den Bäumen und die Waldbewohner feiern ein abstruses Ritual. Wer jetzt denkt: "Moment mal, Kaffeebohnen können doch gar nicht fliegen!", sollte wissen, dass diese in der Packung ihre Flugfähigkeit verlieren. Warum auch fliegen? Nützt ja eh nichts mehr.
Von Ameise bis Zilpzalp jagen die Tiere und Tierähnlichen den Kaffeebohnen hinterher. Wer am meisten Kaffeebohnen fängt, wird mit Moos und Schlamm beschmissen. So ist der Ehrgeiz groß, die kleinen quirligen Dinger zu schnappen. Nun ist es uns gelungen, ein spektakuläres Foto von Hotz zu schießen, wie er eine Kaffeebohne fängt. Also…fast fängt. Dazu lagen wir zwei Tage unter moderigem Laub, um keine Kaffeebohne zu verschrecken. Diese sind sehr, sehr scheu. Deshalb wagen sie sich ja auch nur alle 4 (bzw. 3) Jahre raus. Als wir den x-ten Mistkäfer aus unserer Unterhose gepult hatten, bekamen wir dieses besonders dicke Exemplar vor die Linse… bis es wieder kichernd in der Dunkelheit verschwand.
Hotz hatte zum Schluss keine einzige Kaffeebohne gefangen, dafür versuchte er die Waldgemeinde mit einem achtlos weggeworfenen Teebeutel zu täuschen. Brachte aber nichts. Niemand kannte überhaupt Tee. Stattdessen wurden alle Kaffeebohnen während eines munteren Tanzes in den bunt geschmückten Abfallkorb geworfen. Tiere mögen nämlich keinen Kaffee.




Euer Senf