Archiv für Januar 28
Ein Schrank Möhrensaft
Da ist es wieder! Das Ding ist wieder bei uns und leider wieder länger als geplant.
Aber kurz zur Erinnerung: Das Ding war lange Zeit unser Außerirdischer im Park. Vielleicht eher Außerirdisches, denn bis heute reagiert es äußerst gereizt auf die Zuweisung eines Geschlechtes. Und wenn das Ding gereizt ist, macht es schnell aus einer Mücke auch mal einen Elefanten… oder Hubschrauber (Video). Es stürzte bei uns im Park mit seiner Rakete ab, die Manfriss, unser bauchgesteuerter Metallfresser, auch prompt als Zwischenmahlzeit entdeckte. Das gab Ärger! Es dauerte Monate, bis wir die intergalaktische Taxirufnummer herausfanden. Vorsichtshalber wurde diesmal eine Plastikrakete vom Heimatplaneten ein paar Stationen hinter dem großen scharzen Loch in der Fffft7-Galaxie geschickt, um Manfriss’ Appetit zu zügeln. Leider ohne ausreichend Benzin. Manfriss gab sich zur Wiedergutmachung zwar alle Mühe, Benzinkanister zu besorgen, verspeiste diese aber auf dem Weg als gefüllte Pralinen. Ist ja auch lecker! Bis der Tank voll war, vergingen weitere Monate. Zu allem Unglück konnte die Rakete nur geradeaus fliegen, dass zum geplanten Abflugtermin die Sonne im Weg war (hier mit Skizze). Irgendwann winkten wir dem Ding aber mit Tränen in den Augen und geblümten Taschentuch hinterher…
So , und jetzt ist es zu unserer Freude wieder zu Besuch und hat sogar vorgesorgt: Die Rakete ist aus Glas und fliegt mit Möhrensaft (Man könnte fast eine überdimensionierte Flasche Möhrensaft vermuten, wenn auf der Rakete nicht dieses kryptische “ACE+” stände. Was immer das heißen mag). Jedenfalls ist beides völlig ungenießbar für Manfriss (für Jan und mich übrigens auch, vor allem der Möhrensaft). Und da das Ding ja wusste, dass es auf der Erde Möhrensaft gibt, fragte es uns im unverkennbaren -und völlig unverständlichen- Ultraschall-Dialekt nach einer Tankstelle für den Rückflug. Als wir nachhakten, wieviel Möhrensaft denn so eine Rakete pro Lichtjahr benötigt, wies es auf Jans Kleiderschrank. “Ups!”, dachte Jan und ich dachte fast gleichzeitig: “Ups!” Einen Schrank Möhrensaft hatten wir bisher beim Supermarkt unseres Vertrauens noch nicht gesichtet, auch nicht bei Obi. Also stehen wir wieder vor einem großen Problem, während das Ding sehnsüchtig sein Sonnensystem beäugt, das es zufällig in Jans fluoreszierenden Deckenhimmel entdeckt hatte. Es meint sogar, den Heimatplaneten neben seinem Sonnenstern ausfindig gemacht zu haben. Wir glauben jedoch eher an die Überreste einer Mücke.
Ist doch kein Wunder
Die traurige Wahrheit zu Wundern ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eines eintritt proportional zu der Anzahl der Betroffenen steigt.
(Das Beben in Haiti belegt diese These leider auf tragische Weise, wo heute nach 15 Tagen unter Schutt wieder ein Teenager gerettet wurde.)





Euer Senf